Um ihre Interessen zu wahren

Eine Festmeile bis zur Markthalle? Händler wollen mitplanen

Drei aus der Händlergemeinschaft im Marstall: Von links Axel Kramer (Traditionsmetzgerei Kramer), Manfred Opfermann (Obst- und Gemüsestand Birkenhof) sowie Jörg Schrader (Anne’s Käsetheke). Foto:  Schwarz

Kassel. Das neue Kasseler Markt- und Kulturenfestival könnte bei künftigen Auflagen gewinnen, wenn die Markthalle besser und frühzeitiger in die Planungen einbezogen würde.

Das sagten Standbetreiber aus dem Marstall an der Tränkepforte gegenüber der HNA.

Die Händler sind nicht froh darüber, dass die Markthalle bei dem Innenstadtfest zwar repräsentiert war, jedoch nur mit zwei dürftigen Ständen auf dem Opernplatz. Es sei allerdings für die meisten Marktbeschicker weder organisatorisch darstellbar noch wirtschaftlich, an einem solchen Ereignis teilzunehmen.

Die auswärtigen Anbieter auf dem Marktfestival seien reine Händler, erläutert Metzgermeister Axel Kramer „Anders als diese erzeugen wir unsere Ware selbst und können auch kein Verkaufspersonal entbehren, da wir es in der Markthalle brauchen.“

Kramers Kollege Jörg Schrader von Anne’s Käsetheke macht geltend, dass er für solche Aktionen keinen Verkaufswagen mit Kühltechnik zur Verfügung habe. Und abgesehen von der reinen Logistik ist für Obst- und Gemüsehändler Manfred Opfermann fraglich, ob Betriebe wie seiner bei diesem Konzept überhaupt auf ihre Kosten kommen können: „Bei solchen Festen wollen die Leute bummeln und vielleicht etwas essen. Aber keiner will dann mit vollen Gemüsetüten oder einem Sack Kartoffeln durch die Stadt laufen.“

Dabei bekunden die drei Händler durchaus Interesse, im Rahmen eines Innenstadtfests Flagge für die Markthalle zu zeigen. Die bisherige Praxis sehe aber so aus, dass man sich bei Kassel Marketing ein Veranstaltungskonzept ausdenke „und dass es für uns dann nur noch ums Ja- oder Neinsagen geht“, sagt Axel Kramer.

Die Marktbeschicker haben eine andere Idee für künftige Marktfestivals in der Innenstadt: „Wir müssten das Publikum zum Marstall bringen“, sagt Manfred Opfermann. Wenn der Veranstaltungsparcours so angelegt würde, dass die Markthalle einbezogen sei - etwa als Endpunkt einer Festmeile - könnten die Händler ihre bestehende Infrastruktur wie Kühlmöglichkeiten und Nachschubversorgung nutzen.

Bei einer solchen Planung, da sind sich Kramer, Opfermann und Schrader sicher, würden die allermeisten Marktbeschicker und Gastronomen in der Halle mitziehen und sich auch am Sonntag eines solchen Festwochenendes für eine gemeinsame Präsentation gewinnen lassen. Denn die allermeisten individuellen Hinderungsgründe wären damit ausgeräumt.

Der Vorschlag der Händler geht dahin, dass Vertreter vom Beirat der Markthallen-GmbH frühzeitig als weitere Kooperationspartner einbezogen werden, wenn Kassel Marketing mit dem Ausländerbeirat und den City-Kaufleuten eine Neuauflage des Markt- und Kulturenfestivals in Angriff nimmt. Eine planerische Beteiligung der Markthalle sei auch angemessen, meint Käsehändler Jörg Schrader, „denn die ist schließlich auch Werbung für die Stadt.“

Markt- und Kulturenfestival in der Kasseler Innenstadt

Markthallenfest mit Livemusik am 8. Oktober 

Im Marstall an der Tränkepforte wird am Samstag, 8. Oktober, wieder das traditionelle Markthallenfest gefeiert. Ab 18.30 Uhr bieten die rund 60 Markthändler bei stimmungsvoller Beleuchtung eine große Auswahl regionaler und internationaler Speisen an. Für Partystimmung und Tanzmusik bis spät in die Nacht sorgen die fünfköpfige Cadillac Band aus Paderborn sowie die Combo Captain Morgan. Der Eintritt kostet an der Abendkasse 5 Euro. Vorverkaufstickets gibt es für 4 Euro an vielen Ständen in der Markthalle.

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