Hier finden Menschen Gesellschaft

Weihnachten in der Kasseler Karlskirche: Niemand muss alleine feiern - Gotteshaus Heiligabend geöffnet

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Haben 200 Geschenke eingepackt: (von links) Beate Geydan, Marga Simon, Valerie Krasnogor, Inge Böhle und Karin Masuch in der Karlskirche.

In der Kasseler Karlskirche finden Menschen, die Heiligabend nicht allein zu Hause feiern möchten, Gesellschaft. 

Kassel - Beate Geydan hat schon seit Jahren Heiligabend nicht mehr zu Hause gefeiert. Die Frau geht stattdessen jedes Jahr in die Karlskirche, um Jesu Geburt mit Menschen zu feiern, die alleine sind. Beate Geydan gehört zu den freiwilligen Helfern, die diesen Abend bereits Tage zuvor in der Kirche vorbereitet haben.

Am Samstag packte sie gemeinsam mit Karin Masuch und weiteren Helfern bereits 200 Geschenke ein, die am Heiligabend an die Menschen in der Kirche verteilt werden. Karin Masuch wird am Dienstag ebenfalls mit Mann und Sohn in die Kirche kommen, um den Abend in einer großen Gruppe zu verbringen. „Das ist sehr schön. Das macht Spaß und wir empfinden das als Bereicherung“, sagt Masuch.

Pfarrerin Inge Böhle öffnet die Karlskirche von 19.30 bis 22 Uhr für die Menschen, die „nicht allein zu Hause feiern wollen, sondern in Gemeinschaft mit vielen“. Es wird gemeinsam gegessen, gesungen und natürlich beschert.

Weihnachten in der Karlskirche: Geschenke wurden gespendet

Die Geschenke (darunter Bücher, Tassen, Regenschirme, Halstücher und Pflegeprodukte) haben Kasseler Geschäftsleute gespendet, sagt Böhle. Auch die kalten und warmen Speisen (Salate, Suppe, Würste und Lasagne), die am Heiligabend in der Kirche angeboten werden, seien gespendet worden. Zudem werden noch 200 Tüten mit Lebensmitteln gepackt, die die Menschen am Ende des Abends mit nach Hause nehmen dürfen.

Die ehrenamtlichen Helfer und Mitglieder des Kirchenvorstandes verpackten aber nicht nur 200 Geschenke, sondern schmückten auch die Kirche.

Weihnachtsbaum in der Karlskirche ist besonders schön geschmückt

Besonders ins Auge fällt der große Weihnachtsbaum, an dem 365 gefaltete Sterne hängen. Für jeden Tag des Jahres einer. Diesen Origami-Schmuck hat Matthias Eichel aus 110 Gramm schwerem Papier hergestellt. Das habe wohl ein halbes Jahr gedauert, sagt der 62-Jährige aus Harleshausen. Origami sei schon seit über 40 Jahren sein Hobby, so Eichel.

Die Vorlagen für seine Sterne kämen aus der ganzen Welt, sagt Eichel. Sie stammten von Künstlern rund um den Erdball.

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