Nach Ende des Zweiten Weltkriegs

Kasseler Magistrat tagt zum 1500. Mal

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Diese Kasseler Magistratsmitglieder stießen auf die Jubiläumssitzung des Gremiums an: (vorn von links) die hauptamtlichen Dezernenten Dirk Stochla (SPD), Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD), Susanne Völker (Parteilos) und Christof Nolda (Grüne); dahinter (von links) die ehrenamtlichen Stadträte Helga Weber (Grüne), Renate Fricke (FDP), Heinz Schmidt (CDU), Barbara Herrmann-Kirchberg (CDU), Bernd Peter Doose (CDU), Richard Schramm (Grüne), Hendrik Jordan (SPD), Hajo Schuy (SPD), Christian Klobuczinski (Freie Wähler), Gabriele Fitz (SPD), Esther Kalveram (SPD) und Dr. Marlis Wilde-Stockmeyer (Linke). Es fehlten die Dezernenten Anne Janz (Grüne) und Ilona Friedrich (SPD) sowie der Stadtrat Thomas Schenk (AfD).

Kassel. Zur 1500. Sitzung nach Ende des Zweiten Weltkriegs kamen am Montag die haupt- und ehrenamtlichen Mitglieder des Kasseler Magistrats zusammen.

Zwei Besonderheiten gab es in der ersten Sitzung im Januar 1946 und am Montag in der 1500. Sitzung des Kasseler Magistrats: Ahle Wurscht und Alkohol. Dass es sich dabei um eine absolute Ausnahme handelte, versicherten Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD), die weiteren Dezernenten und die ehrenamtlichen Stadträte, als sie am Montagmorgen vor ihrer eigentlichen Sitzung auf das Jubiläum dieses Gremiums anstießen.

Der Anfang

Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der kommissarische Magistrat der Stadt Kassel am Donnerstag, 10. Januar 1946, einberufen. Die Sitzung unter Leitung von Oberbürgermeister Willi Seidel (SPD) fand Aufzeichnungen zufolge in der Ratstrinkstube des Rathauses statt. Wo das genau gewesen sei, ob etwa der Ratskeller gemeint sei, könne man nicht sagen, erklärte der heutige OB Geselle. Die Bildung des Gremiums hatte die amerikanische Militärregierung genehmigt. Sie war auch in der Sitzung dabei. Von den zwölf unbesoldeten Stadträten gehörten sechs der SPD, drei der Kommunistischen Partei, zwei den Liberal-Demokraten und einer der CDU an.

Die Bedeutung

„Hierin erblicke ich den ersten Schritt zu einer Demokratisierung der städtischen Verwaltung“, hatte Oberbürgermeister Seidel zur Bedeutung der Magistratsgründung erklärt. Hauptthemen der ersten Sitzung waren die Not der Bewohner und der Wiederaufbau der Stadt nach dem Krieg. Es ging etwa um Wohnraum, um Schulen und die Ernährung der Bevölkerung.

Die Aufgaben

Die Geschäftsordnung für den Magistrat der Stadt Kassel trat zum 1. Januar 1954 in Kraft und gilt bis heute. Seit dem Beginn 1946 tagt der Kasseler Magistrat alle 14 Tage, Ausnahme bilden die Parlamentsferien und die Feiertage. Der Magistrat, der am Montagvormittag zusammenkommt, ist für die laufende Verwaltung verantwortlich und handelt nach Stadtverordnetenbeschlüssen, die er vorbereitet und umsetzt. Laut Stadt erhalten Stadträte eine monatliche Aufwandsentschädigung von 450 Euro.

Die Zusammensetzung

Dem Kasseler Magistrat gehören, wenn Ilona Friedrich (SPD) als erste Bürgermeisterin der Stadt am 1. November hinzustößt, sechs Dezernenten und 13 ehrenamtliche Stadträte an. Richard Schramm (Grüne) und Heinz Schmidt (CDU) sind am längsten dabei (seit 1997). Premiere hatte gestern Dirk Stochla (SPD): Für den neuen Dezernenten war es die erste Magistratssitzung in Kassel.

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