700 Chinesen in Kassel gemeldet - 400 Besucher feierten Neujahrsfest

Symbol des Glücks und des Reichtums: Chinesen in Kassel feierten ins Jahr des Schweines

+
Tradition: Chinesische Studenten präsentierten beim Fest Kleidung diverser Dynastien und Epochen. 

Zum vierten Mal hat der Verein chinesischer Wissenschaftler und Studierender am Samstagabend zum Neujahrsfest in Kassel eingeladen, rund 400 Besucher kamen. 

Das Jahr des Hundes klingt aus. Nach dem chinesischen Kalender bricht mit 2019 nun das Jahr des Schweines an. Genauer gesagt: des Erd-Schweines. Das haben am Samstagabend rund 400 Chinesen aus Kassel mit Familien und Freunden anderer Nationalitäten in der Ingenieurschule gefeiert. Zu dem Frühlingsfest hatte zum vierten Mal der Verein der chinesischen Wissenschaftler und Studierenden in Kassel eingeladen.

Die Chinesen in Kassel

Wenn sie auch im alltäglichen Leben der Stadt nicht so präsent sind: In Kassel sind mehr als 700 Menschen chinesischer Nationalität gemeldet, das sind mehr als zum Beispiel Spanier oder Griechen. An der Universität stellen die mehr als 300 Chinesen gar die zweitgrößte Gruppe der ausländischen Studierenden dar – mit steigender Tendenz. Übrigens ist es vor allem die Kunst, die sie nach Kassel lockt, etwa die Weltkunstausstellung documenta und die Kunsthochschule.

Das Neujahrsfest

Das Neujahrsfest ist für die Chinesen das wichtigste (Familien-)Fest überhaupt, vergleichbar mit dem Weihnachtsfest in Deutschland. Eigentlich beginnt das chinesische Jahr 2019 erst am 5. Februar. In Kassel und anderen deutschen Unistädten laden Vereine der Wissenschaftler und Studierenden aber schon früher zum Feiern ein, weil sonst viele Landsleute nicht da wären. Denn wer es sich irgendwie zeitlich einrichten und finanziell leisten kann, der fliegt zu diesem Anlass zurück in die Heimat und feiert im Kreise seiner Familie.

Das Fest in Kassel

Was einmal als kleines Fest der Vereinsmitglieder gedacht war, hat sich in Kassel schnell zur Großveranstaltung entwickelt. Beim Gala-Abend in der Aula der Ingenieurschule wurden traditionelle Tänze, Musikstücke und Kleider präsentiert, aber auch moderne Aufführungen zu chinesischen und englischen Rap-Songs.

Zudem gab einen Markt mit selbstgebackenen Leckereien und selbstgebastelten Dingen, eine Spieleecke mit Mahjong und weiteren Gesellschaftsspielen, einen Kulturbereich mit traditioneller Kleidung aus verschiedenen Dynastien und Epochen sowie einen Bereich für Neujahrsgrüße mit Kalligraphien, Lambion und Wunschzetteln. Als Partner des Festes wirkte wieder das Uni-Sprachzentrum mit.

Der Verein

Die eigene Kultur pflegen und zeigen, wie schön Kassel ist: Das sei das Ziel des Vereins chinesischer Wissenschaftler und Studierender, sagt Juan Yang. Die 31-Jährige ist seit fünf Jahren in Kassel und studiert an der Kunsthochschule. Der Verein, der keine Mitgliedsgebühren erhebt, sei die Anlaufstelle für die in Kassel arbeitenden und studierenden Chinesen, berichtet Yang, die seit einem Jahr den Vorsitz innehat. Mit anderen ehrenamtlichen Helfern nimmt sie zu den neu an der Uni angekommenen Chinesen Kontakt auf.

Süßspeise: Juan Yang mit chinesischen Spezialitäten.

Sie geben ihnen Ratschläge für den Alltag und das Studium in Deutschland, helfen bei sprachlichen Probleme und bieten Freizeitbeschäftigungen – vom gemeinsamen Fußball- bis zum Computerspielen – an. Den Höhepunkt des Jahres stelle aber aus Vereinssicht das jeweilige Neujahrs- oder Frühlingsfest dar, betont Juan Yang.

Die Aussichten

„Das Jahr des Schweines wird ein gutes Jahr“, zeigten sich die Festbesucher überzeugt.

In China ist das Schwein ein Symbol des Glücks und des Reichtums. Weil es soziale Kontakte begünstige, solle man im Jahr des Erd-Schweins Freundschaften pflegen und die Familie wertschätzen, sagt das chinesische Horoskop. Ein Anfang wurde dazu am Samstag in Kassel gemacht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.