Stadt arbeitet an Lösung

Kasseler Campingplatz soll zur documenta wieder öffnen

Idyllisch gelegen: Kassels Campingplatz soll im nächsten Jahr wieder öffnen, zunächst auf den beiden, insgesamt 1,2 Hektar großen Flächen, die die Stadt von Bund und Land pachtet. Das Kerngrundstück mit dem Gebäude befindet sich noch in Privatbesitz. Archivfoto:  Koch

Kassel. Seit 2013 ist der Kasseler Campingplatz an der Fulda dicht. Spätestens Anfang Juni nächsten Jahres und rechtzeitig zur Weltkunstausstellung soll der Platz wieder öffnen. 

Rechtzeitig zur documenta 14 will die Stadt Besuchern wieder einen Campingplatz an der Fulda anbieten. Spätestens Anfang Juni soll der neue Platz mit zunächst 80 Stellplätzen nutzbar sein. Dazu werde es eine vorläufige Lösung mit einem Angebot von 80 Plätzen und einer zweckmäßigen Infrastruktur geben, sagte gestern Stadtkämmerer Christian Geselle. Betreiber werde zunächst Kassel Marketing sein.

Seit 1988 befindet sich die Kernfläche des Fuldacamps in Privatbesitz. Seit einem Brand im Jahr 2013 ist Kassels einziger Campingplatz jedoch dicht. Um Gästen, die mit Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt anreisen, wieder ein Angebot machen zu können, arbeitet die Stadt mit Hochdruck an einer Lösung. So wurde im April das südliche Areal des Campingplatzes zunächst für zwölf Jahre vom Land gepachtet. Ab 1. Januar nächsten Jahres ist die Stadt zudem Pächterin des an die Fulda grenzenden Areals, das dem Bund gehört.

Das Kerngrundstück mit dem Campingplatzgebäude, das sich in einem Zwangsversteigerungsverfahren befindet, möchte die Stadt wieder zurückkaufen beziehungsweise ersteigern. Dazu befinde man sich in Verhandlungen mit den einstigen Campingplatzbetreibern. Um in der kommenden Saison und zur documenta den Campingplatz wieder öffnen zu können, wird erst einmal ohne das Kerngrundstück geplant. So soll die Einfahrt verlegt und sollen auf den von Bund und Land gepachteten Flächen Wege und Parzellen angelegt werden, erläutert der Geschäftsführer von Kassel Marketing, Andreas Bilo.

Für Rezeption und Kiosk werde es eine temporäre Lösung geben. Mobile Sanitäreinrichtungen, nämlich hochwertige Edelstahl-Container, die für die Flüchtlingsversorgung angeschafft wurden, könnten außerdem gut genutzt werden.

Christian Geselle

Bei den Plänen für das Provisorium habe man eine dauerhafte Lösung im Blick, versicherte Geselle. Sollte die Stadt spätestens zum Zwangsversteigerungsverfahren im Herbst nächsten Jahres wieder im Besitz des Kerngrundstücks sein, werde das Gelände 2018 weiter erschlossen. Ziel sei es, einen Vier-Sterne-Platz mit 125 Plätzen zu schaffen. Dazu würde voraussichtlich das bestehende und durch einen Brand stark beschädigte Gebäude durch einen Neubau ersetzt. Auch ein Spielplatz, ein Lagerfeuerplatz und zwei Bootsanleger sind geplant. Für Planung und Bauausführung habe man die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft GWG beauftragt. Veranschlagt seien Investitionskosten von 1,5 Millionen Euro, wobei zunächst 750 000 Euro im Haushalt 2017 bereitgestellt werden – vorausgesetzt, dem Haushaltsentwurf wird im Stadtparlament zugestimmt.

„Wir haben eine vernünftige, tragfähige Lösung gefunden, die sich zügig umsetzen lässt und eine langfristige Perspektive bietet“, freut sich Geselle.

Kassel Marketing erwartet zunächst einen Umsatz für den Campingplatz von rund 200.000 Euro aus rund 30.000 Übernachtungen von April bis Oktober – eine ganzjährige Öffnung mit weiterem Umsatzpotenzial sei denkbar. Im nächsten Jahr wird zunächst Kassel Marketing den Platz in Eigenregie betreiben, per Ausschreibung soll dann an einen professionellen Betreiber verpachtet werden. Der benachbarte Wohnmobilplatz gehört der Stadt.

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