Neue Doppelspitze bei den Grünen: Die Jungen sollen es richtén

Neue Grünen Spitze: Awet Tesfaiesus (von links), Ben Bussiek, Imke Friedrich, Leena Gabrys bilden mit den neuen Vorsitzenden Vanessa Gronemann und Boris Mijatovic sowie Schatzmeister Arne Träger ebenso den neuen Vorstand wie Torben Schmitt und Hanna Schöfthaler. Foto: Michaelis

Kassel. Vanessa Gronemann und Boris Mijatovic sind die neue Doppelspitze der Kasseler Grünen. Bei der Kreismitgliederversammlung wurden sie als Parteivorsitzende gewählt.

Andere Bewerber für die beiden Spitzenämter gab es am Freitag nicht. Gronemann erhielt 90 Prozent der Stimmen, Mijatovic 88 Prozent.

Die 51 Anwesenden sorgten dafür, dass es eine der am besten besuchten Kreismitgliederversammlung der Grünen in Kassel jemals war. Die Partei hat etwa 280 Mitglieder.

Gronemann und Mijatovic folgen auf Monne Lentz und Thomas Flügge, die nicht wieder angetreten waren. Besonders Flügges Rückzug, der die Vorstandsgeschäfte zuletzt maßgeblich geführt hatte, wurde von vielen bedauert. „Ich hoffe, dass Du uns erhalten bleibst“, rief ihm Gronemann zu. Flügge vertritt die Grünen weiter im ehrenamtlichen Magistrat, will aber aus beruflichen und familiären Gründen kürzer treten.

Spürbar wehmütig wurde es bei seiner Abschiedsrede, als er seine Partei auf die Kommunalwahl 2016 einschwor. Im kommenden Jahr könnten die Grünen in Kassel ein ähnlich gutes Ergebnis wie 2011 (24,9 Prozent) erzielen, was damals nicht allein am Tsunami in Japan gelegen habe, sagte er. „Wir müssen uns für Fukushima nicht entschuldigen.“ Vielmehr müssten sich andere Parteien fragen lassen, warum damals nur die Grünen profitierten.

Angesichts der guten und erfolgreichen Arbeit der Grünen im Rathaus müsste das Ergebnis sogar noch besser werden, meinte Flügge. Nach den Erfahrungen der letzten Wahlen warnte er jedoch davor, in Selbstzufriedenheit zu verfallen. „Wir müssen wieder strittiger werden“, forderte er.

In die Kommunalwahl wird die Grünen ein sehr junger Vorstand führen, in dem der Vorsitzende Boris Mijatiovic mit 41 Jahre zusammen mit Beisitzer Torben Schmitt schon zu den ältesten zählt. Die Co-Vorsitzende Vanessa Gronemann ist gerade 25 Jahre alt. In einem ähnlichen Alter sind Schatzmeister Arne Träger sowie die Beisitzer Ben Bussiek, Imke Friedrich, Leena Gabrys, Hanna Schöfthaler und Awet Tesfaiesus.

Die Herausforderung in den kommenden Monaten fasste Mijatovic mit den drei Begriffen „Auseinandersetzung, Vermittlung und Ehrenamt“ zusammen. Er wolle „gute, grüne Politik vermitteln“ und zugleich für das Ehrenamt werben. Dabei müsse man sich aktuell mit Erscheinungen wie der Gruppe „Kassel gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Kagida) und Parteien auseinandersetzen, die in deren Fahrwasser Stimmen fangen wollen: „Wer sich montags bei Demonstrationen hinter dumpfen, rassisistischen Parolen versteckt, hat die Demokratie nicht verstanden“, sagte Mijatovic. In diesem Zuge und spätestens zur Kommunalwahl „müssen wir uns der Alternative für Deutschland stellen, die keine ist“.

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