Wölfe zur Verteidigung der Demokratie

Geplante Demo in Kassel: Künstler entwirft Skulpturen gegen rechten Hass

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Gegen „Wolfsmoral“: Bildhauer Rainer Opolka taucht mit seinen Wolfsskulpturen überall dort auf, wo er Demokratie und Menschlichkeit durch rechtsradikale Umtriebe gefährdet sieht. Das Bild entstand 2018 bei einer Aktion in Chemnitz.  

Mit Wölfen will er vor Rechtsextremismus warnen: Der Bildhauer Rainer Opolka plant zur möglichen rechten Demo am 20. Juli eine Kunst-Aktion auf dem Kasseler Königsplatz.

Mit acht überlebensgroßen Bronze-Wölfen auf dem Königsplatz will der Brandenburger Bildhauer Rainer Opolka bei einer Kunst-Demo am Dienstag, 16. Juli (10 bis 18 Uhr), zur Verteidigung der Demokratie aufrufen und des mutmaßlich von Rechtsextremisten ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke gedenken.

Manche der martialisch wirkenden Wolfsskulpturen recken die Pfote zum Hitlergruß, andere tragen Waffen. Insgesamt 80 Exemplare hat Opolka in den vergangenen Jahren gegossen und bringt sie an Orte, wo er Anlass für eine Warnung vor rechtem Hass sieht. Unter anderem in Dresden, Berlin und Chemnitz sowie in München beim NSU-Prozess war Opolka schon mit seinen Wölfen, denen er Bezeichnungen wie „Mitläufer“, „blinder Krieger“ und „Hassmörder“ gibt.

Warnung vor "Wolfsmoral"

Als sein Anliegen bezeichnet es der Künstler und Aktivist, vor dem allgemeinen Aufkommen einer „Wolfsmoral“ zu warnen. Diese „vergiftet das Denken, senkt die Schwellen des Sagbaren und tritt später vom Denken in die Wirklichkeit.“

Opolka macht keinen Hehl daraus, dass er vor allem die AfD als geistige Nährboden-Bereiterin für solche Verhältnisse ansieht. Mit „Hetze und Hasspropaganda“ stehe diese Partei für „Desinformation, eine Umwertung der Werte und eine von jedweder Rechtsstaatlichkeit entbundene Moral“, sagt Opolka, der für seine Aktionen immer wieder Anfeindungen aus der rechtsradikalen Szene ausgesetzt ist.

Kunst gegen Rechtsextremismus

Hinter dieser Haltung steht eine ungewöhnliche Biografie: Rainer Opolka und sein Zwillingsbruder Harald sind als Fabrikanten von Taschenlampen zu einem Millionenvermögen gekommen. In den 1990ern setzten sie als eine der ersten auf die neue LED-Technik und sich selbst an die Weltmarkt-Spitze. 

Nach dem Ausstieg aus dem operativen Geschäft widmeten sich die Brüder ganz der Kunst und der Kulturarbeit – und dem Einsatz gegen Rechtsradikalismus. 2012 kauften sie ein Schloss in Brandenburg, um dort einen Kulturtreff zu schaffen. Als dort 2014 bei einem Sommerfest für Politik- und Wirtschaftsvertreter auch Funktionäre der Landes-NPD auftauchten, wiesen ihnen die Opolkas die Tür.

Künstler will Lübcke ehren

Nach Kassel kommt Bildhauer Rainer Opolka nun mit seiner Skulpturen-Aktion, weil er damit nach eigenen Angaben Walter Lübcke ehren will: „Ich gedenke eines Menschen, der trotz hundertfältiger Anfeindungen den Rechtsradikalen Paroli geboten hat“, sagte er.

Es empöre ihn, dass Rechtsextreme ausgerechnet für den 20. Juli, den Jahrestag des gescheiterten Stauffenberg-Attentats auf Hitler, eine Demonstration in Kassel angemeldet haben – „augenscheinlich, um das Überleben des ,Führers‘ zu feiern“. Auch dagegen wolle er einen Akzent setzen.

Angekündigt hat Opolka zudem, er werde an die Stadt Kassel eine persönliche Spende von 5000 Euro übergeben. Dieses Geld solle zu gegebener Zeit „für eine würdevolle Gedenktafel an Walter Lübcke“ verwendet werden.

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Kommentare

egalAntwort
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also sowas als Kunst - weder für die Kunstwerke noch für den Künstler : nicht 1 Cent soll es mal mit arbeiten versuchen

egalAntwort
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weder Künstler noch seine Wölfe sind wirklich sehenswert und im TV einmal berichtet :-)))))))))))) sorry sehe hier nur Eigenwerbung.

egalAntwort
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Wie oft wird dieser Kommentar nun noch kopiert :-( immer dieses §-reiten mehr fällt MVB auch nicht ein. Wer solche "Künstler" unterstützen möchte kann dies ja tun allerdings scheint sich hier nur einer wichtigtun und hat nun einen passenden Rahmen gefunden. Kann da allerdings nichts positives feststellen und somit braucht dies sicherlich keiner.

Kommentare

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