Tanzausbildung beginnt mit elf Jahren

Primaballerinas aus Kassel: Ein Blick in eine Ballettschule

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Im Rahmen des Projektes „medien@schule“ haben Schülerinnen der Klasse G9b der Elisabeth-Selbert-Schule in Zierenberg einen Blick in eine Ballettschule in Kassel geworfen und über die Zukunft seiner Schüler geschrieben.

Aus der Ballettschule Ho klingt klassische Musik. Hier unterrichtet gerade Yuki Fukuzumi-Weinrich. Kinder lernen gerade eine neue Choreographie. An dieser Schule können Kinder als auch Erwachsene Ballett, Jazz-, Modern- und Steptanz lernen. Heute haben wir uns den Ballettunterricht von Ballettlehrer Terrance Ho Sin Hang näher angeschaut. Der Unterricht beginnt damit, dass die Schüler sich kurz vor Beginn der Stunde selbstständig aufwärmen. Darauf folgt eine gute halbe Stunde anstrengendes Training an der Ballettstange. Der Ballettlehrer achtet genau auf die Technik der Schüler. Die Übungen sehen aus der Perspektive des Zuschauers einfach und geschmeidig aus. Erst nach einiger Zeit ist den Schülern die starke Anstrengung anzusehen. Die Atmosphäre im Raum wirkt sehr konzentriert, aber gleichzeitig wird klar, dass die Schüler mit viel Elan dabei sind. Die Liebe zum Ballett überwiegt gegen die Anstrengung. Anschließend folgt eine kurze Pause, in welcher die Schüler durchatmen und etwas trinken können. Nach ein paar Minuten geht der Unterricht in der Mitte des Ballettsaales weiter. Mit kurzen Choreographien zur Verbesserung der Technik wird weiter geübt. Nach dem Training kann man in erschöpfte, aber auch glückliche Gesichter sehen. Das Training hinterlässt bei uns den Eindruck, dass sich die Mühe lohnt.

Bei dem Wort „Ballett“ denken die meisten Menschen an elegante, leichte Bewegungen. Im Kopf entsteht das Bild von sich grazil zu klassischer Musik bewegenden Menschen. Oft vergisst man dabei die harte jahrelange Arbeit, um eine solche Perfektion zu erreichen. Wer diesen Sport nicht nur als Hobby, sondern als professionellen Beruf ausüben möchte, muss schon mit jungen Jahren sein Leben dem Ballett widmen. Um sich professionelle Ballerina nennen zu dürfen, muss man eine harte mehrjährige Ausbildung, welche schon mit circa elf Jahren beginnt, an zum Beispiel einem Ballettinternat absolvieren. Ab diesem Punkt konzentriert sich das Leben der Kinder auf den Tanz. Viele sehen Familie und Freunde nur selten, da sie nahezu den ganzen Tag mit dem Tanzen verbringen und auch oft aus anderen Ländern stammen. Andere Hobbys und Freundschaften müssen hinten anstehen. Manche Lehrer bringen ihre Schüler im Training weit über die Schmerzgrenze hinaus, da sie die Kinder auf den harten Alltag einer Balletttänzerin oder eines Balletttänzers vorbereiten wollen. Blaue Flecken, Blasen und Muskelkater zählen nicht als Ausrede.

Auch wenn man die anspruchsvolle Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, heißt das nicht, dass man auch ein Engagement bekommt. Nun beginnt die große Suche nach einem Arbeitsplatz. Oft müssen sich die jungen Tänzerinnen und Tänzer bei zahllosen Theatern und Tanzgruppen bewerben, um vielleicht einen der begehrten Verträge zu bekommen. Eine gute Alternative bietet sich den jungen Künstlern oft nicht, da die schulischen Leistungen meistens unter dem Ballett leiden. Ob sich diese Leben für den großen Traum lohnt, muss jeder Tänzer für sich selbst entscheiden.

Von Marlene Heinemann und Lucy Burkamp

Anmerkung: Rund 250 Acht-, Neunt- und Zehntklässler haben im Rahmen des Projektes „medien@schule“ Artikel, Fotos und Videos für HNA.de erstellt. Das Projekt von Hessischer Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) und der HNA findet im Rahmen von „Medien machen Schule“ statt. Es soll zeigen, wie neue Medien und soziale Netzwerke wie Facebook, Youtube, Twitter und Instagram funktionieren. Hier finden Sie weitere Artikel, die während des Projekts entstanden sind.

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