Parkflächen für Hotelbetrieb 

Kritik an Renthof-Garage: Anwohner wollen Grünanlage erhalten

Sind sauer über die geplante Parkgarage in ihrem Innenhof: Die Anwohner Karin und Günter Kreger wollen, dass die Grünfläche so erhalten wird, wie sie ist. Foto: Ludwig

Kassel. Für mehrere Millionen Euro wird der historische Renthof am Steinweg bis Mitte 2016 in ein Hotel mit Gastronomie umgebaut.

Anwohner, wie das Ehepaar Kreger, das seit 46 Jahren in Blickweite des ältesten Kasseler Baudenkmals wohnt, freuen sich im Grunde über die Investition. Ärger löst bei den Rentnern aber der geplante Bau einer Hochgarage in ihrem grünen Innenhof aus. Dort sollen für Renthof-Mitarbeiter und Hotelgäste 38 Parkplätze entstehen. Acht Plätze sind für Anwohner reserviert.

Im Ausschuss für Stadtentwicklung am Mittwochabend war der Renthof Thema. Auch Karin Kreger (70) und ihr Ehemann Günter (75) verfolgten die Diskussion der Stadtverordneten über das Bauprojekt.

Spielplatz für Kitas

Der Renthof imHNA-Regiowiki

Die Debatte drehte sich weniger um den von dem Kasseler Investor Uwe Kleinkauf und dem Bad Emstaler Gastronomen Rainer Holzhauer (Grischäfer) gestarteten Umbau der 800 Jahre alten Klosteranlage. Vor allem sprach der Ausschuss über die von den Investoren geplante Garage auf der Grünfläche, die hinter der Klosteranlage liegt. Sie wird von drei benachbarten Kitas als Spielplatz genutzt. Zudem stehen auf dem Areal zehn Garagen für Anwohner der angrenzenden Mietshäuser. Eigentümerin der Grünfläche ist die städtische Wohnungsbaugesellschaft GWG, die etwa die Hälfte des Areals für die Garage veräußern will.

Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) versicherte, dass der Innenhof auch weiterhin ansprechend gestaltet sein werde. „Die zweistöckige Garage wird kein reiner Zweckbau“, sagte er. Ein Teil der Fläche bleibe als Spielfläche für die Kinderbetreuung erhalten.

Umbau läuft: Der Renthof an der Brüderkirche wird bis Mitte 2016 in ein Hotel mit Gastronomie umgebaut.

Um die Lärmbelastung für die Anwohner verträglich zu halten, werde es Lärmschutzmaßnahmen geben. Zudem werde die Belegung der Garage so gestaltet, dass es „möglichst wenig Bewegungen von Autos“ gebe. Weil ohnehin nur Mitarbeiter und Gäste des Hotels sowie einige Anwohner Zugang hätten, sei dies möglich.

Das Ehepaar Kreger wollte diesen Worten keinen Glauben schenken. „Die zerstören eine grüne Oase“, sagt Karin Kreger. Und die sei an der Stelle dringend nötig, weil die Anwohner durch den Verkehr rund um den Altmarkt ohnehin mit Autolärm zu kämpfen hätten. Aus Sicht der Kregers ist die Parkgarage überflüssig. Schließlich gebe es das Parkhaus an der Markthalle und den Parkplatz am Regierungspräsidium – beide nur wenige Schritte vom Renthof entfernt.

Was die Kregers aber mindestens genauso ärgert, ist, dass sie als Anlieger und GWG-Mieter nicht offiziell über den Bau der Garage informiert wurden. „Wir haben es von Mitarbeitern des städtischen Planungsamtes erfahren, die plötzlich in unserem Innenhof standen“, erzählt die Rentnerin.

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