Probleme bei Überschreibung

Umbau des Kasseler Hugenottenhauses verzögert sich - Neubau erst ab Frühjahr 2020

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Neues Leben soll im Kulturdenkmal einziehen: Das Hugenottenhaus an der Friedrichsstraße soll in mehreren Bauabschnitten umgestaltet werden. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2020 beginnen.

Der Umbau des Hugenottenhauses an der Friedrichsstraße in ein Haus der Kunst und Kultur wird sich verzögern.

Erst im Frühjahr sollen mit dem Teilabriss und Neubau begonnen werden, so Architekt Michael Majcen vom Kasseler Investor „5Fenster GmbH & Co“. Es habe Probleme bei der Überschreibung des Eigentums gegeben. Diese seien geklärt. Zuvor hatte das 1826 errichtete Hugenottenhaus dem Immobilienkonzern Aroundtown mit Hauptsitz Luxemburg gehört.

Eigentlich hätte in diesen Tagen bereits der Teilabriss des Hugenottenhauses laufen sollen. Geplant ist, die linke Hälfte des Gebäudes abzureißen. Die linken drei Fensterachsen gehören nicht zum ursprünglichen Hugenottenhaus, sondern sind der Überrest des ehemaligen Palais des Landgrafen, das im Krieg zerstört wurde. In der Nachkriegszeit wurde dieser Gebäudeteil dem Hugenottenhaus optisch angepasst.

Hugenottenhaus in Kassel: Diskussionen im Denkmalbeirat

Wegen der Abrisspläne hatte es im Denkmalbeirat der Stadt Diskussionen gegeben. Zum einen, weil einige Mitglieder den kompletten Erhalt der historischen Bausubstanz fordern, zum anderen, weil die Neubaupläne für die entstehende Abrisslücke einigen Beiratsmitgliedern „zu dominant“ gewesen seien, wie Majcen berichtet. 

Hier liegt das Hugenottenhaus

„Diese Bedenken wollen wir ernstnehmen und nutzen die kreative Pause, um die Pläne für diesen Gebäudeteil noch mal zu überdenken“, so der Architekt weiter. Majcen verweist darauf, dass das Hugenottenhaus in seiner ursprünglichen Form denkmalgerecht wiederhergestellt werde. Dies sei mit einem hohen Aufwand verbunden. 

Hugenottehaus in Kassel: "Wir müssen einen Kompromiss finden"

In der durch den Teilabriss entstehenden Lücke soll dann das Eingangsgebäude zum Areal entstehen. „Dieser Neubau soll dem Hugenottenhaus nicht die Show stehlen, aber durchaus wahrnehmbar sein. Wir müssen einen Kompromiss finden“, sagt Majcen.

Der Architekt geht davon aus, dass ab Frühjahr die Arbeiten beginnen können. Der Bauantrag und der Abrissantrag würden aber erst nächstes Jahr gestellt.

Das Projekt ist in drei Bauabschnitte unterteilt. Ziel der Investoren ist es, dass Hugenottenhaus und das Eingangsgebäude bis zur documenta 2022 fertigzustellen. Anschließend sind zwei weitere Neubauten auf dem benachbarten Parkplatz und auf einer dahinter liegenden Brachfläche geplant, die an die Fünffensterstraße grenzt. Dort soll Platz für Büros und Gewerbe entstehen. Wohnraum ist nicht geplant.

Hinter der Investorenfirma steht ein Kasseler Trio: die Architekten Majcen und Matthias Tunnemann (beide Sprengwerk) und der Unternehmer Udo Wendland.

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