Fünf Geräte kommen zum Einsatz

Kamera am Körper soll dem Schutz von Polizisten dienen

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So sieht sie aus: DIe kleine Kamera wird auf der Schulter der Polizeibeamten befestigt.

Kassel. Um Angriffe gegen Polizisten zu reduzieren, setzt das hessische Innenministerium ab dem kommenden Jahr in ganz Hessen auf sogenannte Body-Cams. Mit den Körperkameras sollen insbesondere Polizisten in Brennpunktbereichen ausgestattet werden. Auch in Kassel.

In Kassel werden fünf der kleinen Kameras, die in Schulterhöhe an den Uniformen angebracht werden, im Innenstadtrevier Mitte zum Einsatz kommen. Mit den Kameras sollen kritische Situationen aufgezeichnet werden.

Sowohl Stefan Rüppel, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Nordhessen, als auch Polizeioberrat Reiner Sauerland, Leiter des Kasseler Reviers Mitte, stehen dem Einsatz der Körperkameras positiv gegenüber. „Wir waren anfangs skeptisch“, sagt der GdP-Vorsitzende. Aber bei Pilotprojekten in Frankfurt, wo die Kameras ein Jahr getestet wurden, habe sich gezeigt, dass die Gewalt gegen Polizeibeamte zurückgegangen sei.

Ansonsten sei bislang zu wenig passiert, um Beamte im Dienst besser zu schützen, kritisiert die GdP, die seit Längerem eine Verschärfung des Paragrafen 115 des Strafgesetzbuchs (Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte) fordert. Laut Rüppel werden Polizisten auch in Kassel täglich beschimpft und beleidigt. „Das ist im Alltag sehr belastend.“

Der Respekt vor der Polizei und die Akzeptanz seien nicht mehr so ausgeprägt wie früher, sagt auch Revierleiter Sauerland. Zwar habe die Zahl der Angriffe in den vergangenen Jahren nicht zugenommen, wohl aber deren Ausprägung: Beleidigungen gingen zunehmend unter die Gürtellinie, und auch die körperliche Gewalt werde intensiver.

Es sei nicht ungewöhnlich, dass Festgenommene auch noch im Streifenwagen treten und spucken würden und sich diese Aggressionen auf der Dienststelle fortsetzten. Die meisten Übergriffe auf Beamte passierten in der Nacht zum Sonntag, in der Hälfte der Fälle seien die Angreifer alkoholisiert.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

 

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