Kasseler Traditionsbetrieb Schellberg: Seit sieben Generationen Leben für den Rummel 

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Traditionsreich: Kevin Schellberg (links) gratuliert seinem Großvater Elmar Schellberg zum 80. Geburtstag.

Kassel. Mit 80 noch kein bisschen müde: Elmar Schellberg, Oberhaupt einer großen nordhessischen Schausteller-Familie feierte am Montag Geburtstag. Zu den Gratulanten zählt auch Enkel Kevin Schellberg (27).

Vor über 25 Jahren erinnerte sich Elmar Schellberg in unserer Zeitung an ein märchenhaftes Weihnachtsgeschenk, das er 1948 von seinem Großvater Wilhelm Schellberg geschenkt bekommen hatte: ein in Laubsägearbeiten selbst hergestelltes Miniatur-Kettenkarussell. Verziert war die schöne Arbeit mit Märchenmotiven.

Jahrmärkte und Rummel im Allgemeinen, dazu gehört auch der Kasseler Weihnachtsmarkt, bringen die Augen des Seniors, der seinen 80. Geburtstag feiert, noch immer wie ein Kind zum Leuchten. „Das ist mein Leben“, sagt er und zählt die Stände auf, die zurzeit von Mitgliedern der großen Schellberg-Familie betrieben werden: Autoscooter, Kinderkarussell, Scirocco, aber auch ein Fischbrötchen-, Glühwein- und sein eigener Imbiss-Stand, an dem es zünftig Bratwurst und Pommes rot-weiß gibt. Dass zwei Weihnachtsmarkt-Angebote jetzt den HNA-Test in Hinblick auf „Märchenhaftigkeit“ gewonnen haben, mache ihn stolz. Die Schellbergs nähmen ihren Job ernst und böten keinen Nippes, sondern Qualität.

Es versteht sich fast von selbst, dass ein Vollblut-Schausteller wie Schellberg über Jahrzehnte im Vorstand des Schaustellerverbands Kassel-Göttingen aktiv war. Inzwischen ist die nordhessische Schellberg-Dynastie in siebter Generation unterwegs. Während der Sommermonate, so erzählt Elmar Schellberg, leben er und seine Frau Karin wie es sich gehört für Schausteller, im Wohnwagen. Lediglich im Winter beziehe man das komfortable Haus in Waldau.

Einer der vielen Gratulangen war gestern auch ein Enkel (von insgesamt vier), Kevin Schellberg (27), der mit seinem Opa mit einem Glas Glühwein anstieß. „Er ist ein ganz lieber Mensch“, sagt er über den Patriarchen der Familie. „Er hält alle zusammen, weil er gut vermitteln und ausgleichen kann. An seinem Opa, der außer dass er nicht mehr so gut sieht, noch fit sei, bewundere er, dass er noch jeden Tag „im Business drin“ sei.

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