Antrag von Deutscher Umwelthilfe wird kontrovers diskutiert

Ohne Feuerwerk ins neue Jahr? Stadt Kassel prüft Antrag auf Böllerverbot zu Silvester

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Heiß umstritten: Stadt prüft Feuerwerksverbot.

Die Stadt Kassel prüft den Antrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH), ein kommunales Böllerverbot zu erlassen.

Die Stadt Kassel hat – wie 97 weitere Städte – ein Schreiben der DUH erhalten, in der diese fordert, privates Silvesterfeuerwerk in den Innenstädten zu untersagen. „Dies wird nun von uns geprüft“, teilte ein Stadtsprecher auf HNA-Anfrage mit. Wie lange die Prüfung dauern werde, dazu konnte er nichts sagen.

Die DUH hatte alle Städte angeschrieben, die im Jahresmittel mit mehr als 20 Mikrogramm Feinstaubpartikeln pro Kubikmeter Luft belastet sind. In Kassel lag der Wert 2018 im Jahresmittel bei 23,5 Mikrogramm. Der EU-Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm. 

Tatsächlich ist die Belastung durch die gesundheitsschädlichen Kleinstpartikel punktuell sehr unterschiedlich. In der jüngsten Silvesternacht schnellte sie am Messpunkt an der Kasseler Rathauskreuzung auf 745 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Dies ist das 30-Fache des Normalniveaus und war hessenweit der zweithöchste gemessene Wert zu Silvester.

Einige Städte haben schon reagiert

Laut Umweltbundesamt wird in einer einzigen Silvesternacht so viel Feinstaub in die Luft geblasen, wie sie 15 Prozent des jährlichen Auto- und Lkw-Verkehrs erzeugen.

Einige Städte – etwa Landshut – haben bereits ein privates Böllerverbot erlassen und veranstalten stattdessen eine zentrale Licht- und Lasershow. In einigen Kommunen gilt das Verbot in Teilen der Innenstadt. In Hannover war dies 2018 der Fall.

In Kassel äußern sich die Fraktionen unterschiedlich zum Antrag der DUH. Während die Grünen zur Debatte über Alternativen wie Laser- oder Lichtshows anregen wollen und die SPD-Fraktion das Thema zumindest diskutieren will , lehnt die CDU den Vorschlag ab. 

CDU: Regeln sind ausreichend

Die geltenden Regeln zum Umgang mit Feuerwerk seien ausreichend, so die CDU-Fraktion. Auch die FDP, die AfD und die Piraten sind gegen ein generelles Verbot. An neuralgischen Punkten – etwa in der Nähe von Fachwerkhäusern oder anderen sensiblen Orten – sei es aber nachvollziehbar und müsse von der Stadt geprüft werden.

Aus Sicherheitsgründen haben etliche Kommunen örtlich begrenzte Feuerwerksverbote erlassen. Sie gelten etwa in historischen Altstädten mit Fachwerkbestand oder an Krankenhäusern. Die Museumslandschaft Hessen-Kassel (MHK) verbietet seit Jahren das Abbrennen von Feuerwerk im Bergpark und hat dafür auch Ordner abgestellt. Der Verkauf von Feuerwerk an Privatpersonen ist vom 29. bis 31. Dezember zulässig. Gezündet werden darf es nur an Silvester/ Neujahr.

 

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