Schlager, Jazz und Rock'n' Roll

Den kennt man doch: Wolfgang Geinitz ist der Star der Senioren 

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Musiziert für sein Leben gern: Wolfgang Geinitz ist bei Seniorennachmittagen ein bekannter und beliebter Gast. Er tritt seit Jahren mit seiner Gitarre auf und schmettert Schlager-, Rock ‘n’ Roll- und Jazz-Songs.

Kassel. Wenn Wolfgang Geinitz mit seiner Akustikgitarre loslegt und „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens schmettert, dann kommt richtig Stimmung auf. Kürzlich hatte er seinen 750. Auftritt.

Aus Hunderten von Liedern hat er zehn Musikprogramme zusammengestellt, die er in Seniorenheimen, Nachbarschaftstreffs und Kirchengruppen zum Besten gibt. „Ich habe richtige Fanclubs“, sagt der 77-Jährige. Wenn Geinitz anfängt zu singen, fühle er sich frei. Musik sei sein Leben. Dabei tauche er in eine andere Welt ab. Und in die möchte er seine Zuhörer mitnehmen. „Sie glauben gar nicht, wie viele Lieder die alten Menschen kennen“, sagt Geinitz. Innerhalb weniger Minuten ziehe er sein Publikum in den Bann und bringe sie zum Mitsingen.

Auch Geinitz selbst halten seine Auftritte fit im Kopf. „Ich kann ja fast alles auswendig“, sagt er. Und falls nicht, gucke er einfach in eine seiner Mappen, die ordentlich sortiert im Schrank stehen und in denen jedes seiner Lieder sicherheitshalber abgeheftet ist.

Unter den Zuhören seien häufig auch an Demenz erkrankte Senioren. Selbst sie nehme er durch die bekannten Lieder mit auf eine Reise in die Vergangenheit und sorge so für einen schönen Moment. „Sie erinnern sich dann an alte Zeiten – vielleicht an das erste Treffen mit der Frau“, sagt der Hobby-Musiker.

Jazz, Swing, Rock ‘n’ Roll oder Schlager – für den 77-Jährigen an der Gitarre kein Problem. Die Griffe hat er sich schon als Junge kennengelernt. „Früher war ich eher schüchtern. Das Singen und Gitarrespielen hat mir so viel Selbstbewusstsein gegeben – das glauben Sie gar nicht“, sagt Geinitz.

Auch im Berufsleben habe ihn dieses Selbstvertrauen weiter gebracht. Geinitz – mittlerweile selbst seit Jahren im Ruhestand – war beim Bundessozialgericht und beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales tätig. Heute hat sich der 77-Jährige nicht nur unter Senioren, sondern auch in der Zeitung einen Namen gemacht. „Ich war schon mehr als 300 Mal in der HNA“, sagt Geinitz stolz.

Und das kann man ihm glauben. Er hat nämlich jede Terminankündigung und jeden HNA-Artikel fein säuberlich ausgeschnitten, in ein Buch geklebt und mit jeweiligem Datum versehen.

In weiteren Teilen der Serie haben wir vorgestellt:

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