Gewalttat in Kassel 

Paar nimmt Fremden mit in die Wohnung - dort sticht er zu 

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Bluttat in Hessen: Der Täter und sein Opfer hatten sich in der Tram in Kassel in Nordhessen kennengelernt. 

Bluttat in Kassel: Der alkoholkranke Mann sticht nach einem Trinkgelage dem Gastgeber viermal in den Rücken. 

Nach stundenlanger Trinkerei hatten beide Männer und die Freundin des Wohnungsinhabers deutlich über zwei Promille Alkohol im Blut – dann kam es zu einem Messerangriff, bei dem ein Kasseler nur um Haaresbreite mit dem Leben davon kam.

Wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und Diebstahls in einem besonders schweren Fall forderte  Staatsanwältin Josefine Köpf am Donnerstag vor dem Landgericht acht Jahre und zehn Monate Haft für einen 28-jährigen Griechen, der seit der Tat am 16. Februar in Untersuchungshaft sitzt.

Der Angeklagte hatte die Tat gestanden – soweit er sich daran erinnern konnte – deshalb ersparte sich Verteidiger Werner Momberg in seinem Plädoyer überflüssige Klimmzüge, die Schuld seines Mandanten zu relativieren.

Messerstecher in Kassel: Motiv für Bluttat unklar

Ein Motiv für die Messerstiche war nicht so recht auszumachen. Momberg: „Das war eine völlig sinnlose Tat im Suff“. Vier Jahre und sechs Monate, davon die meiste Zeit am besten in einer Entziehungsanstalt zur Behandlung der jahrelangen Alkohol- und Drogenabhängigkeit des jungen Griechen hielt der Verteidiger für angemessen und genug. 

Das Paar hatte den Angeklagten in der Tram kennengelernt und mit ihm zunächst vor dem Staatstheater gezecht. Später waren die drei in die Wohnung des Paares in Niederzwehren umgezogen und hatten dort weiter getrunken.

Als der Geschädigte kurz das Wohnzimmer verließ, sagte der Angeklagte zu der Frau, sie hätte es doch bei ihm viel besser und er werde den Freund bei der Rückkehr töten. Nach einem handfesten Streit schlug der Angeklagte den anderen zu Boden, hockte sich auf seinen Rücken und stach vier Mal mit einem zuvor aus der Küche geholten Messer auf ihn ein. Die 30-jährige Freundin griff beherzt ein, riss den Griechen von ihrem Freund herunter. Der überlebte die Stiche nach einer Notoperation.

Prozess in Kassel: Entzug gefordert

Weil der junge Mann auf dem Weg aus der Wohnung auch noch die Geldbörse der Frau mitnahm, kam noch Diebstahl auf die Klageliste hinzu.

Weil der Mann rund 2,4 Promille Alkohol im Blut hatte und zuvor auch Amphetamine und Ecstasy eingeworfen hatte, billigte Anklägerin Köpf ihm eine eingeschränkte Steuerungs- und Schuldfähigkeit zu. 

Kassel in Hessen: Messerstecher war auch noch auf Drogen

Von den geforderten knapp neun Jahren Gefängnis solle er zunächst zwei Jahre und zehn Monate im Regelvollzug absitzen und dann für mindestens zwei Jahre in eine Entziehungsanstalt eingewiesen werden. Das hielt auch Verteidiger Momberg für sinnvoll, um dem Griechen den Absprung aus der jahrelangen Abhängigkeit zu ermöglichen.

Die 6. Strafkammer will das Urteil am Donnerstag, 7. November, ab 10 Uhr in Saal D 130 verkünden.

In Göttingen muss ein 25-jähriger Mann aus Göttingen wegen einer Messerattacke auf seine Ex-Freundin am Einkaufszentrum „Kauf Park“ für neun Jahre ins Gefängnis. 

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