Serie: Schöne Spiele

Die Löwen spielen Silvester wie im Rausch: 6:2 gegen Eintracht Frankfurt

Ein Bild aus guten Tagen: Uwe Habedank (Mitte) in einem undatierten Spiel des KSV Hessen mit Torwart Andreas Burose (links) und Otto Kastl (rechts).
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Ein Bild aus guten Tagen: Uwe Habedank (Mitte) in einem undatierten Spiel des KSV Hessen mit Torwart Andreas Burose (links) und Otto Kastl (rechts). Foto: ARCHIV/NH

In unserer Serie "Schöne Spiele" erinnert sich Gerd Brehm an den Silvestertag 1966. Im  Auestadion feierten die Kasseler Löwen ein Fußballfest mit einem 6:2-Pokalsieg gegen Bundesligist Eintracht Frankfurt.

Meine schönste Silvesterfeier fand nicht in einem Partykeller statt, nicht am Herkules und auch nicht im trauten Heim. Meine schönste Silvesterfeier gab es im Kasseler Auestadion. Am 31. Dezember 1966 sollten sich der KSV Hessen oder Eintracht Frankfurt für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal qualifizieren. Der Tabellenvierte der Bundesliga trat beim Regionalliga-Fünften an – damals war die Regionalliga die 2. Liga.

Die Eintracht musste zwar auf ihren verletzten Nationalspieler Jürgen Grabowski verzichten, aber Klassespieler wie Willi Huberts, Fahrudin Jusufi, Jürgen Friedrich und Wolfgang Solz würden - da waren sich die Frankfurter Fans sicher - auch ohne Grabowski für den Pokalsieg sorgen. Wir KSV-Anhänger setzten in erster Linie auf Hans Michel, Bernd Schmidt, Rolf Fritzsche und Uwe Habedank.

Aber lassen wir den Mann erzählen, der am Silvestertag 1966 das Spiel seines Lebens machte: „Mir ist alles gelungen“, sagt Uwe Habedank. „Besonders gut kann ich mich noch an Alleingänge vom eigenen bis zum gegnerischen Strafraum erinnern. Einen dieser Sololäufe habe ich mit einem Pass zu Hans Alt gekrönt, der dann den Treffer zur 3:2-Führung erzielt hat. Spätestens ab dieser 57. Minute waren wir nicht mehr zu stoppen. Hans ließ nur vier Minuten nach dem 3:2 das 4:2 folgen. Er hatte damit ebenso wie zuvor Bernd Schmidt einen Doppelpack erzielt. Später machte es Horst Schaub genauso wie Schmidt und Alt. Unser Linksaußen schoss die Tore zum 5:2 und zum 6:2-Endstand.“

Soweit Uwe Habedank. Was der damals 22-jährige Mittelfeldspieler verschweigt, sind die Uwe-Uwe-Rufe, die auch Minuten nach dem Abpfiff noch in Wehlheiden und Niederzwehren zu hören waren. Genauso wie knapp zwei Jahre zuvor. Aber am 16. Januar 1965 galten sie einem Stürmer des Hamburger SV namens Seeler.

Zu meinem Leidwesen mussten wir dann doch irgendwann das Stadion verlassen, aber nach diesem Spiel ließ es sich gut feiern. Und wenn ich mich richtig erinnere, war am Abend sogar die obligatorische Bowle genießbar.

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