Sommerfest mit Star-Zeichner Nic Klein

30 Jahre bunte Bilder: Kasseler Comic-Galerie feiert Geburtstag

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Das Team der Comic-Galerie in der Opernstraße (von links): Anita Martinsohn-Kohlt, Inhaber Michael Codina-Koch und der langjährige Mitarbeiter Peter Brostmeyer. Der Pappaufsteller zeigt die DC-Heldin Wonder Woman.

Kassel. Die Comic-Galerie in der Opernstraße feiert runden Geburtstag. Wir haben mit Inhaber Michael Codina-Koch über drei Jahrzehnte voller bunter Bilder und Sprechblasen gesprochen.

Comics sind nur etwas für Nerds? Das stimmt schon lange nicht mehr. „Inzwischen liest jeder Otto Normalbürger Comics – vom Jugendlichen bis zum gesetzten Mittvierziger“, sagt Michael Codina-Koch, Inhaber der Comic-Galerie in der Opernstraße. Dass die Geschichten um Batman, Superman und Co, Tim und Struppi und Donald Duck mittlerweile auch unter Literaturliebhabern eine seriöse Alternative zum Roman darstellen, ist ein Grund dafür, warum es die Comic-Galerie seit nunmehr 30 Jahren gibt.

Wir haben mit Codina-Koch auf drei Jahrzehnte voller bunter Bilder und Sprechblasen zurückgeblickt. Eigentlich fing alles sogar noch früher an, in den 70ern nämlich, als Codina-Koch seine ersten Comic-Hefte auf Flohmärkten kaufte. Hoch im Kurs beim damals 13-Jährigen standen „Fix & Foxi“ und „Felix“. Auf einem dieser Flohmärkte lernte Codina-Koch auch Mirko Raabe kennen, der damals den ersten Comicladen Kassels in der Lutherstraße betrieb.

Durch diese Begegnung reifte in Codina-Koch die Idee, ebenfalls einen Comicladen zu eröffnen. 1988 schlug er dann gemeinsam mit einem Freund zu. Als in der Frankfurter Straße, ganz in der Nähe des Auestadions, eine Versicherung auszog, mieteten die beiden den kleinen Laden an und eröffneten die Comic-Galerie, kurz CoGa. 

„Angefangen haben wir als Antiquariat“, sagt Codina-Koch. Doch mit der Zeit brachten immer mehr Verlage Comics auch in den Buchhandel. Die Nachfrage nach Superhelden, Fantasy-Wesen und Weltraumabenteurern stieg, sodass der Laden, den Codina-Koch ab 1989 alleine führte, schon bald zu klein wurde. 1996 zog er deshalb in den fast viermal so großen Laden in der Opernstraße um, den er heute mit seiner Schwester Anita Martinsohn-Kohlt und seinem langjährigen Mitarbeiter Peter Brostmeyer betreibt.

In der Opernstraße erweiterte Codina-Koch sein Sortiment, bot noch mehr neue Titel sowie Material für Fantasy-Rollenspiele und Merchandise-Artikel an. „Es wurde von Jahr zu Jahr besser.“ Bis in den frühen 2000ern über mehrere Jahre hinweg fast durchgehend Baustellen vor dem Laden waren. „Da blieb uns die Laufkundschaft komplett aus“, sagt Codina-Koch.

„Ohne unsere treuen Stammkunden wäre es damals sehr schwierig geworden.“ Für die Stammkunden ist die CoGa mehr als nur ein Laden, in dem sie neue Hefte und Sammelbände kaufen. Sie ist ein Treffpunkt, zum Kartenspielen und Fachsimpeln.

Durch die gestiegene Popularität japanischer Mangas – vor allem „Dragon Ball“ Ende der 90er – und Superheldinnen wie Wonder Woman würden inzwischen deutlich mehr Mädchen und Frauen in seinen Laden kommen, sagt Codina-Koch. Auch Computerspiele, Fernsehserien und vor allem das Kino hätten extrem zur Beliebtheit einzelner Comicfiguren und Heftreihen beigetragen. Und weil die großen Comicverlage Marvel und DC ihre Kinofilm-Universen um die „Avengers“ und die „Justice League“ immer weiter ausbauen, ist ein Ende des Comic-Hypes nicht in Sicht. Das dürfte bei Codina-Koch und seiner CoGa-Crew Vorfreude auf den nächsten runden Geburtstag wecken.

Am Samstag, 25. August, feiert die Comic-Galerie ab 10 Uhr mit einem Sommerfest ihr 30-Jähriges. Neben einer Tombola gibt es einen Cosplay-Wettbewerb. Außerdem signieren drei Comiczeichner – unter anderem Nic Klein („Deadpool“).

Die Gesichter der Comic-Galerie

Inhaber der Comic-Galerie: Michael Codina-Koch

Michael Codina-Koch (56)

In der Comic-Galerie seit: Anfang an Deshalb liebe ich Comics: Weil sie für mich die schönste Form der Kunst sind, Bild und Schrift auf die beste Weise miteinander vereinen. Mein Lieblingscomic: „Watchmen“ von Alan Moore und Dave Gibbons, DC Comics 1986 bis 1987 Wenn ich nicht in der Comic-Galerie wäre: Hätte ich eine Eisdiele auf Hiddensee eröffnet.

Langjähriger Mitarbeiter in der Comic-Galerie: Peter Brostmeyer

Peter Brostmeyer (45)

In der Comic-Galerie seit: 2001 Deshalb liebe ich Comics: Weil sie mich seit meiner Kindheit nicht mehr loslassen (wollen). Mein Lieblingscomic: „Kingdom Come“ von Mark Waid und Alex Ross, DC Comics 1996 Wenn ich nicht in der Comic-Galerie wäre: Dann wäre ich freier Lebenskünstler.

Seit 1996 mit dabei: Anita Martinsohn-Kohlt, Schwester von Inhaber Codina-Koch

Anita Martinsohn-Kohlt (61)

In der Comic-Galerie seit: 1996 Deshalb liebe ich Comics: Weil es für mich wahre Kunst ist, wenn ein Bild mit relativ wenig Text eine Geschichte erzählt. Mein Lieblingscomic: „Magritte: Das ist keine Biografie“ von Vincent Zabus und Thomas Campi, Carlsen 2016 Wenn ich nicht in der Comic-Galerie wäre: Wäre ich Innenarchitektin geworden.

Immer im Laden mit dabei: Hündin Pippa

Pippa (8)

In der Comic-Galerie seit: 2016 (vorher auf den Straßen Rumäniens daheim) Deshalb liebe ich Comics: Comics? Ich bin hier, weil die anderen Drei mir Futter geben. Und weil mich die Kunden so gerne kraulen. Mein Lieblingscomic: Na ja, okay. Ab und an schmökere ich dann doch mal in einem „Tim und Struppi“-Band. Wenn ich nicht in der Comic-Galerie wäre: Müsste ich mir andere Menschen suchen, die mich füttern. Deshalb bleibe ich.

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