Ab 22 Uhr

Party im Club York: Kasseler Professoren am Plattenteller

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Die Vorbereitungen zu „profs@turn-tables“ im Club York laufen: VWL-Professor Ivo Bischoff (links) bekommt noch einige Tipps von Daniel Endresz (DJ Endtrax). Die Party, bei der acht Professoren der Uni Kassel für den guten Zweck auflegen, beginnt am Freitag um 22 Uhr. 

Kassel. Zu einer Party der etwas ungewöhnlicheren Art kommt es am morgigen Freitag im Kasseler Club York. Ab 22 Uhr legen bei „profs@turn-tables“ acht Professoren der Uni Kassel für den guten Zweck auf.

Der gesamte Eintrittserlös geht an das Kinder-Palliativteam „Kleine Riesen Nordhessen“. Wir waren bei der gestrigen Probe dabei und haben uns mal umgehört, was es von den Akademiker so auf die Ohren gibt.

„Während meiner eigenen Studienzeit in Gießen lief Wave und Post-Punk rauf und runter“, sagt VWL-Prof Ivo Bischoff, der morgen als einer der ersten am Mischpult stehen wird. Die eigene Studienzeit des 47-Jährigen, das war zwischen 1990 und ’96. Velvet Underground, Lou Reed und New Model Army hießen Bischoffs Helden von damals. „Aber davon ist vieles nicht discotauglich“, weiß der Finanzwissenschaftler, für den es eine Premiere am Plattenteller wird.

Geschafft haben es in seine Setlist neben Songs von Muse, Kasabian, The Prodigy und Placebo auch deutschsprachige Lieder von Kraftklub, Casper, Deichkind und Tocotronic – ein bunter Mix aus Alternative Rock, Brit-Pop, Electro und Hip Hop mit Tiefgang also.

Bitte um Nachsicht

Überzeugt werden musste Bischoff trotz fehlender DJ-Erfahrung nicht lange. Einer seiner Studenten sei auf ihn zugekommen, „da habe ich sofort ja gesagt“. Trotz aller Vorfreude hat er auch Respekt vor der Aufgabe, einen ganzen Club zu bespielen und wirbt unter dem voraussichtlich überwiegend studentischen Publikum um Toleranz, wenn nicht jeder Übergang passt. „So, wie ich es beim Korrigieren auch mache“, fügt Bischoff mit einem Augenzwinkern hinzu.

Die Musikauswahl der Professoren ist – generationsbedingt – überwiegend gitarrenlastig, dennoch dürfte für so ziemlich jeden Geschmack etwas dabei sein. Mathematik-Professor Andreas Meister spielt Classic-Rock von Journey bis Kiss, Psychologie-Professorin Heidi Möller jagt den „Goldenen Reiter“ und andere Hits der Neuen Deutschen Welle durch die Boxen, Joel Bauman, Professor für Neue Medien und Rektor der Kunsthochschule, spielt Sommermusik der 80er und 90er aus Frankreich und Mechanik-Prof Andreas Ricoeur belebt mit Pearl Jam und Soundgarden – aber ohne Nirvana – unter anderem den Grunge wieder.

Bei BWL-Professor Andreas Mann kann es in einem Set zwischen Funk, Pop und Rock „durchaus auch einen James-Brown-Klassiker“ geben, während Jan-Henrik Witthaus aus der Romanistik Pop, Ska und Latino-Hip-Hop bietet – „aber garantiert nicht ’Despacito’“.

Der einzige Professor mit Vorerfahrung am Mischpult ist Simon Schindler (Psychologie). Er hat bereits während seiner Studienzeit in Mannheim aufgelegt. Von ihm gibt es mit Faithless, Macklemore und Seeed einen Mix aus „House, Hip Hop und allem, was stark nach vorne geht“.

Der Eintritt für „profs@turntables“ im York, Obere Königsstraße 4, beträgt sieben Euro. Wer mehr für die „Kleinen Riesen Nordhessen“ geben möchte, ist dazu herzlich eingeladen. Veranstalter ist der Rotaract Club Kassel, Partner von Rotary.

Hintergrund: Kleine Riesen Nordhessen

Der gemeinnützige Verein Kleine Riesen Nordhessen ist Träger des Kinder-Palliativteams zur ambulanten Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen in Nordhessen und hat seinen Sitz am Klinikum Kassel. Ziel ist es, nicht nur die schwerstkranken Kinder und Jugendlichen, sondern auch ihre Eltern, Geschwister und Familien, möglichst in ihrem gewohnten Umfeld zu betreuen. Den Kindern, die an tödlichen Krankheiten leiden, sollen möglichst schmerzfrei einige gute Tage bereitet werden. Das Kinder-Palliativteam setzt sich dafür ein, dass unheilbar schwerstkranke junge Patienten ganzheitlich versorgt und begleitet werden und im Kreise ihrer Familie Zuhause sterben dürfen.

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