Grüne Banane wird leuchten

Kunstwerk „Die Gläserne Stadt“ wird an der Friedrich-Ebert-Straße aufgebaut

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Aufwendig restauriert: GWH-Geschäftsführer Christian Wedler (links) und Kai Emmeluth von der Firma Emmeluth, die für Auf- und Abbau der Arbeit verantwortlich zeichnet, präsentierten im März sanierte Teile des Mosaiks. 

Das Glasrelief „Gläserne Stadt“, das seit den 1960er-Jahren die heute stillgelegte Unterführung am Hauptbahnhof geziert hatte, kommt an die Friedrich-Ebert-Straße.

Dort wird das 14 Meter lange und 2,50 Meter hohe Mosaik, das den stilisierten Stadtplan Kassels zeigt, in den nächsten Monaten wieder aufgebaut. 

Die Arbeit des 1992 verstorbenen Kasseler Grafikers Dieter von Andrian, Assistent des documenta-Gründers Arnold Bode, wird ihren Standort künftig unter freiem Himmel haben, und zwar auf der Nordseite des neu gestalteten Grünzugs Grüne Banane.

„Der Wiederaufbau des Mosaiks ist uns eine Herzensangelegenheit und ein kulturhistorisches Geschenk von uns an die Stadt“, sagt dazu Christian Wedler, Geschäftsführer der GWH. Die Wohnungsbaugesellschaft hat den Auf- und Abbau sowie die aufwendige Restaurierung des Kunstwerks in Höhe von rund 70 000 Euro finanziert.

In den zurückliegenden sechs Monaten ist die Arbeit im Atelier des Bad Arolser Künstlers Dieter Blum sorgfältig restauriert worden.

Das große Leuchten: So wie hier zur documenta 14 in der Unterführung vom Kulturbahnhof leuchtet die „Gläserne Stadt“ von Dieter von Andrian künftig an der Friedrich-Ebert-Straße.

GWH-Architektin Christine Ochs präsentierte die Pläne für den Wiederaufbau am Donnerstag im Rahmen der Ortsbeiratssitzung Vorderer Westen. Dabei stieß sie auf zum Teil große Zustimmung. Das „auffällige schöne Kunstwerk“ sei ein attraktiver Hintergrund für den neuen Stadtplatz, sagte Ortsvorsteher Steffen Müller (Grüne).

Christine Ochs erläuterte, warum der Standort nahe der Tram-Haltestelle und nicht weiter oberhalb im ansteigenden Gelände für die gläserne Arbeit ideal sei: „Eine Fernwirkung ist für dieses Kunstwerk keine Option.“ Die Arbeit wird von zwei Scheiben Panzerglas eingefasst und soll auf einem Sockel stehen, wo Informationen zum Kunstwerk angebracht werden können. Im Dunkeln wird die Arbeit von der Rückseite beleuchtet sein. „Sie wird funkeln, leuchten und die Menschen begeistern“, ist Christian Wedler überzeugt. Noch in diesem Jahr soll die „Gläserne Stadt“ aufgebaut werden. Mit einer Gegenstimme befürwortete der Ortsbeirat den Standort.

Während der documenta 14 vor zwei Jahren, als die Unterführung im Kuba temporäre Ausstellungsfläche war, konnten die Kasseler seit Langem wieder einen Blick auf die „Gläserne Stadt“ mit dem Herkules, der Wilhelmshöher Allee, Innenstadt, Fulda und Auepark werfen. 

Viele waren angetan. Die GWH fasste deshalb den Entschluss, das Mosaik aus Beton und Glas zu retten. Nicht nur die Stadt und die Erben des Künstlers mussten ihre Zustimmung zur Umsiedlung des Reliefs geben. Nachdem man den Standort an der Friedrich-Ebert-Straße ins Visier genommen hatte, war es auch vonnöten, sich mit den Planern der Platz-Neugestaltung, Ludger Röken vom Umwelt- und Gartenamt sowie Wolfgang Wette vom Planungsbüro Wette+Küneke abzusprechen.

Das Mosaik wird seinen Platz – von der Friedrich-Ebert-Straße aus betrachtet – zwischen Rankgerüst und den roten Bänken haben. Für eine bessere Optik werden die Bänke von Wette jeweils nach rechts und links versetzt. So ist der Blick von der Friedrich-Ebert-Straße frei.

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