Erkundung des neuen Ladens

Kasseler Innenstadt: Fußgängerstau zur H&M-Eröffnung

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Neugier auf die umgebauten Räume: Kurz vor der Eröffnung hatten sich etwa 100 Menschen auf der baustellenbedingt schmalen Fußgängerpassage vor dem Modehaus versammelt.

Das frühere Modehaus Köhler an der Oberen Königsstraße ist nach einjährigem Umbau kaum wiederzuerkennen. Am Donnerstag hat dort die Modekette H&M eröffnet.

 „Gibt’s hier was umsonst?“ Am Donnerstagvormittag ist dieser Passant nicht der Einzige auf der Oberen Königsstraße, der sich über den Menschenauftrieb an der Ecke zur Opernstraße wundert. Die Eröffnung des neuen, viergeschossigen Modehauses von H&M hat etwa 100 Neugierige angelockt, die auf die Öffnung der Ladentüren warten. Das sorgt zeitweise für einen Fußgängerstau auf der Einkaufsmeile, denn wegen der laufenden Bauarbeiten gibt es für Innnenstadtbummler derzeit nur eine abgegrenzte Passage, die vor dem Geschäft verläuft.

Um Punkt 11 Uhr kommt dann Bewegung in die Menge: Innen zählen die 44 Mitarbeiter um Filialleiter Alexander Schmieding johlend Countdown, Absperrbänder werden feierlich zerschnitten, draußen werden Dutzende Handys gezückt. Dann strömt das Einkaufsvolk hinein, erkundet die Etagen und das Warenangebot.

Wer das frühere Modehaus Köhler noch im Gedächtnis hat, erkennt das Innere des Gebäudes kaum wieder. Die zentralen Treppen sind weg, der Parterre-Bereich ist nach Wegfall eines Zwischengeschosses zur großzügigen Eingangshalle mit 4,50 Metern Höhe geworden. Linker Hand geht es mit einer kompakten Rolltreppe in Wandnähe zu den weiteren Geschossen. Die 1. Etage kommt einem bekannt vor, sie hat nach wie vor einen Verbindungsgang zur angrenzenden Königs-Galerie. Das Tiefgeschoss hat nun, anders als die Köhler-Damenabteilung Stella, keinen eigenen Eingang zur Königsstraße mehr.

Mehr Raum in der Höhe: Der neue Erdgeschossbereich des Modehauses. An der Wand rechts ist die neue Rolltreppe zu erkennen.

Beim Ladendesign hat H&M an dem neuen Kasseler Standort eine Schippe draufgelegt. Die Anmutung ist anheimelnder und weniger karg durch hölzerne Böden und Raumteiler, grüne Deko-Pflanzen, Cremetöne statt kaltem Weiß an den Wänden und gemütliche Sitzecken, wo man an Steckerleisten zielgruppengerecht sein Smartphone aufladen kann.

Alles wirke edler, besser präsentiert, „ein bisschen wie in Frankfurt“, findet Lea Hamel (18) und meint damit: großstädtischer. „Kein Vergleich zum alten H&M.“ Mit ihrer Freundin Ilka Bornkessel (20) ist sie zur Eröffnung gekommen, die beiden jungen Frauen tragen diverse modische Fundstücke zur Kasse.

Sofas für die Shopping-Pause: Ilka Bornkessel (links) und Lea Hamel probieren die Auflademöglichkeiten fürs Smartphone aus.

Ein Eröffnungsgast hat extra seinen Sommerurlaub in Cornwall unterbrochen, um für einen Tag nach Kassel zu reisen: Ludwig Vordemfelde, der frühere Köhler-Betreiber und Eigentümer der Immobilie. Das Ergebnis des einjährigen Umbaus, der vom Kasseler Büro HHS Architekten koordiniert wurde, sei „traumhaft“ geworden. Zusammen mit der Planungsabteilung von H&M sei an dem prominenten Standort „eine hochmoderne Einzelhandelsimmobilie“ entstanden.

Umbau geschafft: Hauseigentümer Ludwig Vordemfelde (links) und Filialleiter Alexander Schmieding.

Von der Gesamtfläche her hat die Modekette dort nicht allzu viel mehr Platz als in den bisherigen Räumen einige Häuser weiter, für die noch kein Nachnutzer bekannt ist. Der Hauptgrund für den Umzug sei „tatsächlich die Chance gewesen, in dieses tolle Haus einziehen zu können“, sagte H&M-Sprecherin Laila Helmy.

Früher fuhr man mit dem Auto aufs Modehaus-Dach

Beim Umbau des Modehauses sind die Planer laut Eigentümer Ludwig Vordemfelde auf eine knifflige, ungewöhnliche Aufgabe gestoßen: Ein Aufzug für Autos musste aus dem historisch anmutenden Gebäude ausgebaut werden. „Der war noch bis vor etwa fünf Jahren in Betrieb“, berichtete Vordemfelde. Bis zu 22 Fahrzeuge hätten auf dem Dach der Alten Kommandantur parken können.

Wer sich das schwer vorstellen kann, muss wissen, dass die ziegelgedeckten Dachschrägen und Giebel nur eine Art Schaufassade sind. Dahinter erstreckt sich eine ebene Fläche von 900 Quadratmetern. Davon wird laut Vordemfelde knapp die Hälfte von haustechnischen Anlagen in Beschlag genommen. Die Restfläche solle noch begrünt werden, um als innerstädtische Bienenweide zu dienen.

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