Leere Parkplätze in der Innenstadt

Hohe Parkgebühren: Händler vermuten, Kunden bevorzugen Dez

Viele Parkplätze bleiben leer: In der Kasseler Innenstadt – im Bild der Ständeplatz am vergangenen Donnerstagnachmittag um 15.30 Uhr – leiden Einzelhändler unter den erhöhten Parkgebühren. Kunden bleiben weg, der Umsatz hat sich laut Umfrage der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg bei einigen Geschäften drastisch verringert. Foto: Koch

Kassel. Bereits das Weihnachtsgeschäft – für viele Einzelhändler die umsatzstärkste Zeit im Jahr – schien Kaufleuten in der Kasseler Innenstadt ruhiger als gewohnt.

Statt der bloß gefühlten Auswirkungen der Anfang Oktober erhöhten Parkgebühren liegen jetzt erstmals Zahlen vor. Die stammen aus einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg.

Die Umfrage mache deutlich, dass der Kasseler Einzelhandel aufgrund der Parkgebührenerhöhung erheblichen Problemen ausgesetzt sei, bilanziert die IHK.

Als besonders kritisch werden in der Händlerschaft die Ausweitung der Parkgebührenzone und die Verlängerung der kostenpflichtigen Parkzeit bis 20 Uhr gesehen. Die Ausweitung der Parkgebührenzonen führt nach Einschätzung der IHK zu einer enormen Schwächung der dort angesiedelten Unternehmen.

Einzelhändler beklagten in der Umfrage, dass die gesteigerte Kundenunzufriedenheit zu langen Diskussionen führe, die den Geschäftsbetrieb erheblich störten. Kunden würden auf die grüne Wiese abwandern. Zudem würden sich Kunden seit der Parkgebührenerhöhung getrieben fühlen, was konträr zu dem Vorhaben laufe, die Kasseler Innenstadt zu einer Flaniermeile zu entwickeln. Und weil das Parken vielen Autofahrern zu teuer sei, gebe es zunehmend Fremdparker auf Privatgrundstücken.

Immer voll: Der kostenlose Dez-Parkplatz. Archivfoto: Koch

Statt in die Parkhäuser auszuweichen, würden motorisierte Kunden jetzt öfter die kostenlosen Parkplätze am Dez-Einkaufszentrum in Niederzwehren ansteuern, vermuten Händler. Dabei haben sich die Parkgebühren der Parkhäuser und Tiefgaragen in der Innenstadt nicht verändert. Dort zahlen Autofahrer nur halb so viel wie für die oberirdischen Stellflächen in der City – für zwei Stunden meist zwei statt vier Euro. Und wenn die Kunden in angeschlossenen Geschäften Einkäufe erledigen oder Bonuskarten nutzen, wird es oft noch billiger. Als Problem gilt den Einzelhändlern, dass viele Kunden, die mit dem Auto in die Innenstadt kommen, die Preisunterschiede zwischen Parkhäusern und oberirdischen Parkplätzen nicht kennen. Die Stadt werde gemieden, weil Autofahrer von der Parkgebührenerhöhung gehört hätten, aber nicht an das preiswerte Parken in den Tiefgaragen denken würden.

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