Modernisierung wird zwei Jahre dauern

Bund gibt sieben Millionen Euro für Kasseler Museum für Sepulkralkultur

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Museum mit einzigartigem Profil: Zu einer Schau über Aberglaube und Tod gab es 2018 eine Mitternachtsführung. Rechts Vize-Museumsdirektor Gerold Eppler. 

Das Museum für Sepulkralkultur am Weinberg bekommt sieben Millionen Euro Fördermittel vom Bund. Die umfassende Modernisierung kostet insgesamt 14 Mio. Euro und wird zwei Jahre dauern.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am Donnerstag die Finanzspritze bewilligt. 

Das Geld ist vorgesehen für eine umfassende Modernisierung der veralteten Gebäudetechnik, für eine zeitgemäße Neukonzeption der Dauerausstellung und für die Erweiterung der Räumlichkeiten, unter anderem für museumspädagogische Angebote.

Der Bund gibt sieben Millionen Euro für Kasseler Museum

Insgesamt ist das Erneuerungsprojekt auf 14 Mio. Euro beziffert und soll bis 2025 verwirklicht werden. 

Museumsleiter Dr. Dirk Pörschmann erwartet nun, dass auch die Geldgeber der zweiten Finanzierungshälfte – das sind Land Hessen und Stadt Kassel, evangelische und katholische Kirche sowie Sponsoren und der Museumsförderverein – zügig ihre Zusagen erteilen. 

„Das ist eine ganz besondere Chance für uns“, kommentierte Pörschmann die vom Bund in Aussicht gestellte Finanzspritze. Nun könne die konkrete Planung beginnen.

Das Museum für Sepulkralkultur (Bestattungskultur) wurde 1992 eröffnet und umfasst ein Wirtschaftsgebäude der ehemaligen Henschel-Villa am Weinberg, das um einen Neubau ergänzt wurde. 

Die bundesweit einzigartige Einrichtung setzt sich auf vielfältige Weise mit den Themen Sterben, Tod und Totengedenken auseinander. Träger ist die als Verein verfasste Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal.

Finanzspritze für Museum für Sepulkralkultur

Museumsleiter Pörschmann, seit Anfang 2018 im Amt, hatte zunächst Pläne für eine Neukonzeption der in die Jahre gekommenen Dauerausstellung vorangetrieben. Nach seinen Worten soll das Museum Ende 2022, nach der documenta, an einen Ausweichstandort umziehen, der erst noch gefunden werden müsse. 

Im Lauf der folgenden zwei Jahre solle das Museum dann umfassend modernisiert und neu gestaltet werden. Aus der regionalen Politik kam Beifall für die Förderzusage aus Berlin. 

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels wies darauf hin, das Anliegen unterstützt zu haben, indem er den haushaltspolitischen Sprecher seiner Fraktion, Johannes Kahrs, im Sommer zu einem Ortstermin ins Sepulkralmuseum geholt habe. 

Gemeinsam habe man dann „erfolgreiche Überzeugungsarbeit geleistet“ und das Kasseler Projekt schließlich im Bundesetat für Kultur und Medien unterbekommen, sagte Gremmels.

Museum in Kassel wird mit sieben Millionen Euro gestärkt

Auch die CDU rechnet sich zu den Vätern des Erfolgs. Dieser sei „vor allem dem Engagement der Landesregierung und dem persönlichen Engagement von Justizministerin Eva Kühne-Hörmann zu verdanken, die sich vehement im Kanzleramt dafür eingesetzt haben“, sagte Marcus Leitschuh, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Stadtverordnetenfraktion.

Die Kasseler CDU-Vorsitzende Kühne-Hörmann selbst sagte, das Museum sei neben der documenta eine „weitere, in Deutschland einzigartige Kulturinstitution“, die ihren Sitz in Kassel habe.

Das Museum für Sepulkralkultur benötigte 2015 Fördergelder für die Sanierung. Unter anderem war der Sonnenschutz durch die Witterung zerstört worden.

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