Viele Verspätungen durch Umleitungen

Immer wieder montags: Herkulesaufgabe für die KVG-Leitstelle

Sie behalten den Überblick: Heiko Engelbrecht (vorn) und Björn Römer (hinten) sind Mitarbeiter der KVG-Leitstelle im Betriebshof Wilhelmshöhe. Mit weiteren Kollegen überwachen sie das Geschehen auf insgesamt 53 Monitoren. Fotos: Fischer

Kassel. Immer wieder montags kommt es zu Demonstrationen. Das sorgt bei der KVG für viel Arbeit. Sie müssen die Ausfälle minimieren, obwohl wichtige Knotenpunkte lahmgelegt werden.

Die Digitaluhr in der KVG-Leitstelle zeigte 16.54 Uhr, als die Arbeit dort vergangenen Montag erst richtig losging. Auf einigen der 53 Monitore in der Leitstelle war zu sehen, wie die Polizei den Scheidemannplatz absperrte. Es waren die allwöchentlichen Vorbereitungen für die ab 18 Uhr beginnenden Demonstrationen der Kagida („Kassel gegen die Islamisierung des Abendlandes“) und deren Gegner.

Fünf KVG-Mitarbeiter sorgten vor ihren Bildschirmen dafür, dass der Betriebsablauf so wenig wie möglich beeinflusst wurde. Keine leichte Aufgabe, wenn einer der wichtigsten Knotenpunkte des Nahverkehrs mehr als drei Stunden lahmgelegt ist.

Für vergangenen Montag hatte die KVG mit der Polizei verabredet, dass zumindest die Regiotrams den Platz überqueren durften. Eine Woche zuvor war dies nicht möglich, weshalb sich irgendwann zehn Regiotrams im Hauptbahnhof stauten und anderswo Fahrgäste verzweifelt auf diese warteten.

Um dies zu vermeiden, informiert die Leitstelle im Betriebshof Wilhelmshöhe alle Bus- und Straßenbahnfahrer über den Beginn der Sperrung. „Unsere Fahrer sollen den Fahrgästen mitteilen, welche Umleitungen gefahren werden. Hauptbahnhof und Scheidemannplatz werden nicht bedient“, erläuterte KVG-Mitarbeiter Björn Römer. Sein Kollege, KVG-Verkehrsmeister Peter Döhne, half unterdessen am Scheidemannplatz irritierten Fahrgästen.

Die Buslinie 12 etwa fährt montags ab 17 Uhr über die Königsstraße. Für viele Menschen ein ungewohntes Bild. Aber nötig, wie Römer sagte. Denn durch den Feierabendverkehr auf den Straßen, der sich wegen der Sperrungen ebenfalls staut, käme der Bus nicht ohne größere Verspätungen voran.

Besonders die Busfahrer, die für Subunternehmer aus der Region in Kassel unterwegs sind, stellen die Sperrungen vor Probleme. „Die kennen zwar ihre Linien, aber wenn sie davon abweichen müssen, haben sie Probleme mit der Orientierung“, sagt Verkehrsmeister Döhne. Sie müssten durch die Leitstelle gelotst werden.

Auf den elektronischen Anzeigetafeln an den Haltestellen wird von der Leitstelle wöchentlich ein Hinweistext geschaltet. Der weist zwar auf die Demonstration hin, kann aber wegen der Vielzahl der Behinderungen keine detaillierten Informationen liefern.

Erst ab 20.30 Uhr lief der Bus- und Bahnverkehr am Montag wieder relativ normal. Im Vergleich zu vorherigen Montagen war dies früh.

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