Auch auf der Fuldapromenade sind Radler unterwegs

Radfahren in der Kasseler Karlsaue: Besucher ärgern sich

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Hier müssten Radfahrer eigentlich absteigen und schieben: Schilder an den Eingängen (links auf dem Foto) des Staatsparks Karlsaue weisen auf diese Besucherordnung hin. 

Kassel. Eigentlich ist Radfahren in der Kasseler Karlsaue verboten, trotzdem wird es seit Jahren geduldet - ohne dass es Probleme gäbe. Manche Besucher ärgern sich dennoch über Radler.

Sie blicken ordnungsgemäß über die Schulter und geben Handzeichen – dann aber fahren Radfahrer weiter auf Wegen, die eigentlich nur für Fußgänger vorgesehen sind. Das betrifft auch den Fuldauferweg oder die Wege in der Karlsaue. Darauf weisen Schilder an den Wegen hin.

Der Kasseler Berthold Trachsel ärgert sich über solche Radfahrer. „Wenn ich an der Fulda spaziere, sehe ich immer wieder, dass Radfahrer die Verbotsschilder missachten und einfach auf dem Fußgängerweg weiterfahren“, sagt der 72-Jährige. Er habe einige von ihnen angesprochen, nur die wenigsten seien jedoch einsichtig gewesen. „Sie sagen dann: Es stört doch keinen, wenn ich hier fahre.“

Trachsel, der selbst viel mit dem Rad unterwegs war, verstehe es, dass Radfahrer es nicht immer leicht im Stadtverkehr haben. Dennoch sollten seiner Meinung nach auch sie Rücksicht auf andere nehmen. Nur eine Dame sei abgestiegen und habe ihr Rad geschoben.

Eine weitere Radfahrerin hält am Eingang Karlsaue/Siebenbergen kurz an, bevor sie weiterfährt. „Ich wusste nicht, dass ich hier nicht entlang fahren darf“, sagt sie und wählt den Radweg am Auedamm.

Tatsächlich steht nur in sehr kleiner Schrift, dass Radfahren „ausdrücklich untersagt“ ist. Die Wege sind ausschließlich Fußgängern sowie Krankenfahrstühlen und Fahrzeugen der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) vorbehalten, heißt es weiter.

Die Schilder seien in erster Linie für Fußgänger gedacht, die in der Regel in einem langsameren Tempo unterwegs seien und so mehr Zeit hätten, die Informationen zu lesen, begründet MHK-Sprecherin Sabrina Köhler die Gestaltung der Schilder.

Denn nicht nur die Besucherordnung sei auf ihnen zu lesen, sondern auch je nach Standort viele Informationen zur Orientierung in den Gartendenkmälern. Dabei müssten ästhetische, funktionale und denkmalpflegerische Kriterien beachtet werden. 

„Auf eine zusätzliche Beschilderung hinsichtlich des Radfahrverbotes wurde verzichtet, um einen Schilderwald zu vermeiden“, so Köhler. Beschwerden wegen Radfahrern in der Aue habe es in den vergangenen Jahren nicht gegeben.

Es seien außerdem zu unterschiedlichen Zeiten Aufsichtskräfte in Dienstkleidung unterwegs. Sie sprechen die Radfahrer an und weisen sie auf die Parkordnung hin.

Kippt das Radverbot in der Aue?

„In der Regel funktioniert die Ansprache gut und die Radfahrer sind einsichtig, so dass die Räder dann geschoben werden“, so Köhler. Die MHK appelliere an die Rücksichtnahme und Einsicht aller Gäste.

Am Fuldauferweg hingegen sind die Schilder eindeutig: Gleich zwei weisen auf den Fußgängerweg hin. Beschwerden liegen der Polizei aber nicht vor. 

Ebenso gebe es keine Auffälligkeiten, was Unfälle in dem Bereich betrifft, teilt Polizeisprecher Matthias Mänz mit. Die Polizei überwache aber regelmäßig Radfahrer im Rahmen der Streife und ahnde Verstöße dementsprechend.

Bereits 2012 forderten Politiker eine Abschaffung des Radverbots in der Karlsaue, um die Stadt attraktiver für Velos zu machen. Das Radeln am schönsten Fleck Kassels zu verbieten, sei Unsinn, hieß es damals - erst recht, wenn alles ohne Probleme klappe. Geändert hat sich seitdem dennoch nichts.

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