Neue Kampagne

Eine Tram gegen Gewalt: Straßenbahn wirbt in Kassel für mehr Respekt

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Wirbt für Respekt: Diese Bahn fährt jetzt durch Kassel.

Für mehr Respekt gegenüber Einsatzkräften der Feuerwehr, des Rettungsdienstes, des Ordnungsamtes und der Polizei wirbt jetzt auch eine Straßenbahn in Kassel. 

„Solidarität mit Einsatzkräften – mit Menschlichkeit und Respekt“ steht in großen Lettern auf der Bahn der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG). In den vergangenen Jahren seien Einsatzkräfte immer häufiger mit verbaler oder auch tätlicher Gewalt konfrontiert worden, sagte Kassels Ordnungs- und Brandschutzdezernent Dirk Stochla, als er am Donnerstagmorgen im KVG-Betriebshof an der Wilhelmshöher Allee die Respekt-Bahn vorstellte. „Hier wollen wir aktiv gegensteuern. 

Mit unserer Bahn bringen wir das Thema Respekt in das Bewusstsein der Stadtgesellschaft. Stochla thematisierte in diesem Zusammenhang auch die Respekt-Serie der HNA, die in diesem Sommer erschienen ist. Die Artikel seien bei den Mitarbeitern sehr gut angekommen. Unterstützt wird die Kampagne der Stadt vom Regierungspräsidium Kassel, der Polizei, dem Verein Bürger und Polizei und der KVG.

Die KVG wirbt mit einer Straßenbahn für mehr Respekt.

Es vergehe keine Woche, in der die KVG nicht die Polizei anfordern müsse, weil es zu Problemen in Bussen und Bahnen gekommen ist, so KVG-Vorstand Dr. Thorsten Ebert. Deshalb unterstütze man die Aktion sehr gern.

Auf der Bahn sind übrigens keine Models abgebildet, sondern echte Einsatzkräfte von Polizei, Ordnungsamt und Feuerwehr, die täglich in der Stadt unterwegs sind, um anderen Menschen zu helfen.

So reagieren Straßenbahnfahrer auf die Kampagne

Thomas Bornscheuer arbeitet seit 1985 bei der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG). Er ist Straßenbahnfahrer und Fahrlehrer. In der Tram hat er oft genug erlebt, dass einige Kunden ihm und seinen Kollegen wenig Respekt entgegenbringen. Von daher findet es Bornscheuer gut, dass jetzt eine Straßenbahn durch Kassel fährt, die für einen respektvollen Umgang wirbt. 

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„Das ist absolut super.“ „Unsere Fahrer erleben viele schöne Geschichten, aber auch nicht so schöne“, so KVG-Vorstand Dr. Thorsten Ebert. Besonders Kontrolleure müssten sich oft Beschimpfungen anhören, wenn sie Schwarzfahrer erwischt haben. Bei Situationen, wo eigentlich klar sei, wer im Recht ist. 

Junge Menschen sind in Berufen gefragt

Die Straßenbahn wirbt aber nicht nur für einen respektvollen Umgang mit Einsatzkräften. Auf der anderen Seite der Bahn wird Nachwuchs für die Berufe bei Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und dem städtischen Ordnungsamt gesucht. „Wir haben die Gelegenheit, für diese besonderen Berufe mit einer besonderen Herausforderung zu werben“, so Kassels Ordnungs- und Brandschutzdezernent Dirk Stochla. 

Diese Berufe seien für die Gesellschaft sehr wichtig und daher seien junge Menschen gefragt. „Je mehr Frauen und Männer sich für diese Arbeit interessieren, ob beruflich oder ehrenamtlich, desto mehr Menschen werben auch für den Respekt von Einsatzkräften“, so Regierungsvizepräsident Hermann-Josef Klüber. Deshalb sei es wichtig, dass die Tram beide Botschaften vermittele.

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