Grüne Stadträtin

Kassels neue Dezernentin: Ulrike Gote hat ihren Dienst angetreten

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Freut sich, dass es jetzt losgeht: Ulrike Gote (53), die zum 1. August im Kasseler Rathaus ihr Amt als Schuldezernentin angetreten hat. 

Seit 1. August ist sie bei der Stadt Kassel zuständig für die Bereiche Bildung, Jugend, Gesundheit  und Frauen: die neue Dezernentin Ulrike Gote. 

Die bunten Bilder der Vorgängerin sind weg. Ansonsten scheint das Rathaus-Büro der Kasseler Schuldezernentin unverändert: rechts die Tischgruppe mit Stühlen, zum Fenster hin der Schreibtisch in L-Form, an der Wand die halbhohen Aktenschränke. Bei Ulrike Gote sieht es so aus, wie es zuvor bei Anne Janz ausgesehen hat.

Nur hinter dem Schreibtisch sitzt nun eben die 53-jährige Oberfränkin. Kassels neue Schuldezernentin, gewählt für die nächsten sechs Jahre. „Ich freue mich, dass es jetzt endlich losgeht“, sagt Ulrike Gote am Dienstag, dem vierten Tag im Amt. Sie sei noch dabei, im Rathaus anzukommen. Und sie sei froh, ein so eingespieltes und gut funktionierendes Team übernehmen zu dürfen.

Kontinuität ist auch bei Zuständigkeiten erkennbar

In den ersten Tagen habe sie schon einige der Amtsleiter und Mitarbeiter kennengelernt. Weitere Gespräche sollen folgen – in der Stadtverwaltung, aber auch in der Stadtgesellschaft. „Ich werde als Dezernentin nicht nur hier in meinem Büro im Rathaus sitzen. Ich gehe auch gern raus“, betont Gote.

Die Grüne aus Bayreuth versucht, die neue Herausforderung in Kassel gelassen anzugehen. Kontinuität ist nicht nur im Büro, sondern auch bei den Zuständigkeiten erkennbar. Gote hat exakt die Aufgaben der Vorgängerin übernommen. Der Dezernatszuschnitt ist geblieben. Geblieben ist damit auch die Zuständigkeit für Bildung, Jugend, Frauen und Gesundheit sowie für die Ämter und die rund 1000 Mitarbeiter.

Nach ihren ersten Eindrücken zeigt sich die Geoökologin damit sehr zufrieden. „Das ist ein interessantes und gut gebündeltes Dezernat, weil die Themen die Menschen direkt betreffen“, sagt die langjährige bayerische Landtagsabgeordnete. Es sei „sehr sehr nah an den Menschen dran“. Allein mit Bildung und Gesundheit ist Gote für das zuständig, was wohl alle Kasseler betrifft.

Mit Problemen offen umgehen

In mancher Hinsicht sei Kassel vorbildlich, meint die gebürtige Triererin. „Das Schulamt etwa ist ein Schulgestaltungsamt.“ Das sei gut, denn die Schulentwicklung und -gestaltung seien „unbedingt zusammen zu denken“. Nein, sie habe keine Konzepte für die drängendsten Probleme parat, betont die Dezernentin. Es sei ihr wichtig, es den Leuten auch zu erklären, warum etwa Kita-Plätze fehlen und daher die Kita-Container benötigt werden. Sie wolle offen mit den Problemen umgehen.

Privat kommt die 53-Jährige ebenfalls gerade in Kassel an. Für einige Zeit hatte sie sich in ein Boarding-Haus eingemietet. Inzwischen habe sie eine schöne Wohnung im Stadtteil Mitte gefunden. Von dort könne sie mit der Straßenbahn oder noch lieber mit dem Fahrrad zur Arbeit ins Rathaus fahren. Sie werde nicht jedes Wochenende nach Bayreuth pendeln, sagt die Ehefrau und Mutter von drei Kindern. Sie wolle auch an Wochenenden Termine in Kassel wahrnehmen. „Ich hoffe, dass meine Familie dann zu mir kommt.“

Gewählt mit 38 Stimmen

Die von den Grünen vorgeschlagene Ulrike Gote erhielt am 24. Juni in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung die Mehrheit von 38 der insgesamt 71 Stimmen. Sie war die einzige Kandidatin, die in dieser Sitzung zur Wahl als neue Schuldezernentin stand. 33 Stadtverordnete lehnten die Grüne aus Bayern bei dem geheimen Wahlgang ab. Rein rechnerisch waren diese 38 Stimmen zwei Stimmen mehr, als die Koalition aus SPD, Grünen und dem fraktionslosen Stadtverordneten Andreas Ernst vorweisen kann (36). 

Für Ulrike Gote als neue Dezernentin für Bildung, Frauen, Jugend und Gesundheit hatten sich zuvor Vertreter von SPD und Grünen sowie Ernst ausgesprochen. CDU-Fraktionschef Dr. Michael von Rüden und Matthias Nölke, Vorsitzender der Fraktion FDP, Freie Wähler und Piraten, lehnten Gote ab. Nölke schlug vor, die Dezerntenstelle nicht neu zu besetzen.

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