Wer Strom zahlt, ist unklar

Max Bahr: Seit fünf Jahren pleite, aber Werbeschild leuchtet immer noch

+
Langsam bröckeln die Buchstaben: Der Werbeturm am ehemaligen Max Bahr Markt an der Heiligenröder Straße leuchtet auch fünf Jahre nach der Schließung noch. 

Man sieht es selbst in Wolfsanger am anderen Ende der Stadt leuchten: das gelbe Werbeschild des früheren Max-Bahr-Baumarktes in Bettenhausen. Doch warum eigentlich?

Der Kasseler Markt in der in der Heiligenröder Straße selbst ist seit Februar 2014 geschlossen. Die Kette hatte damals Insolvenz angemeldet. Die Immobilie steht seitdem leer.

Das Grundstück dient als wilde Müllhalde und verwahrlost immer mehr – auch die Buchstaben am Werbeturm fangen langsam an zu bröckeln.

Nach Max Bahr Pleite: Wer zahlt eigentlich den Strom für das Werbeschild?

Die Frage, die sich stellt: Wer zahlt eigentlich den Strom für dieses über ganz Kassel strahlende Schild? Oder hat da möglicherweise jemand einfach vergessen, den Strom abzustellen?

Laut Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke, gibt es auf dem Grundstück einen Stromzähler. Ob die Städtischen Werke das Gelände mit Strom versorgen oder ein anderer Anbieter, dazu konnte Pijanka allerdings keine Angaben machen. Beim Insolvenzverwalter in Hamburg heißt es auf Anfrage unserer Zeitung, alle Grundstücke seien mittlerweile verkauft worden. Über den neuen Besitzer dürfe man keine Auskunft geben. 

Auch in Bettenhausen weiß niemand, wer eigentlich der Eigentümer der Immobilie ist. Die Stadt darf darüber aus datenschutzrechtlichen Gründen ebenfalls keine Auskunft geben.

Es sei mal im Gespräch gewesen, dass möglicherweise ein Möbelhaus in die Immobilie ziehen soll, sagt Harry Völler, Ortsvorsteher von Bettenhausen. Das habe sich dann allerdings zerschlagen.

Bisher kann nur ein Baumarkt die Immobilie nutzen - so ist es festgelegt

Das Gebiet an der Heiligenröder Straße ist als Gewerbegebiet ausgewiesen. Derzeit werde ein Bebauungsplan aufgestellt, heißt es von der Stadt Kassel. Die Fläche der Max-Bahr-Immobilie sei als Sondergebiet für einen Baumarkt ausgewiesen und das soll auch zukünftig so sein. Eine andere Nutzung der Fläche sei nach bisheriger Planung nicht möglich. Die Frage nach dem noch immer leuchtenden Werbeschild bleibt also bislang unbeantwortet.

Halten wir also kurz fest: Kassel ist wahrscheinlich die einzige Stadt in Deutschland mit einem Max-Bahr-Baumarkt, der noch immer leuchtet. Insgesamt waren drei Max-Bahr-Baumärkte in Kassel von der Insolvenz betroffen - was mit dem Baumarkt in Vellmar passieren soll, steht bereits fest: Hier soll eine riesige Trampolinarena entstehen - allerdings verzögert sich die Eröffnung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.