Immer wieder Veränderungen

So sah die Kasseler Königsstraße früher aus

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Blick vom Rathaus Richtung Martinskirche: So sah die Obere Königsstraße vor der Zerstörung in der Bombennacht vom 22. Oktober 1943 aus. Die Mauer rechts neben der Straßenbahn wird aktuell wieder nach dem historischen Vorbild rekonstruiert.  

Veränderungen hat es in der Königsstraße in Kassel immer wieder gegeben. Wir zeigen, wie Kassels Flaniermeile früher aussah.

In den Sommerferien wird die Königsstraße erneut zur Großbaustelle. Die Stadt investiert zehn Millionen Euro, damit Kassels wichtigste Einkaufsmeile von der Rathauskreuzung bis zum Stern attraktiver wird. Hinzu kommen Investitionen für neue Gleise, Kanäle und Versorgungsleitungen. Bis zum Jahresende sollen die Arbeiten nach mehreren Etappen abgeschlossen sein.

Veränderungen hat es an der Königsstraße schon häufiger gegeben. Ein Großteil der historischen Gebäude wurde in der Bombennacht vom 22. Oktober 1943 entweder zerstört oder stark beschädigt. Aber auch die Nachkriegsbebauung war teilweise nicht von langer Dauer.

Die Königsstraße um 1935: Am Rand erkennt man die Bäume, die in Höhe des Friedrichsplatzes nicht weit entfernt von der Straße standen.

Allein der Kaufhof hat sein äußeres Erscheinungsbild im Laufe der Jahrzehnte immer wieder verändert. Mit Unterstützung des Postkartenexperten Rolf Lang aus Niestetal, der über eine der größten historischen Sammlungen in der Region verfügt, haben wir einige Etappen der Geschichte nachvollzogen.

Dabei fällt auf, dass sich zum Beispiel die Baumpflanzungen am Friedrichsplatz und die Arbeiten am Vorplatz des Rathauses an historischen Vorbildern orientieren.

Fußgänger, Straßenbahn, Autos: So teilte man sich früher die Königsstraße.

Eine Konstante bei allen Veränderungen in den vergangenen gut 100 Jahren war die Straßenbahn. Die ist auf fast allen der älteren und nicht ganz so alten Aufnahmen der Königsstraße zu sehen. Ansonsten sind zumindest einige markante Gebäude stehen geblieben, die die Orientierung erleichtern. Trotz baulicher Veränderungen gehören dazu das Rathaus und die Martinskirche.

Die Obere und Untere Königsstraße sowie der Königsplatz sind übrigens nach Landgraf Friedrich I. (1676 bis 1751) benannt. Der Sohn und Nachfolger von Landgraf Karl war durch seine Heirat mit Ulrike Eleonore auf den schwedischen Königsthron gekommen. Er starb in Stockholm, in Kassel erinnert auch das Königstor an ihn.

Das frühere Kaufhaus Tietz 1935: Hier steht heute das Gebäude der Galeria Kaufhof.

Die Straßenbahn gehört seit 1877 dazu

Vor 142 Jahren fuhr zum ersten Mal eine Dampfstraßenbahn durch die Königsstraße. Das war im Jahr 1877. Damit liegt Kassel nach Paris und Kopenhagen an dritter Stelle in Europa bei der Einführung dieser Technik. Die ersten Bahnen fuhren von der Innenstadt nach Wilhelmshöhe. Später kamen zunächst Pferdebahnen und mit Beginn des 20. Jahrhunderts elektrische Straßenbahnen hinzu. Heute fährt auch die Regiotram, eine Kombination aus Eisenbahn und Straßenbahn, durch die Königsstraße.

Die Straßenbahn gehört dazu: Dieses Winterbild zeigt ebenfalls die Königsstraße.

Bei der aktuellen Sanierung der Königsstraße soll auch der Belag erneuert werden. Ursprünglich bestand der aus schwedischem Granit, der nach dem Krieg weiterhin verwendet wurde. Erst 1964 hat man diesen Belag ausgetauscht. Nach der Treppenstraße, die 1953 eröffnet wurde, gehörte die Königsstraße zu den ersten Fußgängerzonen in Deutschland. Ab 1961 durften hier keine Autos mehr fahren. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch die Parkmöglichkeiten auf dem Königsplatz wurden abgeschafft.

Die Bäume dicht am Straßenrand: Auch diese historische Aufnahme hat Vorbildcharakter. Die neuen Bäume am Friedrichsplatz rücken wieder näher an die Straße.

Bei der Sanierung der Königsstraße wird auch der Bereich am Friedrichsplatz umgestaltet. Hier standen früher die Bäume dichter an der Straße. Bei der Neuanpflanzung von 31 Linden in drei Reihen haben sich die Planer das als Vorbild genommen. Wenn man die Königsstraße vom Rathaus in Richtung Königsplatz und Stern hinunterblickt, wird man nach der Sanierung mehr Bäume und damit mehr Grün sehen als vorher. Aktuell laufen die Vorarbeiten, im Frühjahr 2020 sollen die neuen Bäume gepflanzt werden.

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