Mitarbeiterin verlangte Tarif, der noch nicht gilt

Kasseler ärgert sich über Post: Mehr für Sendung gezahlt als nötig

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Verärgert über die Post: Klaus Hoffmann sollte für das Verschicken eines Buches schon den Tarif bezahlen, der erst ab 1. Januar 2020 gilt.

Klaus Hoffmann aus Kassel ist häufig Kunde bei der Post. Der Kasseler verkauft regelmäßig Bücher bei Ebay und verschickt diese dann als Bücher- und Warensendung an die Käufer.

Als er nun bei der Post-Partnerfiliale am Bebelplatz wieder einmal ein Paket auf den Weg schicken wollte, staunte er nicht schlecht. Denn er musste einen Tarif bezahlen, der noch gar nicht gilt. Hintergrund ist eine Angebots- und Preisänderung der Deutschen Post. Diese sieht vor, dass Bücher- und Warensendungen teurer werden und es zudem nur noch zwei statt bisher sechs Preiskategorien gibt. 

Eigentlich sollte die Reform schon ab 1. Juli gelten. Doch viele Großkunden aus dem Buchhandel konnten ihren Versand nicht so schnell auf die Änderungen umstellen. Also verschob die Post ihre Reform auf den 1. Januar 2020.

Doch als Hoffmann jetzt mit seiner Büchersendung in der Filiale am Bebelplatz stand, verlangte die Dame am Schalter bereits 1,90 Euro für das bis zu 500 Gramm schwere Buch. Eigentlich wären dafür nur 1,20 Euro zu zahlen gewesen. Die Frau am Postschalter habe zwar eingeräumt, dass noch die günstigeren Preise gelten würden – allerdings nur für Kunden, die ihre Sendungen bereits frankiert hätten. Weil Hoffmann sein Paket vor Ort frankieren ließ, müsse sie 1,90 Euro berechnen. Dies seien die Vorgaben der Post.

Der 70-Jährige verstand zwar nicht, warum er nun 70 Cent mehr für die gleiche Leistung zahlen sollte, nur weil er zuvor keine Briefmarke auf das Paket geklebt hatte. Letztlich akzeptierte er dies aber und brachte beim nächsten Mal ein mit 1,20 Euro vorfrankiertes Paket in die Filiale. „Das wurde anstandslos akzeptiert“, sagt Hoffmann.

Sonderbriefmarken als Entschuldigung

Auf HNA-Anfrage teilt die Deutsche Post mit, dass der Aufschub der Preisreform für alle Kunden gelte – egal, ob ein Paket vorher frankiert wurde oder dies erst in der Filiale geschieht. Alle Postfilialen seien dazu umfassend informiert worden. Auch in der Post-Partnerfiliale am Bebelplatz versicherte man dem Sprecher der Deutschen Post, dass man dies auch genau so umsetze.

Klaus Hoffmann konnte der Redaktion aber einen Beleg vorlegen, der beweist, dass von ihm 1,90 Euro Porto kassiert wurden. „Letztlich geht es ja nur um 70 Cent. Aber ich bin ja kein Einzelfall. Wenn Hunderte zu viel Geld bezahlen, dann lohnt sich das für die Post“, sagt der Kasseler. Nachdem sich der Postsprecher der Sache persönlich annahm, konnte er das Versehen aufklären. Hoffmann soll jetzt als Entschuldigung einen Satz Sonderbriefmarken erhalten.

Neue Tarife ab Januar 2020

Wer Bücher, Broschüren oder kleinere Gegenstände verschicken will, der kann dafür die Bücher- und Warensendungen der Deutschen Post nutzen. Bislang gelten dafür sechs Tarife. Zwei für Büchersendungen: Je nach Größe 1,20 Euro oder 1,70 Euro. Warensendungen kosten je nach Größe und Gewicht zwischen 1,30 Euro und 2,35 Euro. Ab 1. Januar 2020 gelten für Bücher und Waren nur noch zwei Tarife: 1,90 Euro (bis 500 Gramm) und 2,20 Euro (bis 1000 Gramm).

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