Reparatur könnte dauern

Kasseler Königsplatz bleibt trocken: Wasserspeier wegen Defekt außer Betrieb 

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„Das sieht doch aus wie ein Elefantenklo“: Willi Georg aus Oberzwehren ist von den Wasserspeiern auf dem Königsplatz nicht angetan. Deswegen hat er auch nicht bemerkt, dass sie wieder defekt sind.

Seit mehr als einer Woche sind die Wasserspeier auf dem Königsplatz abgestellt. Der Grund: Ein technischer Defekt. 

Laut eines Sachverständigen wird die Anlage möglicherweise deshalb in diesem Jahr nicht mehr in Betrieb gehen.

Die Brunnenanlage musste wegen eines technischen Defektes in der Steuerung der Wasseraufbereitung bis auf Weiteres außer Betrieb genommen werden. Erst nach Klärung des Defekts lasse sich abschätzen, welche Ersatzteile gegebenenfalls notwendig sind. Derzeit sei noch unklar, wie lange die Anlage ausfalle, so Stadtsprecher Michael Schwab.

Daniel Cicchiello, der bei der Stadt für die Haus- und Brunnentechnik zuständig ist, geht davon aus, dass die Speier in diesem Jahr gar nicht mehr in Betrieb genommen werden. Die Dossiertechnik sei in der Anlage aus 2005 „in die Jahre gekommen“. 

Die Technik der Brunnenanlage müsse deshalb jetzt von einem Sachverständigen überprüft werden. Mithilfe eines Gutachtens wolle die Stadt klären, ob die Anlage erweitert werden muss. Über mögliche Kosten könne man jetzt noch keine Schätzung abgeben, sagt Cicchiello.

Nicht das erste Mal, dass Speier ausfallen

Es ist nicht das erste Mal, dass die Speier ausfallen. Es sei in der Vergangenheit zu Ausfällen gekommen, weil in die Anlage eine Art Wetterstation eingebaut worden ist, so Cicchiello. Bei starkem Wind hätten sich die Speier selbst abgeschaltet. 

Allerdings würden sie später nicht wieder selbstständig angehen, damit niemand, der zufällig vor einem Speier steht, nass wird. In den Vorratsbehälter der Brunnenanlage passen laut Cicchiello 43.000 Liter. Je nach Witterung müssten täglich um die 10.000 Liter Frischwasser (das sind um die 50 Badewannen) nachgefüllt werden.

Laura Gude, die in dem Geschäft Samen Rohe am Königsplatz arbeitet, ist schon aufgefallen, dass die Speier nicht funktionieren. „Es ist sehr trocken.“ Die junge Frau hat ein zwiegespaltenes Verhältnis zu den Speiern. „Für die Atmosphäre sind sie schön, aber es ist auch eine Wasserverschwendung.“ Schließlich würde das Wasser, das aus den einzelnen Rüsseln kommt, nicht komplett in die dafür vorgesehenen Kanäle laufen. Ökotechnisch sei es deshalb nicht in Ordnung, sagt Gude.

Von Wasserspeiern nicht angetan

Ein älteres Ehepaar, das am Montagmittag auf dem Königsplatz Kaffee trinkt, ist von den Wasserspeiern nicht angetan. Aber wenn sie schon mal auf dem Platz stehen, dann sollten sie zumindest funktionieren, sagt die Frau.

Ihr Mann würde sich für den Königsplatz hingegen zehn bis zwölf Märchenbrunnen wünschen, wie es sich für eine Brüder-Grimm-Stadt gehöre.

Willi Georg aus Oberzwehren, der gestern sein Rad über den Platz schiebt, hat gar nicht bemerkt, dass die Speier nicht funktionieren. Er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass ihm die gesamte Anlage missfällt. „Das sieht doch aus wie ein Elefantenklo.“

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