Bewährungsstrafe 

Einbrüche in Kassel und Baunatal: Kriminelles Duo verurteilt 

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Nicht alle Einbrüche konnten zweifelsfrei bewiesen werden: Daher kamen diese zwei Albaner mit einer Bewährungsstrafe davon.

Erst vor zwei Wochen waren zwei albanische Einbrecher zu Bewährungsstrafen verurteilt und abgeschoben worden. Nun standen zwei weitere Mitglieder der Bande vor dem Amtsgericht.

Auch die beiden 22 und 24 Jahre alten Männer erhielten Bewährungsstrafen von 15 beziehungsweise 18 Monaten. Sie kamen sofort aus der Untersuchungshaft frei und wollen jetzt so schnell wie möglich nach Albanien zurückkehren.

Staatsanwältin Kleine-Kraneburg hatte die beiden jungen Männer wegen bandenmäßigen Diebstahls bei zwei vollendeten Hauseinbrüchen in Baunatal und Kassel sowie einem versuchten Einbruch angeklagt. Außerdem hatte sie Anklage wegen Hehlerei erhoben, weil Beute aus weiteren Einbrüchen in ihrem Kasseler Ein-Zimmer-Apartement gefunden worden war.

Einbrecher gestanden Einbruch in Baunatal

Für drei Taten hatten die beiden Verteidiger Klaus-Uwe Haake und Michael Schenk Freispruch beantragt und erhalten, weil den Angeklagten diese Taten nicht zweifelsfrei nachzuweisen waren.

Die bestohlene Bewohnerin aus Baunatal reagiert verbittert auf dieses Urteil: „Unser gesamter Familienschmuck für tausende Euro ist gestohlen worden. Und die werden freigesprochen.“ In der vom Jobcenter bezahlten Wohnung waren nur noch die wenig wertvollen Teile der Beute aus diesem Einbruch sichergestellt worden.

Den Einbruch in ein Haus in Baunatal hatten die Angeklagten gestanden. Leugnen hätte allerdings da auch wenig geholfen, denn die Beweislage war erdrückend.

Polizei überwachte Einbrecher telefonisch

Die Polizei hatte eine Telefonüberwachung geschaltet und konnte so mithören, wie die Täter im Haus mit einem unbekannten Komplizen draußen per Handy kommunizierten: „Keine Beute im Erdgeschoss“, „Sind schon im zweiten Haus, keine Alarmanlage“. „Tüte mit Geld gefunden“, „Wir müssen schnell weg, es reicht erst mal, was wir abgegriffen haben“. 

Gestohlen wurden Handys, Bargeld von rund 600 Euro, Schmuck, Elektrogeräte, Pkw-Schlüssel und Ausweisdokumente.

Strafschärfend wertete Staatsanwältin Kleine-Kraneburg den Umstand, dass bei dem Einbruch in Baunatal die Bewohnerin und ihre behinderte Schwester in ihren Betten gelegen hatten, als vier Einbrecher ins Haus kamen.

Einbrecher verursachten Angstattacken bei Zeugen

Alle Betroffenen, die im Prozess als Zeugen gehört wurden, leiden bis heute psychisch unter dem Eindringen Fremder in ihren intimsten Lebensbereich. Sie berichteten von Angstattacken und Schlafstörungen und beklagten den Verlust von wichtigen Gegenständen der Familiengeschichte, deren ideellen Wert keine Versicherung tragen kann. 

Auch Amtsrichterin Ferchland zeigte sich davon überzeugt, dass eine unbekannte Anzahl von Einbrüchen aufs Konto der Bande vom Balkan geht, aber: „Innerlich können wir uns allerhand denken, äußerlich brauchen wir immer noch Beweise.“ 

In den Tresorraum einer Filiale der Kasseler Sparkasse sind Unbekannte in der Nacht zum Montag im Stadtteil Philippinenhof-Warteberg eingebrochen.

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