Geldfälschung in vier Fällen

Mit Falschgeld bezahlt: 27-Jähriger kaufte Handys bei Ebay

+
Falschgeld in Form von 100 und 200-Euro-Scheinen (Symbolbild).

Er hatte mit Falschgeld Handys bezahlt: Ein 27-Jähriger aus Kassel wurde vom Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Ausgesetzt wurde die Strafe für drei Jahre zur Bewährung. „Ich bin selbst daran Schuld, dass ich hier sitze.“ Das waren die ersten Worte eines 27-Jährigen aus Kassel, der am Dienstag wegen Geldfälschung in vier Fällen vom Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt wurde. Amtsrichterin Ferchland setzte die Strafe für drei Jahre zur Bewährung aus.

Der Angeklagte hatte sofort eingeräumt und gestanden, im Dezember 2018 Falschgeld besessen und es in Kassel und Vellmar in Umlauf gebracht zu haben. Im Zeitraum vom 3. bis 6. Dezember soll er über die Online-Plattform Ebay von drei Anbietern jeweils ein iPhone 8 erworben haben. 

Bei Übergabe der Handys überreichte der 27-Jährige jeweils fünf gefälschte Hunderter

Bei der Übergabe der Geräte soll der Angeklagte den Verkäufern jeweils fünf 100-Euro-Scheine zur Bezahlung gegeben haben. Bei diesen 500 Euro handelte es sich allerdings um Falschgeld, was den Verkäufern nicht bewusst war.

Polizisten stellten 4500 Euro Falschgeld sicher

Bei einer anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung und seines Autos fanden die Polizisten weitere 30 100-Euro-Scheine, davon 25 in seinem Mercedes. Auf diesen Teil des Falschgelds hatte der Angeklagte die Polizisten bei der Durchsuchung hingewiesen. Insgesamt stellten die Beamten 45 100-Euro-Scheine bei dem Angeklagten und den Ebay-Verkäufern sicher.

Angeklagter gab Drogensucht als Grund für seine Tat an

Zum Zeitpunkt der Tat im vergangenen Dezember sei der Angeklagte nach eigenen Aussagen in verkehrten Kreisen unterwegs gewesen. Einige Probleme, Stress, Schulden und keine eigene Wohnung seien der Grund dafür gewesen, dass er in die Drogenszene abrutschte und einen extremen Kokain-Konsum hatte. 

„Das war eine sehr komische Zeit, wie ein Rausch“, sagt der 27-Jährige, der das Falschgeld von Personen aus der Drogenszene angeboten bekam. „Drogen sind keine Ausrede, aber wenn man Geld braucht, macht man auch sowas. Ich habe mir in dem Moment nichts dabei gedacht.“

Erst im Nachhinein, in der Untersuchungshaft, sei er sich bewusst gewesen, was er seiner Familie angetan habe und wie viel er in dieser Zeit kaputt gemacht habe. „Finger weg von Drogen, das ist jetzt mein Leitsatz.“

Angeklagter zeigte sich reumütig

Dass der Angeklagte bei der Verhandlung alles sofort einräumte und schon bei der Durchsuchung für klare Verhältnisse sorgte, wirkte sich vor dem Amtsgericht positiv für ihn aus. Tragend sei für die Staatsanwältin auch der Drogenkonsum gewesen. Daher sah sie einen minderschweren Fall, der den Strafrahmen nach unten zieht, und forderte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt ist. Zudem forderte sie Schadenswiedergutmachung und einen regelmäßigen Nachweis der Drogenabstinenz.

27-Jährige muss den Schaden wiedergutmachen

Dem schloss sich auch Richterin Ferchland in ihrem Urteil an, die dem 27-Jährigen neben der Freiheitsstrafe auf Bewährung eine Schadenswiedergutmachung an die drei Verkäufer in Höhe von jeweils 500 Euro auferlegte. Der Angeklagte nahm das Urteil an, da ihm schon im Vorfeld der Verhandlung die Schadenswiedergutmachung ein Anliegen gewesen sei. „Ich will mich wenigstens bei ihnen entschuldigen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.