Hessen-Initiative

Kassel will mit "Kompass" Sicherheitsgefühl der Bürger stärken

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Auch mit mehr Videoüberwachung will die Stadt für mehr Sicherheit sorgen. Jetzt nimmt sie an der Initiative Kompass teil.

Die Stadt Kassel will sich an einer Sicherheitsinitiative des Landes Hessen beteiligen. Sie trägt den Namen Kompass und soll unter anderem Straftaten abwenden.

Randale, Körperverletzungen und Vandalismus treten manchmal dort auf, wo man es nicht erwarten würde. So war es vor Kurzem, als die Kasseler Polizei wegen randalierender Jugendlicher in Mannschaftsstärke ausrücken musste, um an der Hessenschanze im Stadtteil Kirchditmold die eskalierende Situation zu befrieden.

Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD), der selbst lange Jahre Polizist war, führte diesen Einsatz nun bei einem Treffen mit Polizeiführern des Polizeipräsidiums Nordhessen und Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) als ein Argument dafür an, dass er sich an der Sicherheitsinitiative „Kompass“ des Landes beteiligen will.

Sicherheitsgefühl stärken

Ziel der Initiative ist, das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken. Aber auch, Straftaten im Vorfeld abzuwenden und die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Ordnungshütern der Stadt noch enger zu verzahnen.

Für mehr Sicherheit: Dezernent Dirk Stochla (von links), Kriminologin Britta Bannenberg, OB Christian Geselle, Innenminister Peter Beuth, Polizeipräsident Konrad Stelzenbach und der Leitende Polizeidirektor Michael Tegethoff stellten Kompass in Kassel vor.

Zum Auftakt des Programms „Kompass“ plant der zuständige Dezernent Dirk Stochla (SPD) vier Regionalkonferenzen, bei denen die Bürger aller Stadtteile über die Ziele der Sicherheitsinitiative informiert werden sollen. „Wir hoffen, tiefere Einblicke zu gewinnen, um unsere Ordnungskräfte gezielter einsetzen zu können“, sagte Stochla. Die Bürger sollen sich selbst engagieren und auf sicherheitsrelevante Stellen in ihrem Umfeld aufmerksam machen. Die aus Nordhessen stammende Professorin Dr. Britta Bannenberg von der Universität Gießen wird im Anschluss eine repräsentative Umfrage starten, bei der Kasseler Bürger angeben sollen, an welchen Orten sie sich unwohl fühlen. „Es gibt immer ein Dunkelfeld“, sagt die Wissenschaftlerin. Kriminelle suchten gern einen Schatten, um ihrer Tätigkeit nachzugehen.

Geselle will eine Sicherheitsoffensive starten. Dazu zähle beispielsweise die geplante Video-Überwachung zwischen Fünffensterstraße und Stern. Man habe die Sicherheitskräfte der Stadt bereits von 16 auf 24 Mitarbeiter aufgestockt. Als sichtbares Zeichen für den Willen der Stadt, Lärm, Vermüllung und Vandalismus konsequenter Einhalt zu gebieten, sollen laut Geselle die städtischen Ordnungshüter nächstes Jahr die Bezeichnung Stadtpolizei erhalten.

Sicherheitslage sei gut

Die Sicherheit trage auch zur Lebensqualität der Bürger bei. Mehr rechtliche Befugnisse, etwa das Tragen einer Waffe, seien mit der neuen Bezeichnung als „Stadtpolizisten“ aber nicht verbunden. Die Mitarbeiter würden aber zusätzlich geschult.

Minister Beuth und Polizeipräsident Konrad Stelzenbach lobten die bisherige Präventionsarbeit der Stadt Kassel als vorbildlich. Wie in ganz Hessen sei die Kriminalität auch in Kassel in den letzten Jahren stark zurückgegangen.

Die objektive Sicherheitslage in Hessen sei gut, nun gelte es auch, das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken.

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