Ein Spaziergang in der Karlsaue kurz vor der Eröffnung

Der Frühling beginnt auf der Blumeninsel Siebenbergen 

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Frühling auf Siebenbergen: Ein frisch bepflanztes Blumenbeet. 

Ostern, das christliche Fest der Auferstehung, fällt genau in die Zeit, in der in unseren Breiten auch die Natur neu erwacht. Besonders eindrucksvoll ist dies in Kassel auf der Blumeninsel Siebenbergen zu erleben.

So spät wie in diesem Jahr haben wir noch nie die Blumenbeete bepflanzt“, sagt Gärtnermeister Karl-Heinz Freudenstein. „Und ich arbeite schon seit 33 Jahren auf der Insel Siebenbergen“. Die starken Minustemperaturen bis weit in den März haben die Entwicklung der Natur auch auf der Blumeninsel in der Kasseler Karlsaue verzögert. Um mindestens zwei Wochen, schätzt Freudenstein.

Auch kleinere Schäden hat der späte Frost verursacht. Zum Beispiel bei den Rhododendren, wo einige Knospen beschädigt sind. Wenn die Sonnendauer steigt und die Gehölze Knospen bilden, während der Boden noch gefroren ist und die Pflanzen nicht genug Wasser ziehen können, kommt es zu solchen Schäden. Aber das werde sich alles regulieren, meint Freudenstein. Viel schlimmer sei später Frost im April, wenn alles bereits blüht.

Gärtnermeister Karl-Heinz Freudenstein mit Lenzrosen

Normalerweise wird die Blumeninsel Siebenbergen, deren heutige Gestalt auf den Hofgartendirektor Wilhelm Hentze – er wirkte von 1822 bis 1864 – zurückgeht, am 1. April für Besucher geöffnet. In diesem Jahr legte man die Eröffnung auf den Karfreitag. Für die drei Gärtner, neun Auszubildenden und einen weiteren Mitarbeiter hieß dies, dass in kürzester Zeit 30 000 Blumen in Beete verpflanzt werden mussten. Stiefmütterchen, Bellis, Tulpen, Hyazinthen, weißer Mohn, Narzissen und andere Blumenarten mehr sorgen für die Farbenpracht, die Siebenbergen den Ruf der schönsten Blumeninsel Hessens einbrachte.

Ob bunte oder farblich abgestimmte Beete, die Frühlingspracht wird sich hier in den nächsten Tagen voll entfalten. zumal auch die Wiesenblumen, die als Erste das Winterende verkünden, teilweise noch nicht verblüht sind. Krokusse, Märzenbecher, auch die violette Lenzrose überziehen die Insel mit noch zarten Farben, die an ein impressionistisches Gemälde erinnern. Nicht zu vergessen der Hundszahn, auch Forellenlilie genannt, mit seinen charakteristischen melierten Blättern. Und an schattigen Plätzen ist auch noch der gelbe Winterling zu sehen.

Wahrscheinlich werden die prachtvollen Magnolien, die ersten Baumblüten, zu Ostern noch nicht zu sehen sein, obwohl die Bäume bereits voller Knospen sind. Und noch ein paar Tage länger wird es dauern, bis Zierkirsche und Blutpflaume ihre Blüten austreiben. Und weil die Erde an einigen Stellen noch kahl ist, lassen sich auch die Höckerwurzeln der Sumpfzypresse beobachten, die wie kleine Felsen aus dem Boden ragen.

Auszubildende beim Bepflanzen der Beete mit Frühlingsblumen. 

Die reiche Planzenwelt der Insel Siebenbergen setzt sich aus heimischen Arten, aber auch aus zahlreichen Exoten aus allen fünf Erdteilen zusammen. Wobei Karl-Heinz Freudenstein den Begriff Exoten relativiert: „Diese Pflanzen leben ja inzwischen schon seit Jahrhunderten auf der Insel.“

Natürlich gibt es auch viele Tiere, vor allem Vögel. Während die Pfauen eine Attraktion von Siebenbergen darstellen, ist die große Zahl von Graugänsen ein Problem, weil diese die Beete beschädigen. Nett anzusehen sind sie dennoch.

Die Blumeninsel Siebenbergen ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Eintritt 3 (ermäßigt 2) Euro.

Zur Person:

Karl-Heinz Freudenstein (59) ist als Gärtnermeister für die Blumeninsel Siebenbergen im Staatspark Karlsaue zuständig. Freudenstein, verheiratet, drei Kinder, lebt in Schauenburg-Elgershausen.

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