Bildband zeigt alte Ansichten

Kassel in den 30er-Jahren: Fotos erzählen Stadtgeschichte

+
Damals durfte man noch auf dem Friedrichsplatz parken, heute gibt es dafür die Tiefgarage. Unser Foto aus den 1930er-Jahren zeigt das Fridericianum mit dem Roten und dem Weißen Palais.

Kassel. Der frühere Archivar Frank-Roland Klaube hat ein Buch mit außergewöhnlichen Bildern von Kassel veröffentlicht.

Frank-Roland Klaube

Die Ausstellung mit den Eberth-Fotos im Stadtmuseum war ein Publikumsmagnet. Jetzt sind 100 Motive aus der riesigen Sammlung der Kasseler Fotografenfamilie in einem attraktiven Bildband erschienen. „Jedes dieser Fotos erzählt ein Stück Stadtgeschichte“, sagt der frühere Kasseler Stadtarchivar Frank-Roland Klaube (74). Er hat den großen Fundus mit 52.000 Bildern gesichtet und daraus eine Auswahl getroffen.

Natürlich ist der Friedrichsplatz dabei, das frühere Gebäude des preußischen Staatstheaters, das Fridericianum. Auch die Gassen der Altstadt, der Altmarkt und der Freiheiter Durchbruch werden gezeigt. Frank-Roland Klaube hat zu jeden Foto einen kenntnisreichen Text geschrieben, der die Einordnung erleichtert. Alle Aufnahmen stammen aus den 1930er-Jahren.

Der im Wartberg-Verlag erschienene Band beschränkt sich aber nicht nur auf die frühere Altstadt. Frank-Roland Klaube lädt die Leser und Betrachter zu einem Rundgang ein, der auch durch Stadtteile wie Waldau, Bettenhausen und Niederzwehren führt. Von dort geht es immer weiter Richtung Westen. Das frühere Hohenzollernviertel (heute Vorderer Westen) mit seinen Gründerzeithäusern ist gleich mehrfach vertreten.

Flott um die Kurve: Die Aufnahme zeigt einen Adler Triumph Junior am Ständeplatz in Blickrichtung Hohenzollernstraße (heute Friedrich-Ebert-Straße).

Weiter geht es durch Wilhelmshöhe und Kirchditmold bis hinauf zum Herkules. Den Begriff Alt-Kassel hat Klaube so über das Quartier zwischen Rathaus und Altmarkt hinaus ausgedehnt.

Es ist nicht das erste Buch, das er über die Stadtgeschichte geschrieben hat. „Neu war für mich, dass es die Bilder mittlerweile alle in digitalisierter Form gibt“, sagt Klaube. So habe er nicht wie sonst hauptsächlich in den Archivräumen an der Wildemannsgasse gesessen, sondern vieles am heimischen Computer bearbeitet.

Einkehr im Schlösschen Schönfeld: Die Aufnahme vor attraktiver Kulisse entstand in den 1930er Jahren.

Von den Wäscherinnen an der Fulda bis zum Sonntagskaffee vor Schlösschen Schönfeld waren Carl Eberth senior (1882 bis 1955) und sein gleichnamiger Sohn (1910 bis 1991) in der ganzen Stadt unterwegs. Ohne Probleme hätte man daraus einen noch viel dickeren Band bestücken können. Frank-Roland Klaube hat eine sehr interessante Auswahl getroffen.

Zissel auf der Fulda: Die Aufnahme aus dem Jahr 1934 zeigt vorn im Bild einen Nachbau des Schaufellraddampfers „Eduard“. Das Original war 1843 bei Henschel gebaut worden. Im Hintergrund sind die Drahtbrücke und das Kurbad Jungborn zu sehen.

Frank-Roland Klaube, Alt-Kassel – Bilder, die Geschichte erzählen, 96 Seiten, Wartberg Verlag, 19, 90 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.