Komplizierte Eigentumsverhältnisse

Zukunft der Markthalle ungewiss: Gebäude nur geleast, Vertrag läuft 2017 aus

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Komplizierte Eigentumsverhältnisse: Die Markthalle wird von der Stadt Kassel nur geleast. Als das Gebäude im Jahr 1994 saniert werden musste, übernahm die Hessische Landesbank die Kosten und erhielt dafür Eigentumsrechte.

Kassel. Die Zukunft der Kasseler Markthalle entscheidet sich in den nächsten Monaten. Denn für das im Krieg zerstörte und in den 50er-Jahren wiederaufgebaute Gebäude muss ein neues Konzept erarbeitet werden. Grund dafür ist, dass die Eigentumsverhältnisse neu geregelt werden müssen.

Bislang least die Stadt die Immobilie von einer Tochter der Hessischen Landesbank. Dieser Leasingvertrag läuft 2017 aus. Nach Informationen der HNA müsste die Stadt dann eine Restrate in Höhe einer halben Mio. Euro zahlen, um den Leasingvertrag abzulösen.

Dieser Vertrag war 1994 geschlossen worden. Damals musste das Bauwerk für 5 Mio. DM (2,56 Mio. Euro) saniert werden. Weil die Stadt das Geld nicht hatte, sprang die Landesbank ein. Seitdem least die Stadt das seinerzeit übertragene Eigentum von der Bank zurück. Gleichzeitig verpachtet die Stadt das Gebäude an die Markthallen Betriebs-GmbH, die den Betrieb organisiert. Die Rate für die Pacht deckt die Kosten des Leasings.

Lexikon-Wissen:

Weitere Informationen zur Geschichte der Markthalle finden Sie im HNA-Regiowiki.

Diese komplizierten Eigentumsverhältnisse hätten es zuletzt immer wieder schwierig gemacht, die Markthalle im größeren Stil zu sanieren, sagt Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Zur Höhe der Restrate, die 2017 auf die Stadt zukommt, machte Nolda keine Angaben. Ziel sei es aber, die Existenz der Markthalle zu sichern. Allerdings müsse noch geklärt werden, ob über den Restbetrag, für den die Markthalle abgelöst werden kann, noch Verhandlungsspielraum besteht. „Da werden wir in die Verträge schauen und den Zustand des Gebäudes begutachten“, sagte Nolda.

Andreas Mannsbarth

Andreas Mannsbarth, Geschäftsführer der Markthallen Betriebs-GmbH, erarbeitet derzeit mit der Stadt sowie Experten aus Wirtschaft und von der Universität ein neues Konzept. Ziel soll es sein, das Angebot der Marktbeschicker weiterzuentwickeln und die Finanzierung ab 2017 zu sichern. Dafür ist auch eine Beratungsgesellschaft beauftragt worden. In einem halben Jahr sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Mannsbarth bestätigt, dass es bei umfangreichen Sanierungen in der Vergangenheit jeweils schwierig gewesen sei, diese zu beauftragen. „Es war nie so richtig klar, wer nun zuständig ist. Viele Details waren vertraglich nicht klar abgesprochen“, sagt Mannsbarth. Weil ab 2017 wieder Umbauten nötig seien, müsse diesmal eine klare Regelung für die nächsten 25 Jahre her.

Stadtbaurat Nolda versicherte jüngst im Finanzausschuss, dass die Markthalle in jedem Fall ein kommunales Gebäude bleiben werde. Sie sei ein wichtiger Beitrag für den Innenstadthandel. Wie die klamme Stadt die halbe Mio. Euro bereitstellen will und wie sie vor allem die Kosten für eine dann wieder anstehende Sanierung tragen will, ist noch unklar.

Von Bastian Ludwig

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