Im Amtsgericht gibt es eine große Auswahl

Großer Kantinentest: In Kasseler Gerichtskantine essen Richter und Angeklagte

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Bekochen Richter, Zeugen und Angeklagte: Dennis Stauzenbach (von links, Geschäftsführer), Igor Haska (Betriebsleitung) und Peter Stroinski (Koch).

Wer in Unternehmen oder Verwaltungen arbeitet, isst mittags oft in der Kantine. Heute im Test: Die Kantine im Kasseler Amtsgericht.

Was die meisten nicht wissen: Viele der Großküchen mit Selbstbedienung öffnen ihre Türen auch für Gäste. In einer Serie testen wir Angebote in Kassel. Heute die Kantine im Kasseler Amtsgericht. An Werktagen werden dort über 200 Essen ausgegeben.

Ambiente

Die Kantine liegt im Erdgeschoss des Gerichtsgebäudes. Gäste müssen die Sicherheitsschleuse passieren, um dorthin zu gelangen. Die Unterteilung in verschiedene kleinere Bereiche macht die Gerichtskantine gemütlicher im Vergleich zu großen Mensen. Trotzdem ist es zur Hauptzeit relativ laut. Im Sommer kann man auch auf der Terrasse draußen sitzen. Tische und Stühle sind sehr sauber. Das Publikum ist sehr abwechslungsreich: Richter, Staatsanwälte, Angeklagte, Zeugen und ganz normale Leute treffen sich hier zur Mittagspause.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Auswahl

Die Auswahl in der Kantine im Amtsgericht ist sehr groß. Täglich kann aus mindestens zwei Gerichten mit und zwei Gerichten ohne Fleisch gewählt werden. Außerdem werden ein Wunsch- und ein Aktionsgericht angeboten. Auch gibt es täglich eine Suppe und einen Eintopf. An der Salattheke kann man sich einen Salat in verschiedenen Größen selbst zusammenstellen, auch fertige Salatteller werden angeboten. Für den kleinen Hunger gibt es Kartoffelsalat mit Frikadellen oder belegte Brötchen.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Aktion: Hamburger mit Pommes.

Geschmack

Als vegetarisches Gericht standen am Testtag gebratene Gnocchi mit Zucchini in fruchtiger Tomatensoße auf dem Speiseplan. Die Kartoffelklößchen waren bissfest, die Soße gut gewürzt. 

Vegetarisch: Gnocchi mit Zucchini.

Leider waren die Zucchini zerkocht und das Gericht nur lauwarm. Der Salat war knackig, das Essig-Öl-Dressing lecker. Zum Nachtisch gab es eine etwas wässrige Quarkcreme mit Schokokuchenbrösel.

Klassiker: Spaghetti Bolognese. Fotos: Redaktion

Die Spaghetti mit Bolognese-Soße waren gut, die Portion groß. Natürlich ist es nicht möglich, in einer Kantine, wo Mengen auf Vorrat produziert werden, die Spaghetti so bissfest wie beim Italiener zu servieren. Das Wunschgericht war am Testtag ein Hamburger mit Pommes. Der Burger war lecker und reichlich belegt. Die Pommes hätten noch einen Moment länger in der Fritteuse bleiben können.

Bewertung: 4 von 5 Punkten 

Service

Trotz Hochbetriebs gab es lediglich beim Burger, der individuell zusammengestellt wurde, minimale Wartezeiten. Das Personal an den Essensausgaben und an der Kasse war freundlich. Dessertlöffel, die kurzzeitig fehlten, wurden schnell nachgereicht. Auch Sonderwünsche waren kein Problem. An der Salatbar wurde zwischenzeitlich immer wieder aufgefüllt.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Für eine Portion Spaghetti Bolognese, einen Nachtisch und ein Wasser (0,5 Liter) zahlt man 6,70 Euro. Dieser Preis ist nicht zu hoch. Der Burger hätte mit Getränk und Salat 8,50 Euro gekostet – ohne die Beilagen wurden 6,50 Euro berechnet. Die Gnocchi samt Dessert gab es für 6,90 Euro. Mit einem kleinen Salat und Orangensaft (0,2 Liter) wurden 10,50 Euro berechnet.

Bewertung: 4 von 5 Punkten 

Die Kantine der Kasseler Justizbehörden (Frankfurter Straße 9) zählt zu den größten im Stadtgebiet. Betrieben wird die Großküche von der Bildungsförderzentrum-Kassel (Bfz) GmbH. Die Kantine liegt zentral in der Innenstadt, und ist von den Straßenbahnhaltestellen Fünffensterstraße und Friedrichsplatz schnell zu Fuß erreichen.

Die Gerichtskantine ist Montag bis Donnerstag von 7 bis 15.30 Uhr und Freitag bis 15 Uhr geöffnet. Mittagstisch wird von 11.30 Uhr bis 14 Uhr angeboten.

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