„Sanierung der Hallen rechnet sich“

Weniger Energie, weniger Kosten: Stadt Kassel zieht positive Zwischenbilanz bei Sporthallen-Sanierung

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Soll bis Herbst 2020 abgeschlossen sein: die Sanierung der 1966 erbauten und damit ältesten bestehenden Kasseler Sporthalle im Königstor. Die Kosten werden auf 3,9 Millionen Euro geschätzt.

Sechs der insgesamt zehn sanierungsbedürftigen Sporthallen in der Stadt Kassel sind bereits saniert - die Kostenersparnis wird laut Stadtbaurat Christof Nolda immens.

Nach Berechnungen der Stadt Kassel werden die sechs bereits abgeschlossenen oder noch laufenden Sanierungen ihrer Sporthallen deutlich Energie und damit Kosten einsparen. 

Im Vergleich zum Jahr 2010, als die Sanierung begann, wird die Stadt nach ihrem Abschluss (2020) rund 326.000 Euro pro Jahr weniger für den Strom- und Wärmeverbrauch zahlen. Das sei eine Einsparung von 53 Prozent, berichteten am Freitag Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) und Hochbauamtsleiter Dr. Axel Jäger.

Nach Sanierung von sechs der insgesamt zehn sanierungsbedürftigen Sporthallen erwartet die Stadt bereits eine Verringerung des Wärmeverbrauchs um 66 Prozent und des Stromverbrauchs um 77 Prozent. Trotz der hohen Investitionen rechne sich damit die Sanierung auch finanziell, betonten Nolda und Jäger. 

Insgesamt werden rund 11,5 Millionen Euro in die Sporthallen investiert

Die Investitionen von insgesamt 11,5 Millionen Euro seien – ohne Betrachtung von Preissteigerungen und Inflationsrate – allein durch die Energieeinsparung in etwa 14 Jahren abgezahlt. „Danach verdient die Stadt jährlich Geld“, sagte Jäger. Und je nach Verteuerung der Energiepreise könne die Investition auch schon deutlicher schneller abbezahlt sein.

Die Stadt Kassel besitzt inklusive der im Bau befindlichen Drei-Felder-Halle im Auepark zwölf Sporthallen . Bereits saniert sind die Emil-Junghenn-Halle, die Sporthalle Bettenhausen, die Sporthalle 1. Berufsschulzentrum und die Sporthalle Gabelsberg. Die Sanierungen laufen bei der Sporthalle Auepark und der Sporthalle Königstor. Vier weitere Hallen (Harleshausen, Oberzwehren, Waldau und Hegelsberg) müssten aufgrund ihres Alters und Zustandes noch saniert werden. Planungen gebe es dafür aber noch nicht, meinte Nolda.

Rund 6,5 Millionen Euro für die Sanierung sind Fördergeld

Axel Jäger, Leiter des städtischen Hochbauamtes Kassel.

Insgesamt werden rund 11,5 Millionen Euro in die sechs Sporthallen investiert. 6,5 Millionen davon stammen aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP I), eine weitere Million aus anderen Förderprogrammen. So verbleiben rund 4,5 Millionen Euro für die Stadt Kassel an Eigenmitteln.

Der Finanzeinsatz in diese gut vergleichbaren, weil ähnlichen „Sonderbauten“ lohne sich, erklärte Nolda. Die Sporthallen gehörten zu den am besten genutzten Gebäuden der Stadt. In der Regel seien sie durch Schulen, Vereine und Veranstaltungen wochentags von 8 bis 22 Uhr belegt, würden auch an Wochenenden genutzt.

Energetische Sanierung der Sporthallen stand im Fokus

Weil Sporthallen überdurchschnittlich hohe Verbräuche aufweisen, standen sie bei der energetischen Sanierung im Fokus. Dabei sei die Sanierung der baulichen Hülle und der Technik die Voraussetzung für weitere Schritte, sagte Jäger. Der Einspareffekt beim Stromverbrauch etwa gehe nicht nur auf die neue LED-Beleuchtung zurück. Die stromintensiven Luftheizungsanlagen würden durch Strahlungsheizungen ersetzt, das helfe Strom zu sparen.

Stadtbaurat Christof Nolda und Amtsleiter Axel Jäger sprachen sich am Freitag bei ihrer vorläufigen Bilanz der Sanierung dafür aus, dass auch die restlichen vier Sporthallen in den nächsten Jahren in Angriff genommen werden: in Harleshausen, Oberzwehren, Hegelsberg und Waldau. Das sei aber eine politische Entscheidung. Doch rechne sie sich nicht nur für die Stadt, sondern auch in Sachen Klimaschutz: Schon durch die Sanierung der sechs Sporthallen verringere sich der Kohlendioxid-Ausstoß um 269 Tonnen pro Jahr.

Die Sporthallen der Stadt Kassel und der Stand der Sanierungen im Überblick: 

  • TASK-Sporthalle Auepark: derzeit im Bau als Kooperation der Stadt und der Universität, soll 2020 fertiggestellt sein
  • Sporthalle Wilhelmshöhe: 2009 eröffnet, gilt als neuwertig
  • Emil-Junghenn-Halle: 1976 erbaut, Sanierung abgeschlossen, Kosten: 1,4 Mio. Euro
  • Sporthalle Bettenhausen: 1976 erbaut, Sanierung abgeschlossen, Kosten: 1,9 Mio. Euro 
  • Sporthalle 1. Berufsschulzentrum: 1985 erbaut, Sanierung abgeschlossen, Kosten: 0,8 Mio. Euro
  • Sporthalle Auepark: 1983 erbaut, Dach und Technik sollen bis Frühjahr 2020 saniert werden, Kosten: 2,3 Mio. Euro
  • Sporthalle Gabelsberg: 1968 erbaut, Sanierung abgeschlossen, Kosten: 1,2 Mio. Euro
  • Sporthalle Königstor: 1966 erbaut, soll bis Herbst 2020 saniert werden, Kosten: 3,9 Mio. Euro
  • Sporthalle Harleshausen: erbaut 1970, Sanierung ist mittelfristig geplant 
  • Sporthallen mit Schulsanierungen (GWGpro): Oberzwehren (1980/Georg-August-Zinn-Schule), Hegelsberg (1981/Schule Hegelsberg) und Waldau (1981/Offene Schule)

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