Rechtliche Prüfung der Investorenwahl

Die Zukunft der Kasseler Markthalle ist wohl geklärt

Das Obergeschoss der Markthalle im Marstall Kassel
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Veränderungen stehen bevor: Der Marktbetrieb im Kasseler Marstall soll laut Votum des Stadtparlaments von neuen Betreibern organisiert werden. Die wollen die Markthalle umbauen.

Die Vergabe der Markthalle in Kassel scheint entschieden zu sein. Die zuständige Vergabekammer des Landes Hessen hat am Bieterverfahren nichts zu beanstanden.

  • Markthalle Kassel GmbH scheitert mit Anfechtung des Bieterverfahrens für Marstallgebäude
  • Die Stadt will den historischen Bau an die Investorengruppe Sprengwerk geben
  • Kontrolleure beanstanden die Entscheidung nicht

Mit ihrer Anfechtung des Bieterverfahrens für das Kasseler Marstallgebäude sind die derzeitigen Betreiber der Markthalle vor der zuständigen Vergabekammer des Landes Hessen unterlegen. Die Stadt Kassel will den historischen Bau per Erbpacht an die Investorengruppe Sprengwerk geben, die künftig auch den Marktbetrieb organisieren soll. Nach Auffassung der Kontrolleure ist es nicht zu beanstanden, wie diese Entscheidung zustande kam.

Der Nachprüfungsantrag der derzeitigen Marktbetreiber sei „vollumfänglich abgelehnt“ worden, teilte die Stadt Kassel mit, nachdem die Kammer den Streitparteien das Ergebnis der rechtlichen Überprüfung verkündet hat. „Die Stadt hat dieses Ergebnis so erwartet“, sagte Sascha Stiebing, Referent von Oberbürgermeister Christian Geselle.

Markthallen-Geschäftsführer Andreas Mannsbarth lehnte auf HNA-Anfrage eine Stellungnahme ab. Er wolle zunächst die Marktbeschicker informieren. Mannsbarth hatte die Anfechtung maßgeblich betrieben und im Juni nach einem mündlichen Verhandlungstermin der Vergabekammer noch mitgeteilt, seine gegen das Bieterverfahren erhobenen Einwände wären sämtlich unbestritten.

Das stellt sich nun anders dar nach dem Kammerspruch, gegen den mit kurzer Frist noch Beschwerde beim Oberlandesgericht Frankfurt eingelegt werden könnte. Ob die Beschwerdeführer dies in Erwägung ziehen, bleibt angesichts des Prozesskostenrisikos abzuwarten. Aus der Erfahrung mit ähnlichen Prüfverfahren kämen auf die Markthallen-GmbH schon nach jetzigem Stand als unterlegene Partei Kosten in fünfstelliger Höhe zu. Nach Ablauf einer 14-tägigen Beschwerdefrist gilt die Kammer-Entscheidung als akzeptiert.

Dann dürfte die Stadt auch wieder ihre Verhandlungen mit Sprengwerk aufnehmen, was für die Dauer des Prüfverfahrens ausgesetzt werden musste. Den Betreibervertrag mit der jetzigen Markthallen-GmbH hat die Stadt bereits zum Ablauf dieses Jahres gekündigt. Oberbürgermeister Christian Geselle hatte in diesem Zusammenhang davon gesprochen, dass es zwischen Mannsbarth und der Stadt schon seit Längerem kein Vertrauensverhältnis mehr gebe.

Die Marktbeschicker aber müssen sich laut Geselle keine Sorgen machen: Falls sich der Einstieg der neuen Betreiber verzögern sollte, werde die Stadt Kassel als Übergangs-Betreiberin einspringen und sämtliche Standmietverträge zu den bestehenden Konditionen verlängern.

Stadtparlament hat Vergabe der Markthalle Kassel an neue Betreiber beschlossen

Aus dem Bieterverfahren für den Kasseler Marstall ist das Architekturbüro Sprengwerk mit Antonio Merz (Gut Kragenhof) als Favorit der Stadt hervorgegangen. Sie schlagen vor, den Marktbetrieb im Obergeschoss zu konzentrieren und dafür die Freifläche zum Graben hin mit einem Glasdach zu überbauen. Das Stadtparlament hatte im März die Vergabe an Sprengwerk beschlossen. Die derzeitige Markthallen-Betriebs-GmbH hatte sich mit einem anderen Konzept ebenfalls beworben.

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