Weitere Pläne noch unklar

Abriss des Hochhauses an der Kasseler Sophienstraße ist vom Tisch

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Wird nicht abgerissen: Das unter Denkmalschutz stehende Hochhaus an der Sophienstraße in Kassel. Die Immobilie steht seit dem vergangenen Jahr leer.

Das denkmalgeschützte Hochhaus an der Sophienstraße wird nicht abgerissen. Die Stadt Kassel hat den Antrag abgelehnt.

Das bestätigte Johannes Petek, Direktor der Kommunalen Versorgungskassen Kurhessen-Waldeck (KVK). Der Antrag sei von der Stadt Kassel abgelehnt worden.

Die Versorgungskassen wollten Kassels ältestes Hochhaus abreißen und an gleicher Stelle neuen Wohnraum schaffen. Aus diesem Grund war den Mietern der neunstöckigen Immobilie Ende 2017 gekündigt worden. Seit August 2018 steht das Gebäude leer. Die KVK hatten den Schritt damit begründet, dass eine Sanierung des 1952 von Paul Bode entworfenen Hochhauses unwirtschaftlich sei. Die Kosten für eine Sanierung hätten sich nach damaligen Angaben auf 4,7 Millionen Euro belaufen. 

Spannungsfeld von Denkmal- und Brandschutz

Die KVK hatten das Haus im Stadtteil Mitte 1983 erworben. „Das Objekt befindet sich in einem Spannungsfeld zwischen Denkmal- und Brandschutz“, sagt Petek. Wenn man das Haus so erhalten wolle, dann stoße man an die Grenzen des Brandschutzes. Die Sicherheit für die Mieter sei nicht mehr gegeben. Umbaupläne hingegen machten die Vorgaben des Denkmalschutzes schwierig.

Die KVK haben eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die sich mit der Entwicklung der Immobilie befasst. Ein erster Vorschlag liege jetzt bei der Stadt Kassel zur Prüfung, so Petek. „Wir wollen keine dauerhafte Brache wie beispielsweise auf dem Salzmann-Gelände in Bettenhausen“, sagt Petek. „Es ist klar, dass hier etwas passieren muss. Allerdings müssen wir die städtischen Entscheidungen abwarten.“

Hier ist die Sophienstraße in Kassel

Die Stadt Kassel hatte zuletzt den Abrissantrag abgelehnt, weil sie die Kriterien einer wirtschaftlichen Unzumutbarkeit als nicht erfüllt ansah – das heißt: Aus wirtschaftlichen Gründen sei es den KVK zuzumuten, das denkmalgeschützte Gebäude zu sanieren. Um die Grenze der Unzumutbarkeit zu berechnen, werden die Kosten der Erhaltung und Bewirtschaftung gegen den Gebrauchswert aufgewogen.

Die wirtschaftliche Unzumutbarkeit sei Voraussetzung, um ein Kulturdenkmal abzureißen. Dies sei aber im vorliegenden Fall nicht gegeben gewesen. Daher sei die Abbruchgenehmigung von der Bauaufsicht versagt worden, bestätigte ein Stadtsprecher.

Zwei Möglichkeiten

Laut Petek gibt es für die KVK derzeit zwei Möglichkeiten. Das Gebäude mit einer wirtschaftlichen Lösung zu entwickeln. Oder, wenn das eben nicht möglich sei, käme vielleicht doch ein Verkauf infrage. Nach der Kündigung hatte es Proteste von Mietern gegeben, die teilweise jahrzehntelang in dem Haus gewohnt hatten. „Die Sicherheit der Mieter ist das Wichtigste“, sagt Petek. Aus diesem Grund habe es damals keine andere Lösung gegeben.

Das größte Problem des Hochhauses sei das Treppenhaus mit integriertem Fahrstuhl, bei dem im Brandfall nach den aktuellen Brandschutzvorgaben keine ausreichende Fluchtmöglichkeit mehr gegeben sei.

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