Das Programm ist ein Assistent

Macht das Leben leichter: Kasseler Firma Fino automatisiert Finanzprozesse

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Ein Teil des Fino-Teams: Andreas Burkart (von links), Christian Heimrich, Martin Nahrgang (sitzend), dahinter Firmengründer Florian Christ, Lisa Finke, Paul Schmidt und Carina Osthold.

Kennen Sie das auch? Rechnungen, Versicherungsunterlagen, Behördenschreiben landen vom Briefkasten auf dem Schreibtisch und stapeln sich. Dabei hilft die Kasseler Firma Fino.

Alle zwei Wochen versucht man, Ordnung in das Briefchaos zu bringen, und macht die Ablage. Das kostet Zeit, die man auch anders verbringen könnte. Vor allem schöner, finden die Spezialisten vom Kasseler Startup Fino. Ihr Motto: Weniger Finanzen, mehr Du („Less finance, more you“).

Und damit mehr Du geht, haben sie verschiedene Produkte entwickelt, die das Finanzleben leichter machen. Etwa den ersten voll automatisierten und intelligenten Kontowechsler, mit dem Kunden innerhalb weniger Schritte und Minuten ihr komplettes Bankkonto, inklusive aller Zahlungspartner, von der Alt- zur Neu-Bank wechseln können.

Programm sammelt Post

Oder die Rechnungs-Management-Software Getmyinvoices (deutsch: Erhalte meine Rechnungen), die Unternehmen die vorbereitende Buchhaltung vereinfacht. Denn sie ermöglicht dem Kunden unter anderem den automatischen Download von Rechnungen und Kontoauszügen aus über 5000 Online-Portalen, den Rechnungsimport aus E-Mail-Postfächern und das Scannen von Papierbelegen.

„Das Programm sammelt die Post aus verschiedenen Kanälen, zum Beispiel Rechnungen und E-Mails, in einem digitalen Briefkasten“, erklärt Unternehmensentwickler Christian Heimrich. „Das ist wie ein digitaler Aktenordner.“

Die Software verarbeitet die Dokumente mit einer Texterkennung und exportiert sie beispielsweise an die Buchhaltung und den Steuerberater. Sie liest und versteht sie also. „Das spart dem Unternehmen einen Tag Administration pro Woche beim Finanzmanagement“, sagt Fino-Pressesprecher Martin Nahrgang. 

Automatisierte Prozesse

„Das Programm ist ein Assistent, der lästige Prozesse automatisiert und darüber hinaus Handlungsempfehlungen gibt“, erläutert Heimrich. So weist es den Anwender beispielsweise darauf hin, wie lange er beim Bezahlen einer Rechnung noch Zeit hat, um den Skontoabzug zu nutzen und so Geld zu sparen.

Seit Kurzem ist Fino auch Teil des B-Braun-Accelerators (vom englischen accelerate = beschleunigen). Das ist ein Programm des Medizintechnik-Unternehmens für Startups. Gemeinsam mit B. Braun testet Fino, wie sich Getmyinvoices in dem Melsunger Konzern anwenden lässt, um das Zahlungsavis, also die Ankündigung einer Zahlung oder Rechnung, zu automatisieren. Das Programm läuft über sechs Monate. Am Ende soll eine spezialisierte Lösung bei B. Braun implementiert werden.

Doch Finos Ambitionen enden nicht in Melsungen. Das Startup, 2015 zu viert gegründet, beschäftigt heute 80 Mitarbeiter in seiner Zentrale im Kasseler Science Park und 60 weitere an den Standorten in Hamburg und Lübeck. Und auch den europäischen und amerikanischen Markt hat das Fintech-Unternehmen im Blick. Das Ziel: „Bis 2020 einen Fino-Service in jeder zweiten Hosentasche in Europa und den USA“, sagt Heimrich.

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