Kleiner Piks mit großer Wirkung

HNA-Blutspendeaktion: So läuft die Entnahme ab

+
Vorräte werden wieder gefüllt: Marc Luckhart, stellvertretender Gruppenleiter im Kasseler DRK-Institut auf dem Möncheberg, und Gruppenleiterin Andrea Mende verstauen Erythrozytenkonzentrate, die aus dem Spenderblut gewonnen werden, im Kühlraum. DRK Blutspendedienst und

Die Blutkonserven werden knapp. Wegen der Sommerferien und des warmen Wetters sind die Blutspenden um rund 20 Prozent zurückgegangen.

Die HNA-Blutspendeaktion, die ab dem morgigen Dienstag, 9. Juli, bis Freitag, 12. Juni, stattfindet, komme deshalb zur rechten Zeit. Das sagt der Institutsdirektor des Kasseler DRK-Blutspendedienstes, Dr. Walid Sireis.

Denn vor allem in der Ferienzeit sind Blutkonserven knapp. Allein in Nordhessen versorgt das Institut 60 Kliniken und ambulante Einrichtungen mit 60 000 Blutkonserven im Jahr.

Das gelingt jedoch nur mit der Hilfe vieler freiwilliger Blutspender. Sie helfen damit ihren Mitmenschen, die schwer krank sind oder bei Unfällen schwere Verletzungen erlitten haben.

Die Blutgruppe 0 Rhesus negativ ist relativ selten: Gerade diese Blutgruppe ist aber wichtig, weil sie als Universalspende im Notfall jedem Patienten gegeben werden kann. Gebraucht werden gleichwohl alle Blutgruppen.

Statistisch gesehen wird das meiste Blut inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten. Verletzungen aus Sport- und Verkehrsunfällen folgen erst an vierter Stelle.

So läuft die Spende ab

Es ist nicht schwer, zum Lebensretter zu werden. Sie brauchen dafür etwa eine Stunde Zeit und Ihren Personalausweis. Wenn Sie schon mal gespendet haben, bringen Sie auch Ihren Blutspendeausweis mit.

Im Kasseler Regierungspräsidium werden Sie von Mitarbeitern des DRK Blutspendedienstes Baden-Württemberg/Hessen empfangen.

  • Sie füllen einen kurzen Fragebogen zu Ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte aus. 
  • Es gibt einen kleinen Pikser in den Finger; mit dem Tropfen Blut wird der Wert des roten Blutfarbstoffs bestimmt. Ist der Hämoglobinwert in Ordnung, dürfen Sie Blut spenden. Die Körpertemperatur wird mit einem Infrarot-Thermometer im Ohr gemessen, um auszuschließen, dass Sie eine fiebrige Erkrankung haben. 

Ärztliche Untersuchung

  • Bei einem kurzen Gespräch mit einem Arzt werden Blutdruck und Puls gemessen. Gibt der Doktor das Okay, werden Sie zu einer bequemen Liege zur Blutentnahme begleitet.
  • Nun gibt es einen kleinen Pikser von erfahrenen Mitarbeitern des Blutspendedienstes. Mit einer Hohlnadel wird eine Armvene punktiert und ein halber Liter Blut entnommen. Das dauert ungefähr zehn Minuten.

Die Einstichstelle wird mit einem kleinen Druckverband versorgt – dann ist die Spende schon überstanden. Gut zu wissen: Die gespendete Blutmenge ist im Verhältnis zur Gesamtblutmenge des Körpers so gering, dass der Verlust vom Organismus schnell wieder ausgeglichen wird. Die Leistungsfähigkeit wird durch die Blutspende also nicht beeinträchtigt.

  • Jetzt können Sie ein Weilchen ausruhen. Dann sollten Sie etwas trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Außerdem sind Sie zu einem reichhaltigen Buffet in die Cafeteria des Regierungspräsidiums eingeladen, um sich nach der Blutspende zu stärken.

Kleine Belohnung

  • Wenn Sie gehen, vergessen Sie Ihre kleine Belohnung nicht. Die Spender können zwischen zwei Gutscheinen wählen: zwischen einer Vier-Stunden-Freikarte für die Kasseler Kurhessentherme (bis Ende August gilt sie für fünf Stunden) oder Freikarten, die in den Cineplex Capitol Kinos Kassel und Baunatal eingelöst werden können.  

Fragen und Antworten: Gesundheitstests sind inklusive

Sie haben sich den Termin der HNA-Blutspendeaktion vom 9. bis 12. Juli bereits vorgemerkt? Dann finden Sie hier noch Antworten auf wichtige Fragen:

Wer darf eigentlich sein Blut spenden?

Blut spenden dürfen alle gesunden Menschen zwischen 18 und 73 Jahren mit mindestens 50 Kilogramm Körpergewicht. Erstspender sollten nicht älter als 64 sein. Blut spenden kann, wer in den vergangenen vier Wochen keinen Infekt und keine Durchfallerkrankung sowie keinen operativen Eingriff hatte. Zwischen zwei Blutspenden sollten mindestens 56 Tage Abstand liegen. Männer dürfen in der Regel sechsmal, Frauen viermal pro Jahr spenden.

Welche Ausschlusskriterien gibt es?

Wer in den vergangenen vier Wochen Kontakt zu einem Infektionskranken hatte, wer sich zwischen 1980 und 1996 länger als ein halbes Jahr in England aufgehalten hat, darf leider kein Blut spenden. Außerdem darf niemand spenden, der Gelbsucht oder Malaria hatte, beziehungsweise in einem Malariagebiet geboren oder aufgewachsen ist. Auch Frauen, die schwanger sind oder noch stillen, sollten nicht zur Blutspende gehen.

Vier Monate mit einer Blutspende aussetzen sollte man nach einer großen Operation oder Endoskopie, dem Stechen von Piercings, Ohrlöchern oder Tätowierungen, außerdem vier Wochen nach Antibiotika-Einnahme, Infekt, Durchfall, kleinerem operativen Eingriff oder größerer Zahnbehandlung.

Welche Argumente sprechen noch dafür, zur Blutspende zu gehen?

Ein Gesundheits-Check ist Bestandteil der sogenannten Spendentauglichkeitsprüfung. Außerdem werden kostenlos die Blutgruppe und der Rhesus-Faktor bestimmt. Da auch der Hämoglobinwert kontrolliert wird, kann eine eventuelle Blutarmut entdeckt werden.

Blutentnahme: Dabei lässt sich auch feststellen, ob der Spender an einer Infektionskrankheit leidet.

Ebenso kann man feststellen, ob der Spender an Infektionskrankheiten leidet oder er zum Beispiel eine unentdeckte Leberentzündung durchgemacht hat. Auch Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen können bei einer solchen Untersuchung auffallen. Der Spender wird zudem benachrichtigt, wenn die Leberwerte auffällig sind oder ein Blutfaktor-Antikörper nachgewiesen wird, der bei Bluttransfusionen gefährliche Zwischenfälle verursachen kann.

Für Spender werden zudem die Kosten für eventuell nötige Bluttransfusionen vom Blutspendedienst bezahlt, wenn kein Kostenträger dafür eintritt.

Gibt es Risiken für mich als Spender?

Durch die Kontrolle der Laborwerte und vor allem durch die Tauglichkeitsuntersuchung vor der Spende werden Risiken weitgehend ausgeschlossen. Schon bei geringsten Risiken werden die Spender im Zweifelsfall von der Blutspende zurückgestellt.

Bekommt man einen Blutspende-Ausweis?

Als erfolgreicher Erstspender erhält man nach etwa drei Wochen einen Blutspende-Ausweis im Scheckkartenformat zugeschickt. Darin finden sich alle Angaben zur Blutgruppe des Spenders und zum Rhesus-Faktor. Auch alle weiteren Blutspenden werden auf dem Kartenchip gespeichert. Den Blutspende-Ausweis sollte man übrigens stets bei sich tragen, weil er bei einem Unfall zusätzliche Sicherheit bedeutet.

Alle Infos auf einen Blick

Um Engpässe bei den Blutkonserven in den Sommerwochen zu vermeiden, rufen die HNA und der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes auch in diesem Jahr wieder zu einer Blutspendeaktion auf: für Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag, 9., 10., 11., 12. Juli.

Wo wird gespendet?

Im Regierungspräsidium Kassel, Am Alten Stadtschloss 1.

Wann wird gespendet?

Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 18.30 Uhr, am Freitag von 10 bis 18 Uhr.

Wo kann man parken?

Der Parkplatz zwischen dem Schauspielhaus des Staatstheaters und dem Regierungspräsidium steht an allen Tagen den Blutspendern zur Verfügung. Während der Spende können Blutspender, die mit dem Auto kommen, ihren Wagen dort kostenlos parken.

Gibt es auch ein Dankeschön für die Blutspender?

Die Kurhessen-Therme unterstützt die Aktion auch in diesem Jahr und spendiert als Dankeschön eine Vier-Stunden-Karte für die Therme. Die Cineplex Capitol Kinos Kassel und Baunatal bedanken sich mit je zwei Kinokarten für das Engagement der Spender, die zwischen beiden Angeboten wählen können.

Wer bekommt das Blut?

Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Der gemeinnützige Dienst gibt das Blut zum Selbstkostenpreis an die Krankenhäuser weiter.

Viel trinken

Wer Blut spenden will, sollte darauf achten, schon am Tag vorher ausreichend zu trinken. So lassen sich eventuelle Kreislaufschwierigkeiten vermeiden, die aber ohnehin nur in sehr seltenen Fällen auftreten. Aber auch dafür sind die Mitarbeiter und Helfer gut gerüstet.

Service: Für Fragen rund um das Blutspenden gibt es das kostenlose Service-Telefon: 08001194911, drk-blutspende.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.