Weihnachtsfeiertage vorüber, Konsum nicht

Kaufrausch nach dem Fest: Kasseler strömten in die Innenstadt

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Einkaufstrubel nach dem Fest: Die Obere Königsstraße war am Mittwoch von Tausenden Kunden aus der Region belebt.

Kassel. Die kurze Festtags-Verschnaufpause war für Kassels Einzelhandelsbeschäftigte am Mittwoch schon wieder vorbei: In der Innenstadt nutzten Tausende Menschen ihre freien Tage zwischen den Jahren, um nachweihnachtliche Besorgungen zu machen.

Geschäfte und Galerien, Bürgersteige und Parkhäuser waren belebt von Shopping-Publikum Da zwischen Weihnachten und Silvester diesmal aber vier ganze Einkaufstage liegen, ging es entspannter zu als in Vorjahren.

Umgetauscht wird ohnehin weniger als früher, seit unter den Christbäumen immer mehr Geschenkgutscheine liegen. Die Galeria Kaufhof etwa hat einige Tausend davon ausgestellt – nach Stückzahl seien es diesmal sechs Prozent mehr als im vergangenen Advent gewesen, berichtete Kaufhof-Geschäftsführer Stephan Engel.

Obwohl die Gutscheine dort unbefristet gültig seien, würden erfahrungsgemäß etwa 70 Prozent der geldwerten Kärtchen zwischen den Jahren eingelöst, schätzt Engel. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat fürs aktuelle Weihnachtsgeschäft ermittelt, dass jeder Deutsche durchschnittlich Gutscheine im Wert von 106 Euro verschenkt hat – das sind 9 Euro mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt dürfte der Handel im Advent 2017 laut GfK erstmals mehr Gesamtumsatz mit Geschenkgutscheinen gemacht haben als mit Spielwaren.

Und die Nachfrage war nach dem Fest nicht zu Ende. Im City-Point am Königsplatz seien am Mittwoch noch etliche Gutscheine „als nachträgliche Weihnachtsgeschenke“ ausgestellt worden, berichtete Andrea Karlowski am Info-Schalter der Einkaufsgalerie. Die Nachfrage nach den Geschenkkärtchen, die in allen Geschäften des City-Points sowie unter anderem auch im Dez eingelöst werden können, sei auch in dieser Adventszeit sehr hoch gewesen.

Ob Gutscheine oder Bares: Von Geschenken, die sich im Handel gleich wieder flüssig machen lassen, profitieren die Geschäfte auch in Kassels Innenstadt. In der Galeria Kaufhof seien es vornehmlich Modewaren und Accessoires, die sich Kunden für ihren Gutscheinwert aussuchen, sagt Kaufhof-Chef Engel.

Nach dem Weihnachtsgeschäft geht es in vielen Läden in Kassels Innenstadt nun zunehmend um die Räumung saisonaler Mode-Lagerbestände. Dafür wird schon mit stattlichen Rabatten geworben – mit Blick auf das Weihnachtsgeld, das die Kunden jetzt in der Tasche haben.

Hintergrund: Durch Gutscheine weniger Umtausch

Nach einer Schätzung des Handelsverbandes Deutschland (HDE) haben Deutschlands Einzelhändler im November und Dezember Geschenkgutscheine im Gesamtwert von 3 Milliarden Euro ausgestellt. Die zunehmende Zahl an Gutscheinen und Bargeldgeschenken lässt die Umtauschquote nach dem Fest sinken: Mittlerweile würden über alle Sortimente hinweg weniger als fünf Prozent der Geschenke umgetauscht, sagt der HDE.

Nur bei Spielwaren würden Kunden etwas häufiger umtauschen, da Kinder immer noch gern mit „richtigen“ Präsenten zum Auspacken bedacht würden, aber andererseits sehr genaue Wunschzettel-Vorstellungen hätten.

Wer zum Fest einen Gutschein erhalten hat, der nicht ausdrücklich befristet ist, kann ihn laut HDE bis zu drei Jahre nach dem Ende des Jahres, in dem der Gutschein gekauft wurde, einlösen. Für das aktuelle Weihnachtsgeschäft gilt also der 31. Dezember 2020 als Stichtag.

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