5500 Besucher

Kunsthandwerkermarkt: Kreative Träume in Holz und Keramik

Kassel. 5500 Besucher lockte der Kunsthandwerkermarkt am Wochenende in die Kasseler documenta-Halle. Die Schau hat sich bundesweit einen Namen gemacht.

Holz ist traditionell und modern zugleich. Optiker Martin Ludolph aus Schwalmstadt verarbeitet es zu schicken Brillengestellen. Michaela Lehner aus Felsberg schneidet es in großen Stücken aus zum Abriss freigegebenen alten Scheunen, um schöne Möbelstücke, Pinwände oder urige Ablagekästen daraus zu machen. Und die gelernte Holzgestalterin Anja Werner schnitzt aus Lindenholz ganze Familien witziger Gestalten, die irgendwie an afrikanische Kunst erinnern. Dort hat sie auch ein halbes Jahr unter einheimischen Holzschnitzern gelebt.

Ludolph, Lehner und Werner gehörten zu den 95 Ausstellern aus ganz Deutschland, die am Wochenende 5500 Besucher zur 16. Kunsthandwerkerausstellung in die documenta-Halle lockten. Die von den Kunsthandwerkerinnen Christiane Weiß, Evelyn Berndt-Rojo und Martina Heumann-Bayer organisierte Schau hat sich bundesweit längst einen Namen gemacht. „Sie zählt zu den bedeutendsten überhaupt“, sagt Weiß.

Der Reiz der Ausstellung, die vor fünf Jahren vom Kulturbahnhof in die documenta-Halle umgezogen ist, liegt offensichtlich in ihrer Vielfalt. Hier sind kreative Träume in Holz, Leder, Stoff, Keramik oder Metall zu besichtigen. Das Handwerk ist nur die Grundlage, Dinge mit künstlerischem Anspruch zu schaffen. Hier findet der Besucher das Außergewöhnliche - sofern er nicht zu sehr auf seinen Geldbeutel achten muss.

Thomas Bauer aus Kassel hat das Sprichwort „Schuster bleib’ bei deinen Leisten“ wörtlich genommen und fährt gut damit. Er fertigt maßgeschneiderte Schuhe an. Für das erste Paar muss man an die 1000 Euro hinblättern. Dennoch hat er genügend Fans. „Neue Kunden müssen drei Monate warten“, sagt er.

Bei der Verarbeitung ihres Materials kennen die Kunsthandwerker keine Grenzen. Beispiel Porzellan: Während Jürgen Havekost aus der Nähe von Dresden daraus witzige, zweiteilige Partnerschaftstassen macht, brennen die Leipziger Designer Stefan Passig und Claudia Biehne daraus filigrane Formen, die an Korallenriffe erinnern.

Bilder vom Markt

Kunsthandwerkermarkt in der documenta-Halle

Nicht zum Anfassen und Benutzen, sondern zum Ansehen und Schmunzeln sind die Arbeiten von Zbiegniew Przadka, Dekorateur am Staatstheater Kassel. Mit Tusche und Collagen gestaltet er ganze Bilderserien nach der Art von Cartoons, die ohne Worte witzige Geschichten erzählen. (pdi)

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