Bahn will jetzt Kameras installieren

Kassel: Bahnhof Wilhelmshöhe bislang ohne Video-Überwachung

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Am Fernbahnhof Wilhelmshöhe gibt es bislang keine brauchbaren Videokameras, mit deren Bildern man nach einer Straftat die Täter identifizieren könnte.

Das ergaben Recherchen der HNA. Nach der furchtbaren Tat im Frankfurter Hauptbahnhof, wo ein achtjähriger Junge auf die Gleise gestoßen wurde und starb, läuft eine Diskussion über die Sicherheit in Bahnhöfen. Auch in Wilhelmshöhe soll jetzt etwas geschehen. 

Gemeinsam mit der Bundespolizei plane man die Installation von neuer Videotechnik, sagt ein Bahnsprecher. Über den zeitlichen Ablauf könne er noch keine Angaben machen. Es soll sich also etwas tun an dem Bahnhof, der 1991 gebaut wurde und seitdem täglich von Tausenden von Reisenden genutzt wird. 

Alles im Blick: In Straßenbahnen gehört die Überwachung mittlerweile zur Standardausrüstung. 

Bislang gibt es zwar direkt an den Gleisen mehrere Kameras. Die dienen aber in erster Linie zur Beobachtung und Überwachung betrieblicher Abläufe bei der Bahn. „Für die Fahndung nach einem möglichen Straftäter sind die Bilder dieser Kameras ungeeignet“, sagt Klaus Arend, Sprecher der Kasseler Bundespolizei. 

Bereits gute Erfahrungen an anderen Stellen

Aus seiner Sicht ist es absolut wünschenswert, dass der Fernbahnhof Wilhelmshöhe mit einer Videoüberwachung ausgestattet wird. An anderen Stellen habe man damit bereits gute Erfahrungen gemacht. Dabei gehe es zum Glück in der Regel um deutlich weniger spektakuläre Vorfälle als zuletzt in Frankfurt. Beispiele seien Auseinandersetzungen zwischen Fußballfans und Taschendiebstähle. 

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Am Bahnhof im Gießen, wo es eine Videoüberwachung gibt, habe man vor kurzem deutlich beobachten können, wie ein Mann in die Handtasche einer Frau gegriffen und ein Portmonnaie daraus genommen habe. Dadurch sei es möglich gewesen, den Taschendieb schnell zu überführen. Nach Angaben der Bahn soll das zuletzt mit dem Bund vereinbarte Investitionsprogramm in Höhe von 85 Milliarden Euro auch für den Ausbau der Videoüberwachung eingesetzt werden.

Hier gibt es in Kassel eine Videoüberwachung

Während es am Bahnhof Wilhelmshöhe und im Kulturbahnhof bislang keine Videoüberwachung gibt, ist das in anderen Bereichen des öffentlichen Verkehrs längst üblich. Hier eine Übersicht, wo in Kassel Videokameras installiert sind.

Bahnen und Regiotram

In den gut 100 Straßenbahnen und Regiotrams von Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) und Nordhessischem Verkehrsverbund (NVV) sind Kameras installiert. In den Bussen findet keine Überwachung statt. Außerdem hat die KVG ihre wichtigsten Bus- und Straßenbahnhaltestellen mit Kameras ausgestattet. Dazu gehören die Mauerstraße sowie die Haltestelle Am Stern. Auch die Züge von Cantus haben eine Überwachung.

Innenstadt

In der Kasseler Innenstadt sollen weitere Videokameras installiert werden. Das hat Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) zuletzt im Sommerinterview mit der HNA angekündigt. Seit 2003 gibt es bereits eine Videoüberwachung mit drei Kameras im Bereich der Unteren Königsstraße und Am Stern.

Schulen

An vier Kasseler Schulen gibt es eine Videoüberwachung. Sie dient nach Schulschluss dazu, das jeweilige Gelände zu überwachen und Vandalismus zu verhindern. Anlagen gibt es an der Martin-Luther-King-Schule, der Oskar-von-Miller-Schule, der Georg-August-Zinn-Schule sowie der Grundschule Wolfsanger.

Schwimmbäder

Im Auebad und im Hallenbad Süd gibt es mehrere Videokameras. Diese filmen jeweils den Eingangs- und Kassenbereich. Im Auebad werden zudem die Gänge vor den Schränken überwacht, um Aufbrüche zu verhindern. Zudem gibt es Kameras über den Schwimmbecken im Auebad. Auch die Eingangsbereiche der Freibäder in Bad Wilhelmshöhe und Harleshausen werden per Video überwacht.

Geschäfte

Im Einzelhandel sind zahlreiche Kameras im Einsatz. Besonders in den Galerien und Kaufhäusern gibt es Kameraüberwachung. Eine ähnlich dichte Überwachung gibt es bei den Tankstellen.

Auestadion

Seit dem Kasseler Hessentag im Jahr 2013 gibt es am und im Kasseler Auestadion eine Videoüberwachung. Alle Kurven werden gefilmt. In einigen Parkhäusern, wie beispielsweise im Parkhaus Friedrichsplatz, gibt es ebenfalls eine Videoüberwachung.

Banken

In den Banken und Sparkassen sind Überwachungskameras Pflicht. Überall, wo Geld über den Tresen geht oder aus Automaten kommt, gibt es Kameras.

Museen

Sämtliche Museen und historischen Bauwerke der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), wie etwa das Schloss Wilhelmshöhe, das Landesmuseum und die Neue Galerie, werden elektronisch überwacht. 

Mehr Sicherheit in Gießen und Marburg

In den Bahnhöfen von Gießen und Marburg gibt es nach Angaben der zuständigen Bundespolizeiinspektion Kassel eine umfassende Videoüberwachung. Dazu gehören neben den Bahnsteigen auch die Zugänge. 

Das ist weder am deutlich größeren Fernbahnhof Wilhelmshöhe noch am Kulturbahnhof der Fall. Lediglich die Geschäfte sind per Video überwacht. In Bad Hersfeld, Wetzlar und Hünfeld gibt es eine teilweise Überwachung der Zugänge und Unterführungen.

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