Stadt informiert über Initiative Kompass

Wie sicher fühlen sich die Kasseler? 10.000 Bürger sollen befragt werden

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Auf dem Podium: Ordnungsamtsleiter Ulrich Krebs (von links), Oberbürgermeister Christian Geselle, Polizeivizepräsident Eberhard Möller, der Leitende Polizeidirektor Michael Tegethoff und Polizeihauptkommissar Jan Selchow informierten über die Sicherheitsinitiative Kompass.

„Gemeinsam für mehr Sicherheit in Kassel“ war das Motto der ersten Regionalkonferenz der Initiative Kompass - ab November sollen Kasseler zu ihrem Sicherheitsempfinden befragt werden.

Im Bürgersaal des Kasseler Rathauses wollten Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) sowie Vertreter des Polizeipräsidiums Nord und des Ordnungsamtes am Donnerstagabend mit Bürgern über das Thema Sicherheit ins Gespräch kommen.

Die sei zentraler Bestandteil der Lebensqualität, sagte Geselle eingangs. „Mit Kompass wollen wir herausfinden, wie das subjektive Sicherheitsempfinden der Menschen in Kassel ist und wo wir genauer hingucken müssen“, so der OB und ehemalige Polizist.

Initiative Kompass des Hessischen Innenministeriums ist bundesweit einmalig

Das bundesweit einmalige Programm wurde 2017 vom Hessischen Innenministerium ins Leben gerufen. Kassel nimmt als erste hessische Großstadt teil. Ziel sei eine detaillierte Sicherheitsanalyse, auf deren Basis passgenaue Lösungen für die Probleme vor Ort gefunden werden sollen, sagte Polizeihauptkommissar und Kompass-Berater Jan Selchow am Donnerstagabend. „Wir wollen uns neben dem objektiven Hellfeld auch um das subjektive Dunkelfeld kümmern.“

Ab November sollen 10.000 zufällig ausgewählte Kasseler befragt werden

Empirische Daten soll eine repräsentative Bürgerbefragung liefern. 10.000 zufällig ausgewählte Kasseler werden dazu ab Mitte November angeschrieben und anonym zu ihrem subjektiven Sicherheitsempfinden befragt. „Dabei geht es nicht nur um Kriminalität, sondern auch um andere Faktoren wie etwa Vermüllung im Park, Schmierereien an den Wänden oder mangelnde Beleuchtung“, erläuterte Selchow. 

Kriminologen der Uni Gießen werden die Umfrage auswerten

Abgefragt werde auch, ob man selbst in den vergangenen zwei Jahren im Stadtgebiet Opfer geworden sei. Die von der Uni Gießen entwickelten Fragebögen können per Post zurückgesandt werden – ein frankierter Rückumschlag liegt bei – oder auch online ausgefüllt werden. Die Umfrage wird anschließend von Kriminologen der Hochschule ausgewertet und analysiert. Der Ergebnisbericht mit Empfehlungen soll voraussichtlich im kommenden Frühjahr präsentiert werden. „Wir hoffen auf eine rege Beteiligung der Bürger“, so Selchow.

Bürger trugen einige Anliegen bereits zur Regionalkonferenz vor

Die Möglichkeit, sich zu beteiligen, nutzten am Donnerstagabend schon einige Besucher der Regionalkonferenz. Neben den bekannten Brennpunkten im Bereich der Unteren Königsstraße und am Stern kamen vor allem kritische Zustände im direkten Umfeld verschiedener Schulen im Stadtgebiet zur Sprache.

So monierte etwa die Schulleiterin der Martin-Luther-King-Schule Bianca Mai-Lindenberg den öffentlichen Alkohol- und Drogenkonsum auf dem Gelände an der Schillerstraße sowie den angrenzenden Straßenstrich. Schülerinnen würden nicht selten belästigt. „Wir haben kein Sicherheitsgefühl. Wir haben definitiv ein Unsicherheitsgefühl“, sagte sie. Ähnlich äußerten sich Vertreter der Arnold-Bode-Schule und der Schule Am Wall.

Termine für eeitere Regionalkonferenzen in Kassel

  • Bereich „Süd-West“: Donnerstag, 7. November, 18 Uhr, Heinrich-Schütz-Schule, Freiherr-vom-Stein-Straße 11;
  • Bereich „Ost“: Freitag, 8. November, 18 Uhr, Offene Schule Waldau, Stegerwaldstraße 45. 

Anmeldungen sind unter kompass@kassel.de erwünscht.

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