4. bis 7. September

Kasseler Kulturfestival will rechte Tendenzen in Gesellschaft reflektieren

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Es darf auch gelacht werden beim Festival „Nach dem Rechten sehen“: Zum Beispiel über diesen Cartoon von Hauck & Bauer, den die Caricatura für die Braumanufaktur Steckenpferd zur Verfügung gestellt hat.

Das neue Kulturfestival "Nach dem Rechten sehen" bietet seinen Besuchern Vorträge, Workshops und Kulturveranstaltungen zum Thema Rechtsextremismus.

Spätestens am Donnerstag kommt Bewegung in den Kasseler Protest gegen den erstarkenden Rechtsextremismus. Das Berliner Electropunk-Duo Prada Meinhoff wird im Kulturzentrum Schlachthof auftreten. Sängerin Christin Nichols wird dann unter anderem Bertolt Brecht zitieren und Zeilen singen wie: „Der Angriff soll jetzt Tanzen sein.“ Das Motto lautet: „Tanzen für Vielfalt.“

Der Auftritt mit der Berliner Reggae-Klezmer-Band Rotfront und dem Marburger Trio Cressy Jaw ist Teil des ersten Kultur-Festivals „Nach dem Rechten sehen“, das von heute bis Samstag mit zahlreichen Vorträgen, Workshops und Kulturveranstaltungen den Blick auf „rechte Tendenzen in unserer Gesellschaft reflektieren will“, wie die Veranstalter sagen.

Das etwa zehnköpfige Organisationsteam hat sich bereits im vorigen Jahr in der Nordstadt zusammengefunden, als noch niemand ahnte, dass bald ein Politiker von einem Neonazi ermordet wird – und zwar in Nordhessen. Damals fragten sich die Veranstalter noch, wie es sein kann, dass im nur zwei Autostunden entfernten Themar (Thüringen) Europas größtes Rechtsrockfestival stattfinden kann, wie Mitorganisator Jannes Reh sagt.

Gegenöffentlichkeit bilden

„Nach dem Rechten sehen“ soll „eine kritische Gegenöffentlichkeit bilden“ und „Menschen ins Gespräch bringen, die ansonsten nicht organisiert sind“, wie sich der Student erhofft. Zusammen mit Einrichtungen wie dem Schlachthof und der Braumanufaktur Steckenpferd ist ein sehr vielfältiges Programm entstanden. Eine Auswahl.

Heute (19.30 Uhr, Schlachthof): Malte Lantzsch vom Mobilen Beratungsteam referiert über „Neonazi-Strukturen in Kassel“ und erklärt, „wieso der Mord an Walter Lübcke kein Zufall war“.

Donnerstag (16.30 Uhr, Karnak): Historiker Ulrich Schneider (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes) beleuchtet „Antifaschismus in Geschichte und Gegenwart“.

Freitag (16.30 Uhr, Schlachthof): Argumentationstraining gegen Rechts.

Samstag (16.30 Uhr, Schlachthof): Unter dem Titel „Kein Mensch ist illegal“ berichten Geflüchtete über ihre Erfahrungen.

Es wird aber nicht nur geredet. Neben dem Konzert am Donnerstag im Schlachthof heißt es Freitag „Rappen gegen Nazis“ (Karnak) und Samstag „Raven gegen Nazis“ (K19). Die meisten Veranstaltungen sind kostenlos – etwa auch die Ausstellung in der Braumanufaktur Steckenpferd, die Cartoons aus der Caricatura zeigt. Der Titel: „Kein Bier für Nazis“.

Programm: nachdemrechtensehen.wordpress.com

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