Was ist denn da los?

Kuriosum auf der Wilhelmshöher Allee: Zebrastreifen ins Nirgendwo

+
Kuriosum auf der Wilhelmshöher Allee: In Höhe der Sophienstraße gibt es einen halben Zebrastreifen.

Kassel. Wer als Fußgänger derzeit die Wilhelmshöher Allee in Höhe der Jacob-Grimm-Schule überquert, der stößt unweigerlich auf ein Kuriosum. Ein Zebrastreifen ins Nirgendwo.

In der Mitte der Fahrbahn endet nämlich der Zebrastreifen – ganz plötzlich, ohne Vorwarnung. Das ist nicht nur für jene gewöhnungsbedürftig, die keine halben Sachen mögen. Mitunter ist es ja auch nicht ganz ungefährlich, wenn die geschützte Zone auf einmal endet. Auf alle Fälle stellt sich die Frage: Was ist denn da los?

Eine Antwort gibt es von der Stadt Kassel. Und sie bezieht sich auf umfangreiche Leitungsverlegungen im Sommer 2017 durch die Städtischen Werke. Unmittelbar vor Weihnachten seien die Arbeiten auf der Wilhelmshöher Allee dann fertiggestellt, die Fahrbahndecke der rechten Fahrspur und die in der Sophienstraße schließlich erneuert worden.

Was aber ist mit der Markierung? Die Arbeiten wurden in Auftrag gegeben, schreibt Michael Schwab von der Stadt. Weiter heißt es: „Nach dem Ende der betriebsfreien Zeit der Markierungsfirma wird am Montag, 15. Januar, die fehlende Markierung aufgebracht.“

Das hört sich ein bisschen nach Absurdistan an und weniger nach deutscher Präzisionsarbeit, heißt aber letztlich: Nächste Woche wird aus dem halben Zebrastreifen wieder ein ganzer. Bis dahin gilt erst recht der Appell an die Autofahrer, die auf der Wilhelmshöher Allee unterwegs sind, in Höhe der Sophienstraße auf die Fußgänger zu achten.

Denn letztlich ist nicht der Zebrastreifen selbst rechtlich verbindlich, sondern das davor aufgestellte Schild „Zebrastreifen“. Darauf wies in einem ähnlichen Fall in Augsburg der dortige Stadtbaumeister hin. Trotzdem sollten sich auch die Fußgänger lieber einmal mehr umsehen, bevor die Fahrbahn betreten.

Reaktionen aus dem Netz

Der halbe Zebrastreifen auf der Wilhelmshöher Allee sorgt auch im Internet für Erheiterung, nachdem wir am Donnerstag ein Bild davon bei Kassel live und auf den Facebookseiten der HNA eingestellt haben. Die Nutzer gaben mitunter sehr unterhaltsame und ideenreiche Begründungen ab, wie es zu dem Kuriosum kommen konnte. Selbst die Stadt Kassel schaltete sich ein – Motto: #keinehalbesachen. 

Hier einige Versuche von Nutzern, den halben Zebrastreifen zu erklären. Auf die ganzen Smileys in den Kommentaren verzichten wir an dieser Stelle: 
  • „Der ist für die Unentschlossenen. Die können dann nach der Hälfte des Weges wieder umkehren.“ 
  • „Linke Spur: entschleunigen.“ 
  • „Ist doch ganz einfach: Links ist der Autofahrer schuldig, rechts der Fußgänger.“ 
  • „Da ist die Farbe ausgegangen.“ 
  • „Sowas nennt sich Kompromiss.“ 
  • „Der Nolda-Zebrastreifen.“ 
  • "Für die, die etwas vergessen haben.“
  • „Auf dem Zebrastreifen nimmt man Anlauf und springt dann über den 2. Teil der Fahrbahn. Andersrum genauso, da ist der Fußweg Anlaufbahn.“ 
  • „Feierabend“ 
  • „Mal was wagen!“ 
  • „Geiz ist geil.“ 
  • „Neulich in der Zebrastreifenfabrik: ,Hey Chef, ich hätte da eine Idee, wie wir 50 Prozent einsparen können!’ ,Na dann erzählen Sie mal ..." 
  • „Typisch Kassel: nichts Halbes und nicht Ganzes – ein Geschenk von Nolda.“ 
  • „Rechts ist der Zebrastreifen teerfarben – wegen der Optik.“ 
  • „Um nicht wieder unter den Rettungsschirm zu müssen, hat man eben hier schon mal mit Sparen begonnen. Die documenta war teuer.“
  • „Montagsproduktion.“ 
  • „Schildbürgerstreich.“ 
  • „Kannst du links und rechts ins Taxi einsteigen, ohne dass dich einer anfährt!“ 
  •  „Das war bestimmt Freitagnachmittag, kurz vor Feierabend.“ 
  • „Mehr Bewegung im Alltag: Weitsprung üben.“ 
  • „Die linke Seite ist für den mittleren Dienst, die rechte für gehobenen und höheren.“ 
  • „Ich glaube, ich könnte mir nicht verkneifen, in der Mitte einfach stehen zu bleiben.“ 
  • „Wohl typischer Fall von: Wir hatten nur den Auftrag, die eine Fahrspur zu asphaltieren.“ 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.