Grünen-Politiker soll bleiben

Kassels Citykaufleute sprechen sich für Baudezernent Nolda aus

Christof Nolda

Kassel. Die City Kaufleute Kassel möchten, dass Baudezernent Christof Nolda (Grüne) in Kassel weiter Stadtbaurat bleibt. Das erklären sie in einem Brief.

Gerichtet ist der an Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD).

Wie berichtet,hatte sich Nolda in Potsdam als Baudezernent beworben und war dort durchgefallen. In Kassel sieht er keine Perspektive mehr, weil er in der Stadtverordnetenversammlung offensichtlich keine Mehrheit für eine Wiederwahl hat.

Wie der Vorsitzende der Kaufleute, Gerhard Jochinger, jetzt gegenüber der HNA erklärte, habe man mit Nolda stets gut, seriös und erfolgreich zusammengearbeitet. Man schätze den 54-Jährigen als Fachmann, es gehe nicht um Parteipolitik, sagt Jochinger: „Christof Nolda ist meiner Meinung nach einer der besten Stadtbauräte, die ich in mehr als 30 Jahren in Kassel kennen lernen durfte.“ Andere Stadtbauräte, die ebenfalls überzeugend gearbeitet hätten, wären Christiane Thalgott (Stadträtin von 1987 bis 1992) und Uli Hellweg (1992 bis 1996) gewesen. Thalgott habe etwa die Neue Fahrt zu einer urbanen Einkaufsstraße gemacht, ohne Hellweg sei die Entwicklung der Unterneustadt nicht vorstellbar.

Gerhard Jochinger

Nolda habe wie Thalgott und Hellwig Planungsprozesse transparent gestaltet und Wünsche und Anregungen der Kaufleute mit einbezogen. Jochinger: „Darüber kann ich mir, der seit 30 Jahren wichtige Projekte in Kassel verwirklicht, ein Urteil bilden.“ Ein Beispiel: Die Kaufleute wünschten, dass im Zuge der Umgestaltung der Königsstraße wichtige Gebäude beleuchtet werden. Dieses Projekt, so Jochinger, werde nun umgesetzt.

Die Kaufleute hoffen, weiter und langfristig mit Nolda zusammenarbeiten zu können. Es dürfe nicht um politische Vorstellungen und Neigungen, sondern um das Wohl der Stadt Kassel gehen.

Jochinger legt Wert auf die Feststellung, dass Nolda von der Initiative der Kaufleute nichts wisse.

Auch die Kasseler Architektin Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, bricht eine Lanze für Christof Nolda. „Was passiert hier eigentlich?“ fragt Ettinger-Brinckmann. „Alle fallen über Nolda her.“ Was nicht gehe, seien schnelle Verurteilungen: „Architektur, Städteplanung braucht Zeit.“ Was in Kassel nötig sei, sei eine positive Stimmung für innovative Städteplaner. Ettinger-Brinckmann: „Wir brauchen ein Klima für mutige Entwürfe.“Nolda sei da der richtige Mann.  

Lesen Sie auch:

Analyse: Noldas geplatzte Wahl in Potsdam rückt Kasseler Probleme in den Fokus

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.