Stadt startet Bieterverfahren

Investor und Ideen für Kasseler Markthalle gesucht

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Ort fürs besondere Einkaufserlebnis: So wie Peter Berger auf unserem Bild decken sich viele Besucher in der Kasseler Markthalle mit frischen und regionalen Produkten ein.

Die Stadt Kassel will ihre Markthalle in die Hände eines Investors geben, der das Markttreiben zukunftsfit machen soll. Bis Ende des Jahres soll feststehen, wer den Zuschlag erhält.

Der Investor soll außerdem alle damit verbundenen baulichen Veränderungen umsetzen. Kassels Stadtverordnete haben am Montag grünes Licht gegeben, ein entsprechendes Bieterverfahren einzuleiten. Bis zum Jahresende soll nach den Plänen der Stadtverwaltung feststehen, wer neuer Hausherr im Marstall wird. Noch mindestens ein weiteres Jahr dürfte es dauern, bis die Neuerungen im Betrieb wirksam werden.

Für etliche der rund 70 Marktbeschicker sind die derzeit unklaren Zukunftsaussichten ein Problem. Um ihnen etwas mehr Planungssicherheit zu geben, wolle die Stadt den im November auslaufenden Pachtvertrag mit der Markthallen-Betriebs-GmbH auf jeden Fall bis zum Jahresende 2020 verlängern, sagte Wolfgang Staubesand, der Leiter des städtischen Liegenschaftsamts.

Wolfgang Staubesand

Von einem noch zu findenden Investor erwarte die Stadt „neue und gute Ideen“ für den Markthallenbetrieb – und nicht zuletzt eine kundenfreundliche Ausweitung der wöchentlichen Öffnungszeit. „Wir haben ein hohes Interesse, dass der Betrieb gut funktioniert“, sagte Staubesand. Die Stadt werde allein nach der Qualität des vorgelegten Betriebskonzepts entscheiden. Es werde auch nicht möglich sein, dass sich Bewerber mit Pachtsummen überbieten, da die Stadt einen fixen Erbbauzins für den Marstall festlegen werde.

Der Zeitplan sieht nun nach Angaben des Liegenschaftsamtsleiters so aus:

  • In den kommenden Wochen, spätestens Ende April, will die Stadt Kassel die Kriterien des Bieterverfahrens veröffentlichen und zum Bewerben auffordern.
  • Für Ende Juli ist der Bewerbungsschluss vorgesehen, in der Folgezeit werden die Angebote geprüft.
  • In der zweiten Novemberhälfte könnten Grundstücksausschuss bzw. -kommission als städtische Gremien über den Zuschlag an einen Investor entscheiden. Falls erforderlich, käme das Thema am 9. Dezember auf die Tagesordnung des Stadtparlaments.

Somit dürfte es noch in diesem Jahr eine Entscheidung über die Zukunft des Marktbetriebs im Marstall geben, Jeder der derzeitigen Markthändler und Gastronomen muss sich dann entscheiden, ob er zu den Bedingungen eines neuen Betriebskonzepts weitermacht. Und von diesem Konzept ist wiederum abhängig, wie viel Geld in eine Umgestaltung des Marstallgebäudes fließen muss.

Standbetreiber sollen in künftiges Konzept einbezogen werden 

Die Stadt Kassel hat bestimmte Vorstellungen, welche Eckpunkte ein künftiges Markthallen-Konzept umfassen sollte. So heißt es in einer Parlamentsvorlage, es sei nicht gewünscht, dass die Halle „in einzelne klassische Ladenflächen unterteilt“ wird. Stattdessen solle das Bild weiterhin geprägt werden von kleinteiligen Marktständen, die „vorrangig von regionalen Anbietern oder Selbsterzeugern“ betrieben werden. Insbesondere sollten die bisherigen Standbetreiber ins künftige Konzept einbezogen werden. 

Ergänzend dazu sollen auch weiterhin gastronomische sowie kulturelle Nutzungen möglich sein – etwa Veranstaltungen außerhalb der Kernöffnungszeiten, wofür die baulich-räumlichen Voraussetzungen geschaffen werden müssten. Zudem wünscht sich die Stadt eine „deutliche Aufwertung und Neugestaltung“ der Außenflächen des Marstalls. Dessen prägende Nutzung solle auch künftig „die Funktion einer klassischen Markthalle“ bleiben, heißt es.

Hier befindet sich die Kasseler Markthalle

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